Observation im Test: Wenig Gameplay, aber viel Atmosphäre im Weltall - jetzt mit Video
Test 20,99 €
Seit heute ist Observation für die PS4 und den PC erhältlich. Wir haben das Weltraumabenteuer ausführlich angezockt und waren durchaus angetan. In unserem Test erfahrt ihr, was die geheimnisvolle Science-Fiction-Story auszeichnet, welche ungewöhnliche Rolle ihr darin übernehmt und warum der sehr hohe Detailgrad manchmal auch nerven kann.
"Houston, wir haben ein Problem." Wer kennt sie nicht, die legendäre Aussage von Apollo-13-Astronaut Jack Swigert? So ähnlich beginnt eure Reise in Observation (jetzt kaufen 20,99 € ), dem neuen Sci-Fi-Adventure von Devolver Digital.
Zu Beginn des Spiels hört ihr, wie Astronautin Emma Fisher an Bord der namensgebenden Weltraumstation einen Notruf an Mission Control in Houston absetzt. Ihr seht, wie Licht in die Station eindringt und es schlagartig wieder dunkel wird. Dies wiederholt sich einige Male, bis der Strom wieder läuft und die Observation ausgeleuchtet ist.
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Hallo, Sam
Quelle: PC Games
ISS oder Observation? Die Raumstation sieht verblüffend lebensnah aus.
Dann beginnt Emma, die Stations-KI S.A.M neu zu starten. Hier steigt ihr in das Spiel ein, denn ihr steuert S.A.M. und helft Emma dabei, herauszufinden, was mit ihr, der Crew und der Station passiert ist. Um durch die Observation zu navigieren, greift ihr dabei auf die Bordkameras und einen steuerbaren, überdimensionalen Kamerawürfel zu. Dieser Kamerawürfel ist euer Hauptfortbewegungsmittel, da ihr mit ihm auf die äußerst coolen, aber leider viel zu seltenen Außeneinsätze geht und in den hintersten Ecken der großen Observation nach Informationen sucht. Dabei greift ihr auf die wichtigsten Systeme der Raumstation zu und müsst beispielsweise Schleusen öffnen, Fusionsreaktoren starten oder wichtige Funktionen der Raumstation erkunden und neu aktivieren. Um diese Aufgaben und Rätsel zu lösen, müsst ihr Dokumente und Laptops scannen, damit ihr die dafür nötigen Informationen erhaltet. Dies erweist sich als durchaus motivierend, da ihr so auch Hintergrundinformationen zur Mannschaft und zur Mission der Observation bekommt. Die Rätsel und Aufgaben werden dabei im Laufe der Geschichte anspruchsvoller.
Am Anfang reicht es, ein einfaches Datenblatt an einer Wand zu scannen, damit ihr die nächste Schleuse öffnen könnt. Später müsst ihr jedoch verschiedene, über die ganze Station verteilte Datenfragmente sammeln, die es euch dann ermöglichen, die nächste von Emma erteilte Aufgabe zu erledigen. Falls ihr dabei mal nicht ganz aufgepasst habt, hilft euch das Spiel, denn ihr könnt Emma bitten, die Aufgabenstellung zu wiederholen, sodass ihr immer wisst, was ihr zu tun habt.
Wie Sie sehen, sehen Sie nichts
Quelle: PC Games
Ganz schön dunkel hier drin. Die einzelnen Module sind nicht immer gut ausgeleuchtet.
Trotzdem kommt ihr an einigen Stellen des Spiels nur durch Ausprobieren weiter, womit wir bei einem eigentlich positiven Thema sind. Die Grafik und die Spielwelt des Spiels sind unfassbar detailreich und realistisch gehalten, sodass ihr während des Abenteuers tatsächlich denkt, ihr seid gerade auf einer Raumstation wie der ISS. Werkzeuge und Klemmbretter schweben euch entgegen, hier und da auch mal eine Wasserflasche. Dabei ist die Darstellung der Schwerelosigkeit in Observation fast schon perfekt gelungen. Stoßt ihr zum Beispiel gegen einen Koffer, schwebt dieser so lange in die entsprechende Richtung, bis er gegen eine Wand stößt. Die Monitore, Schalter und Tasten auf der Raumstation sehen dermaßen lebensecht aus, dass man den Eindruck bekommt, jeden einzelnen betätigen zu können. Da kann man die eine oder andere etwas verwaschene Textur und Emmas recht steife Gesichtsanimationen verzeihen. Hier kommen wir dann auch zum ersten Kritikpunkt. Da man tatsächlich auch einige der vielen Schalter und Tasten betätigen muss, einem aber nicht angezeigt wird, welche tatsächlich bedienbar sind, bleibt einem nichts anderes übrig, als jeden Schalter einzeln abzuklappern. Dass dabei viele Stellen der Observation nicht gut beleuchtet sind, hält zwar einerseits die spannende Atmosphäre hoch, andererseits nervt es aber nach kurzer Zeit, weil man nicht erkennen kann, ob man Schalter XY bereits überprüft hat und ob er nun bedienbar ist oder nicht. Besonders ärgerlich ist das aufgrund der extrem trägen Schwenkgeschwindigkeit der Kameras.
Wo bin ich?
Quelle: PC Games
Im Kameramenü könnt ihr die verschiedenen Bordkameras der Observation anwählen.
Dass ihr dabei aufgrund der realistischen Darstellung der verwinkelten Raumstation schnell mal durcheinander kommt, ist fast schon die logische Konsequenz. Wer nämlich mal Bilder aus der ISS gesehen hat, weiß, dass an allen Wänden Geräte angebracht sind und die Sichtweise, wo genau oben, unten, links und rechts ist, von der eigenen Perspektive abhängt. Zwar bietet das Spiel einem eine Navigationsfunktion, diese stellt jedoch nur eine kleine Hilfe dar. Grund dafür ist die schlechte Sichtbarkeit der Navigationspunkte.
Odyssee im Weltraum
Die Hauptstory drängt jedoch sämtliche negativen Aspekte deutlich in den Hintergrund. Völlig alleine auf der Observation macht ihr euch mit Emma daran, herauszufinden, was eigentlich los ist. Dabei wird es immer mysteriöser und komplizierter und die glaubhafte Soundkulisse trägt dazu bei, dass ihr euch immer unbehaglicher fühlt, wenn ihr die Observation durchsucht. Je mehr Licht ihr ins Dunkel bringt, desto mehr bringt euch das Spiel dazu, zu reflektieren und genau darüber nachzudenken, was ihr bereits erfahren habt. Abschließend lässt sich sagen, dass euch das Spiel bis zum Schluss beschäftigen und nach dem Finale mit offenen Mündern zurücklassen wird.Maximilian Paffrath/Lukas Schmid
