Onimusha - Blade Warriors

Test Christian Schönlein

Solche Endbosse lassen sich auch freispielen. Solche Endbosse lassen sich auch freispielen. Nicht nur der Teufel stiehlt Seelen. Auch Samanosuke, Jubei & Co. sind auf Beutezug. Es gibt wohl kaum einen PS2-Besitzer, der noch nie ein Onimusha-Spiel zumindest mal angezockt hat. Die Action-Adventures haben bereits Klassikerstatus und gehören mit zu Capcoms bekanntesten Videospielen der "Next Generation". Und jetzt stellen Sie sich vor, man hätte sich bei Onimusha voll und ganz auf die Kämpfe konzentriert und die Story, sämtliche Adventure-Parts und Rätsel außen vor gelassen - jetzt wissen Sie in etwa, was Sie bei Blade Warriors, dem Onimusha-Beat-‘em-Up, erwartet. Hier treffen bekannte Charaktere aufeinander und beharken sich gegenseitig mit einem Kampfsystem, das fast 1:1 aus den ersten beiden Onimusha-Titeln übernommen wurde. Dass mit so einem simplen Spielprinzip nicht der Tiefgang der Prügelspiel-Referenz Virtua Fighter erreicht werden kann, dürfte klar sein. Doch diesen Anspruch erhebt Blade Warriors auch gar nicht - hierbei handelt es sich vielmehr um einen schnellen und richtig spaßigen Funprügler!

Partnertausch
Trotz des arg simplen Kampfsystems, das sich auf zwei Angriffe, Blocken und einen Konter beschränkt, gibt es bei Blade Warriors auch eine taktische Komponente. Da wären zum Beispiel die Seelen besiegter Feinde zu nennen, die Sie - wie schon in Onimusha 1 und 2 - per Knopfdruck aufsaugen können. Mit gesammelten Seelen wirken Sie dann vernichtende Magieangriffe, frischen Ihre Lebensenergie auf oder benutzen sie nach einem Kampf dazu, Ihren Charakter aufzuleveln. Ihren aufgepowerten Kämpfer dürfen Sie dann abspeichern und in einem speziellen Versus-Modus gegen die Recken eines Freundes antreten lassen. Hier zählt dann logischerweise nicht nur die richtige Kampftechnik, sondern auch das optimale Levelling der Spielfiguren. Ei- nen gewöhnlichen Mehrspieler-Modus gibt es natürlich auch. Bis zu vier Spieler treten hier per Multitap mit den Standard-Charakteren gegeneinander an: Die Kämpferriege besteht aus insgesamt 24 Figuren der Onimusha-Saga, von denen aber lediglich zwölf zu Beginn anwählbar sind. Eine weitere Besonderheit sind die Kampfarenen. Diese sind in mehrere Ebenen unterteilt, die Sie durch einen flinken Sprung erreichen. Auch die Umgebungen können Sie so in Ihre Kampftaktik einbauen.

Flotter Prügler
Trotz solcher Gameplay-Elemente mangelt es Blade Warriors an Tiefgang und Umfang. Dafür macht dieses Spiel aber vor allem eins: Spaß! Diesen Titel können Sie immer wieder mal aus dem Regal holen. Langweilig wird's garantiert nicht! Dafür sorgt auch die gewohnt gute PAL-Anpassung. Ein 60-Hertz-Modus ist erfreulicherweise inzwischen Standard in allen Capcom-Spielen und stellt auch in Blade Warriors Kämpfer und Arenen flimmer- und ruckelfrei dar. Wer schnelle Funprügler - wie etwa Super Smash Brothers Melee (GameCube) - auf der PS2 bislang vermisst hat, sollte al- so hier zuschlagen. Onimusha-Fans, die sich ihr Lieblingsspiel nicht ohne Adventure-Parts vorstellen können, spielen aber lieber erst einmal Probe.

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