Onrush: So spielt sich Codemasters‘ neuer Online-Racer Onrush!

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper
Onrush: So spielt sich Codemasters‘ neuer Online-Racer Onrush!
Quelle: Codemasters

Wir waren auf einem Anspieltermin in London und haben den neuen Online-Racer Onrush von Codemasters gespielt. In der Vorschau verraten wir euch, wie sich Onrush spielt. Unser erstes Fazit: Onrush ist zwar kein neues Motorstorm, dafür aber ein Overwatch auf vier Rädern!

Das Rennspiel-Genre schwankt aktuell zwischen Tradition und Innovation: Auf der einen Seite freuen sich Fans hektischer Arcade-Rennen über Burnout Paradise: Remastered und spielen Auto-Fußball in Rocket League. Andererseits aber ziehen bekannte Marken wie Gran Turismo und Need for Speed immer noch die Massen an. Die Evolution Studios hatten zuletzt mit ihrer Interpretation des Rennsports wenig Glück: Nach dem Publikumsliebling Motorstorm arbeitete das britische Entwicklerteam an DriveClub und erntete dafür speziell zum Start des Spiels herbe Kritik. In der Konsequenz übernahm Codemasters 2016 das Unternehmen.

Nun bringt diese neue Verbindung das erste Ergebnis hervor: Onrush (jetzt kaufen 15,90 € ) entpuppt sich beim Anspieltermin in London als mutiger Online-Racer mit Takedown-Garantie. Wer sich jedoch einen echten Motorstorm-Nachfolger erhofft, der wird enttäuscht. Onrush verzichtet auf eine Kampagne und verfügt noch nicht mal über einen Splitscreen-Modus. Stattdessen holt sich Codemasters Inspirationen bei Multiplayer-Hits wie Overwatch und Rocket League.

Onrush: Ewig lockt der Boost

Der Solo-Modus dient in Onrush lediglich als Training für die Online-Varianten. So probieren wir hier jede der acht Fahrzeugklassen und die vier Online-Spielmodi aus, ohne dass uns dabei die menschliche Konkurrenz im Nacken sitzt. Für Einsteiger ist das sicherlich eine feine Sache, langfristig dürfte diese Option aber nur von wenigen Spielern genutzt werden. Durch den Verbrauch von Boost-Energie füllt ihr die Rush-Leiste auf und entfesselt damit die Spezialtalente der Fahrzeuge. Dadurch wird das Vehikel vorübergehend zur Abrissbirne und räumt Konkurrenten bei kleinster Berührung aus dem Weg.<br>
  Quelle: Codemasters Durch den Verbrauch von Boost-Energie füllt ihr die Rush-Leiste auf und entfesselt damit die Spezialtalente der Fahrzeuge. Dadurch wird das Vehikel vorübergehend zur Abrissbirne und räumt Konkurrenten bei kleinster Berührung aus dem Weg.
 

Interessanter gestalten sich die Multiplayer-Optionen. In Onrush geht es stets mit zwei Sechser-Teams auf die Strecke, zusätzlich füllt Computer-Kanonenfutter das Feld auf. Denn trotz des Online-Bezugs bleibt Codemasters den Arcade-Wurzeln treu: Auf der Strecke räumen wir gegnerische Piloten mit Takedowns ab und sammeln durch riskante Manöver wie Sprünge oder Stunts Boost. Mit diesem wiederum verschaffen wir uns einen kleinen Geschwindigkeitsvorteil und füllen beim Benutzen zugleich den Tank der Rush-Fähigkeiten auf.

Onrush orientiert sich beim Konzept seiner acht Fahrzeugklassen stark an Titeln wie Overwatch. Auch hier gibt es Unterstützer, Scouts oder Tanks. Der schwere Titan beispielsweise überrollt mühelos Gegner, beschützt Kameraden aber zugleich mit seinem Rush-Schild. Der Vortex-Buggy wiederum ist wendiger und zieht eine Schockwelle hinter sich her. Die Rush-Talente entscheiden oftmals die Runden und bilden die größte taktische Komponente im Spiel.

Onrush: Chaos und Teamwork

Für den Launch am 5. Juni 2018 kündigt Codemasters vier verschiedene Spielmodi an: "Switch" erinnert stark an das traditionelle Deathmatch - durch Takedowns reduzieren wir die Tickets des gegnerischen Teams. "Overdrive" funktioniert ähnlich, legt den Fokus aber verstärkt auf Boost-Werte: Sprungschanzen bieten Spielraum für Experimente. Wir können Gegner beispielsweise in der Luft rammen oder plätten sie, indem wir auf ihnen landen.<br>
  Quelle: Codemasters Sprungschanzen bieten Spielraum für Experimente. Wir können Gegner beispielsweise in der Luft rammen oder plätten sie, indem wir auf ihnen landen.
 
Diejenige Mannschaft, die zuerst eine bestimmte Menge an Boost-Energie gesammelt hat, gewinnt. "Lockdown" dagegen ist die Onrush-Variante von "King of the Hill". "Countdown" schließlich hat noch den größten Rennspielbezug: Hier tickt die Uhr gnadenlos herunter und wir müssen grüne Tore durchfahren, um Sekunden zu gewinnen.

In Onrush geht es jedoch nicht um Bestzeiten oder absolvierte Runden, stattdessen stehen Teamwork und die aktuelle Aufgabe im Vordergrund. Das Spiel hält das Feld künstlich durch die sogenannte Stampede-Mechanik zusammen: Fallen wir zurück oder fahren gar zu weit voraus, setzt uns das Programm automatisch neu ins Feld. Erlegt uns einer der Konkurrenten per Takedown, sind wir nach fünf Sekunden zurück auf der Strecke.

Diese Grundidee sorgt für pausenlose Action, kostet Onrush kurioserweise aber auch einiges an Dynamik. Dadurch, dass der "Gummiband-Effekt" zum Feature wird, fahren gefühlt alle Fahrzeuge gleich schnell und nebeneinander her.

Zudem verfügen alle Teilnehmer beinahe pausenlos über Nitro-Boosts, sodass dieser zur Alltäglichkeit degradiert wird. Letztlich sorgt vor allem der Rush-Modus für den notwendigen Schub.

Onrush: Crash and Burn

Onrush bietet zwölf Strecken, die wir unter verschiedenen Wetterbedingungen - also etwa Regen oder Schnee - und am Tage oder bei Nacht fahren können. Die Areale gestalten sich vergleichsweise weiträumig und bietet somit verschiedene taktische Möglichkeiten. Beispielsweise gibt es stets gefährlichere Abkürzungen, Sprungschanzen oder Abhänge. Wie wir letztlich fahren, hängt also ganz von unseren persönlichen Vorlieben ab.

In Sachen Handling gibt sich Onrush genügsam und erinnert an Burnout oder Blur. Gerade Drifts machen nach ein wenig Eingewöhnungszeit ordentlich Laune. Allerdings erweisen sich die Autos in der Proberunde als noch zu fragil. Oftmals genügen schon kleine Berührungen, und das eigene Fahrzeug fällt auseinander. Im Gegensatz zu so manchem Shooter haben wir hier keine Chance, in ein Duell mit einem Rivalen zurückzukommen. Beinahe jeder halbwegs gut platzierte Rempler bedeutet das Ende. Zugleich mangelt es noch am Treffer-Feedback und klaren Anzeichen für ein beschädigtes Auto. Die Strecken wirken fast wie eine offene Spielwelt, sind aber klassische Rundkurse. Dennoch besitzen alle Schauplätze stets verschiedene Routen und Abkürzungen.<br>
  Quelle: Codemasters Die Strecken wirken fast wie eine offene Spielwelt, sind aber klassische Rundkurse. Dennoch besitzen alle Schauplätze stets verschiedene Routen und Abkürzungen.
 

So unterhaltsam Onrush auch sein könnte, so dringend benötigt das Spiel aktuell noch ein wenig Feintuning. Im Gespräch bestätigte Game Director Paul "Rushy" Rustchynsky, dass Codemasters noch an der Spielbalance feilen wird, denn Onrush ist als Langzeitprojekt geplant. Nicht nur folgen in Zukunft Funktionen wie tägliche Herausforderungen und kostenlose Zusatzinhalte, die Entwickler sind auch in der Lage, Veränderungen in Echtzeit vorzunehmen. Die für Mai angesetzte Early-Access-Beta soll demnach Aufschluss über bestimmte Probleme geben und das Spiel bis zum Start im Juni auf Kurs bringen. Sehr schön übrigens: Zumindest zum Launch gibt es keine Mikrotransaktionen. Später sind diese denkbar, allerdings nicht für spielverändernde Inhalte.

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