Onimusha: Warlords: Sichtlich alt, aber nach wie vor gut spielbar 

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Onimusha: Warlords: Sichtlich alt, aber nach wie vor gut spielbar 
Quelle: PC Games

Onimusha: Warlords: ist ein Oldie aus dem Jahr 2001 und erhält eine neue Chance: Kann der Action-Adventure-Opa Onimusha: Warlords nach all der Zeit noch überzeugen? Das lest ihr im Test!

Alte Spiele für neue Konsolen sind weiterhin beliebt. Capcom fährt in diesem Monat gar zweigleisig: Während das aufwendig produzierte Remake von Resident Evil 2 grundlegend neu ist, muss Onimusha: Warlords (jetzt kaufen / 17,99 € ) mit einem einfachen Remaster leben.

Die Story sowie deren Ablauf ist ergo identisch mit der Urversion für die PlayStation 2, die 2001 erschienen ist: Wir befinden uns mitten im 16. Jahrhundert und übernehmen die Geschicke des Samurais Samanosuke Akechi, der eine beunruhigende Nachricht von Prinzessin Yuki erhält. Demnach seien zahlreiche ihrer Bediensteten verschwunden und vermutlich von Monstern getötet worden. Sie selbst habe Angst um ihr eigenes Leben, weshalb sie uns um Hilfe bittet. In der Tat müssen wir bereits nach ein paar Spielminuten hilflos mitansehen, wie Samanosuke von einer monströsen Kreatur niedergeschlagen und Yuki entführt wird. Zum Glück erhält unser Recke im Gegenzug die Kraft des Oger-Clan, dank derer er die Dämonen bekämpfen, ihre Seelen sammeln und Yuki befreien kann. Na, dann los!

Alter Tee neu aufgewärmt

Man merkt Onimusha: Warlords bereits bei den Dialogen an, dass wir es mit einem Kind aus den frühen 2000er-Jahren zu tun haben. Eigentlich sind wir heutzutage ausufernde Zwischensequenzen gewohnt, in denen Charaktere bis ins kleinste Detail ausgearbeitet sind. Hier hingegen werden alle relevanten Ereignisse in ein paar Minuten abgefrühstückt, während Held und Bösewichter stereotypischen Klischees entsprechen. Noch hält Samanosuke seine Prinzessin Yuki in Händen, bevor sie von einem fetten Dämon entführt wird.<br>
&nbsp; (1) Quelle: PC Games Noch hält Samanosuke seine Prinzessin Yuki in Händen, bevor sie von einem fetten Dämon entführt wird.
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Wer sich darauf einstellt, der sollte das Setting und die daraus entstehende Atmosphäre durchaus genießen können. Die meiste Zeit stolzieren wir durch enge Höhlengänge oder erforschen einen stilechten Palast, der uns mitten ins alte Japan versetzt. Obendrein sind hierzulande Spiele mit einer vergleichbaren Thematik wie Okami, Dynasty Warriors oder Aragami relativ rar, weswegen Onimusha: Warlords erstaunlich frisch wirkt.

Mehr Umsetzung als Remaster

Leider gilt dies nicht für die ergraute Technik: Das gesamte Spiel erinnert stark an die ersten drei Resident-Evil-Episoden, in denen wir uns ebenfalls über statische Hintergründe bewegen. Diese sind immerhin soweit überarbeitet, dass auch auf großen Fernsehern keine hässlichen Kanten stören. Trotzdem sieht das Ergebnis verwaschen aus und bildet einen Kontrast zu den Charakteren sowie Dämonen mit ihren hochauflösenden Polygonen.

Dieses Schieberätsel ist nicht nur erstaunlich herausfordernd, sondern unterliegt obendrein einem Zeitlimit.<br>
  Quelle: PC Games Dieses Schieberätsel ist nicht nur erstaunlich herausfordernd, sondern unterliegt obendrein einem Zeitlimit.
 
Für die heutige Zeit ebenfalls gewöhnungsbedürftig: Sobald wir den Bildschirmrand erreichen, wechselt die Kameraperspektive und zeigt Samanosuke aus einem anderen Blickwinkel. Dieses Stilmittel war Ende der 1990er-Jahre sehr beliebt und mit der sogenannten "Tank-Steuerung" gekoppelt. Wer sie nicht kennt: Drückt man das Steuerkreuz nach oben, dann marschiert die Spielfigur stur geradeaus. Soll sie hingegen eine andere Richtung einschlagen, dann müssen wir uns mühsam zur Seite drehen.

Die Remaster-Version bietet sowohl die alte Tank-Steuerung als auch eine Alternative an, mit der ihr Samanosuke direkt steuert - so wie es bei jedem modernen Action-Adventure der Fall ist. Und in der Tat ist diese Steuerungsart zu bevorzugen, weil sie sich freier und natürlicher anfühlt. Leider gibt es einen Haken: Die ständigen Perspektivenwechsel zwingen euch zum ständigen Umdenken, was besonders im Kampf gegen mehrere Gegner nervt. Man merkt einfach, dass Onimusha: Warlords nicht für diese Art der Steuerung konzipiert ist.

Die Kunst der alten Designschule

Zum Glück gibt es auch ein paar gute Nachrichten, die vor allem die stimmige Musik und das Spieldesign betreffen. Erst einmal ist Onimusha: Warlords erstaunlich fair und schafft auf dem normalen Schwierigkeitsgrad eine gute Balance zwischen nicht zu leicht und nicht zu schwer. Die Kämpfe sind schön flott und die einzelnen Steuerungsmechanismen schnell erlernt. Mal wieder typisch: Sobald irgendwelche Dämonen ihr Unwesen treiben, hinterlassen sie überall Dreck und Schleim.<br>
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  Quelle: PC Games Mal wieder typisch: Sobald irgendwelche Dämonen ihr Unwesen treiben, hinterlassen sie überall Dreck und Schleim.

 

Apropos Kämpfe: Samanosuke ergattert im Laufe des Abenteuers drei Schwerter und zwei Fernkampfwaffen, die alle ihren eigenen Nutzen haben. Die Schwerter sind den Elementen Wasser, Feuer und Wind zugehörig und jeweils mit einem eigenen Special-Move gekoppelt. Dank der gesammelten Dämonenseelen können wir deren Level verbessern, was einen spürbaren Unterschied ausmacht. Ab und an stoßen wir auf eine Tür, die von einer Dämonengeschwulst überwuchert ist und sich nur mit dem passenden Schwert öffnen lässt. Erneut werden Erinnerung an das ähnlich konzipierte Resident Evil wach, sobald wir in ein altbekanntes Gebiet zurückkehren und einen vormals unzugänglichen Raum aufschließen.

Ein besonders Lob gebührt den wenigen Rätseln, die allesamt gut gealtert sind. Egal, ob wir die Fähigkeit eines Schwertes geschickt ausnutzen oder ein kleines Schiebepuzzle lösen müssen - abermals stimmt die Balance, weshalb wir gerne für ein paar Sekunden grübeln und niemals zu lange überlegen.

Unterm Strich fühlt sich Onimusha: Warlords angenehm abwechslungsreich an, weil ständig neue Orte, andere Gegner oder eben diverse Rätsel anstehen. An wenigen Stellen übernehmen wir gar die Rolle von Kaede, ein weiblicher Ninja, der besonders flott im Nahkampf ist und aus der Ferne mit spitzen Kunai-Messern um sich wirft. Zudem besitzt Kaede einen Dietrich, mit dem sie für Samanosuke unzugängliche Türen aufbricht und somit andere Gebiete durchstreift.

Kurz und knackig

All diese Vielfalt ist aber auch bitter notwendig, denn die Spielzeit hält sich in Grenzen und bricht selbst für einen Titel aus dem Jahr 2001 keine Rekorde. Geübte Action-Spieler sollten bereits nach drei bis vier Stunden durch sein. Danach können sie allenfalls optionale Geheimnisse wie die Dämonendimension erforschen, in denen sich Samanosuke durch 20 Stockwerke schnetzelt und den Schlüssel für eine besonders mächtige Waffe ergattert. Schade, dass sich Capcom nicht an der leicht aufgebohrten Xbox-Version namens Genma Onimusha orientiert hat. Die bot nämlich ein paar Räume, Gegner und Geheimnisse mehr, die auch dem Remaster gutgetan hätten.

Wertung

Meinung

Wertung zu Onimusha: Warlords (PS4)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Gutes, abwechslungsreiches SpieldesignFlotte KampfsteuerungAngenehmer SoundtrackFairer SchwierigkeitsgradDamals wie heute erfrischendes Szenario
Technisch kaum auf den heutigen Stand angepasstStörende PerspektivenwechselKurzes VergnügenIgnoriert Genma Onimusha
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