No Man's Sky: Test-Tagebuch, Teil 1

Test Stefan Weiß 53,09 €
No Man's Sky: Test-Tagebuch, Teil 1
Quelle: PC Games

No Man's Sky präsentiert sich aufgrund seiner prozeduralen Technik für jeden Spieler in unterschiedlicher Form. Wir starten unseren Test daher als Tagebuch.

Kein Intro, kein Story-Einstieg, keine textliche Einleitung oder Charakterauswahl, dafür eine mit atmosphärischer Musik unterlegte Kamerafahrt durchs All - No Man's Sky startet schlicht und unvermittelt, blendet dann über auf die Oberfläche unseres Startplaneten.

Zu Spielbeginn müssen wir zunächst unser Raumschiff wieder flott machen. Quelle: PC Games No Man's Sky: Zu Spielbeginn müssen wir zunächst unser Raumschiff wieder flott machen.

No Man's Sky, Tag 1: Schiffreparatur vonnöten

Tishevozyors, so der zufällig generierte Name unserer Welt in der Euklid-Galaxie, präsentiert sich uns in bunten, fast schon psychedelisch anmutender Optik mit grellen Farben und Mustern. Flora und Fauna sind ein Hingucker und vermitteln einem schnell eine gelungene außerirdische Atmosphäre. Aus technischer Sicht ist die gebotene Grafikpracht zwar stimmig, allerdings ist die Qualität der Texturen nicht auf dem neuesten Stand. Besonders Gelände- und Objekt-Oberflächen kommen da schon mal matschig und detailarm daher. Wer sich durch die herrlich weiten Landschaften bewegt, entdeckt dann auch schnell unschöne und krisselige Landschafts-Popups. Hervorragend dagegen ist die Soundkulisse, die uns sofort gefangen nimmt. Wetter- und Natureffekte, fremdartige Tierstimmen - das sorgt für ein tolles Ambiente. Viel Zeit, um das zu genießen, bleibt uns nach Spielstart nicht, denn unser Raumschiff befindet sich in einem bemitleidenswerten Zustand. Daraus ergeben sich die ersten Aufgaben für uns. Es gilt, Startschubdüsen und Impulsantrieb zu reparieren. Ein Blick ins Raumschiffmenü zeigt uns, welche Rohstoffe wir dafür benötigen. Wo sich die Ressourcen finden lassen, wissen wir zunächst nicht, nur dass wir im Inventar über ein Multifunktionstool verfügen, das sich zum Abbau einsetzen lässt. Suchen, finden und Sammeln, das wird uns eine Weile beschäftigen.


Bevor wir aufbrechen, werfen wir noch einen Blick auf mögliche Interaktionsobjekte beim Raumschiff. Da gibt es Nachschubkisten, neue Technologiepläne fürs Crafting, aber auch ein Trümmer-Notrufsignal. Letzteres startet eine rudimentäre Hintergrundgeschichte, in der wir einem Schöpfungswesen, dem so genannten Atlas, folgen sollen. Gut, das nehmen wir mal so zur Kenntnis, auch wenn wir noch keine Ahnung haben, worum es dabei geht.

Der Survival-Aspekt

Bei der Suche nach Ressourcen gilt es, stets zwei Parameter im Blick zu behalten: Die Umwelt- und Gesundheitsanzeige. Unser Startplanet sondert beispielsweise radioaktive Strahlung ab, die uns auf Dauer schädigt. Ein Blick ins übersichtliche Raumanzug-Menü zeigt uns, mit welchen Rohstoffen sich Strahlenschutz und Gesundheit regenerieren lassen. Wie wir recht schnell herausfinden, geben aber auch Höhlen und Gebäude Schutz. Der daraus resultierende Survival-Aspekt in No Man's Sky gefällt uns gut, ist nicht zu komplex und man bekommt recht schnell ein Gefühl dafür, auf welche Kleinigkeiten in der Umgebung man achten sollte. Alsbald lernen wir unseren Scanner lieben, da er uns anhand zahlreicher Icons aufzeigt, wo wir Objekte und Rohstoffe finden. Von besonderem Interesse sind Points of Interest (POIs), die mit Fragezeichen gekennzeichnet sind. Dort stoßen wir auf verschiedenste Alien-Lager, Außenposten, Handels-Bots, und dergleichen mehr. Außerdem dienen diese Punkte in der Regel als Speicher- und Wiederherstellungspunkt.
Points of Interest erkennt ihr am Fragezeichen-Symbol. Quelle: PC Games No Man's Sky: Points of Interest erkennt ihr am Fragezeichen-Symbol. Zur Orientierung dient uns eine unscheinbare Radaranzeige am oberen Bildschirmrand. Dort lassen sich Standort unseres Schiffs und gescannte POIs anzeigen. Was wir jedoch vermissen, ist eine Kartenfunktion. Gerade bei längeren Erkundungstouren ist es schwer, sich alle Standorte zu merken. Etwas Abhilfe schaffen die verschiedenen Signaltürme (Beacons). Sobald man einen solchen Turm aktiviert hat, werden POIs in einem bestimmten Radius permanent angezeigt.

Alien-Kontakt

Schon nach kurzer Zeit haben wir ersten Kontakt mit Außerirdischen in einer Station. Doch die Kommunikation mit den Wesen ist nicht einfach. Eingeblendete Dialogboxen zeigen lediglich ein Kauderwelsch an, das wir nicht verstehen. Das lässt sich jedoch ändern, indem wir in Stationen an bestimmten Terminals Worte lernen oder im Gelände auf Wissenssteine und Monolithen stoßen, durch die wir mehr Sprachwissen erlangen. Der Alien-Kontakt erweist sich als nützlich, da er in unserem Testspiel für ein verbessertes Multifunktionstool sorgt.
Mitunter lernen wir bei Aliens auch neue Wörter ihrer Sprache. Quelle: PC Games No Man's Sky: Mitunter lernen wir bei Aliens auch neue Wörter ihrer Sprache.

No Man's Sky weckt die Neugier in uns

In den ersten Stunden in No Man's Sky ist es vor allem diese Entdecker-Neugier, die uns immer weiter vorantreibt. Man hat das Gefühl, eine außerirdische Welt Stück für Stück zu entdecken. Nachdem wir etwa unser Analyse-Visier repariert haben, lassen sich Pflanzen, Gesteine sowie Kreaturen scannen und identifizieren. Die Ergebnisse laden wir in die verfügbare Online-Datenbank hoch und kassieren dafür Credits (in No Man's Sky "Units" genannt). Das gilt ebenso für entdeckte Points of Interest, Planeten und Systeme, was die Motivation erst mal weiter ankurbelt. Was uns jedoch einschränkt, sind die geringen Inventargrößen von Raumschiff und Raumanzug. Zum Glück finden wir an verschiedenen Alien-Stationen jedoch Inventar-Upgrades für den Anzug.

Nachdem wir unser Schiff instand gesetzt haben, steht es uns frei, ob wir dem losen Atlas-Story-Faden folgen und den Startplaneten verlassen, oder lieber noch eine Weile auf dem Startplaneten verbleiben, um die im Menü angezeigten Entdecker-Einträge zu komplettieren.

Erstes Tagesfazit

Der Einstieg in No Man's Sky mixt typische Sandbox- und Survival-Elemente zu einer Gameplay-Formel, die vor allem neugierige, gemächliche und geduldige Solo-Naturen befriedigen dürfte. Die Präsentation der Alien-Welten punktet in unserem Testspiel bislang mit viel Abwechslung, ist aber technisch nicht auf der Höhe der Zeit. Doch das verzeiht man dem Spiel recht schnell, da man in den ersten Stunden reichlich zu tun hat und es einfach viel zu entdecken gibt.

Wertung zu No Man's Sky (PS4)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu No Man's Sky (PC)

Wertung:

6.5 /10
Pro & Contra
Außerirdisch gutes SpielweltendesignEntdecker kommen auf ihre KostenUnkomplizierte Controller-SteuerungFantastischer Sound und stimmige MusikVöllige Freiheit, was man machen möchteZahlreiche Technologie-UpgradesNahtloser Übergang vom Weltraum zu PlanetenoberflächenAlien-Sprachen und die Atlas-Suche motivieren zum WeiterspielenAuf dem PC sind Shooter-Elemente mit Maus und Tastatur präziser
Grafisch nicht auf dem neuesten StandNur wenig Spielerführung vorhandenKaum vorhandene StoryZu kleines Start-Inventar, zusätzliche Slots lassen sich nur kaufen, nicht craftenGameplay ist auf Sammeln (Grinding) fokussiertKeinerlei KartenfunktionUnausgegorene Kämpfe und KIDie Faszination nutzt sich zu schnell ab (Zu vieles wiederholt sich)Abstürze und ServerproblemePC-Portierung mit technischen Schwächen und ProblemenSchwache Maus- und Tastatursteuerung im Weltraum (PC)
Fazit

"No Man's Sky richtet sich an den Entdecker in uns. Es gibt keine große Story, keine Kampagne und keine technisch aufwändigen Zwischensequenzen, dafür eine gigantische Survival-Sandbox."

Meinung

Bildergalerie

  1. Seite 1 No Man's Sky: Test-Tagebuch, Teil 5 mit PC-Wertung
  2. Seite 2 No Man's Sky: Test-Tagebuch, Teil 4 mit PS4-Wertung
  3. Seite 3 No Man's Sky: Test-Tagebuch, Teil 3
  4. Seite 4 No Man's Sky: Test-Tagebuch, Teil 2
  5. Seite 5 No Man's Sky: Test-Tagebuch, Teil 1
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk