No Man's Sky: Test-Tagebuch, Teil 4 mit PS4-Wertung
Test 53,09 €
No Man's Sky präsentiert sich aufgrund seiner prozeduralen Technik für jeden Spieler in unterschiedlicher Form. Wir starten unseren Test daher als Tagebuch.
Spielspaß, der auf dem Grundgerüst von Mathematik und Algorithmen aufbaut, das kann funktionieren. Etwa wenn wir an Klassiker wie Elite oder auch The Elder Scrolls: Arena und dessen Nachfolger Daggerfall denken. Doch genügt das auch den heutigen Ansprüchen, die wir als Spieler bei Vollpreisprodukten nun mal haben? Im Falle von No Man's Sky fällt das Ergebnis am Ende unseres ausführlichen Tests der PS4-Version zwiespältig aus.
In diesem Artikel
Quelle: PC Games
No Man's Sky im Test: Unsere Reise durch das riesige Universum ist noch längst nicht fertig, vielleicht gibt es noch Highlights zu entdecken.
No Man's Sky und das Wiederholungsproblem
Auch am letzten Tag unserer Review-Sessions verbuchen wir einerseits schöne Momente, wenn wir etwa die prozedural erstellten Planeten erkunden und dabei immer mal wieder neue Landschaftsstrukturen erleben. Andererseits ändert sich aber am grundsätzlichen Gameplay rein gar nichts und es bleibt auf Dauer einfach zu sehr repetitiv. Schlimmer noch, inzwischen macht es sogar deutlich weniger Spaß, nach neuen Technologie-Rezepten zu fahnden, weil wir in zwei von drei Fällen nur Pläne finden, die wir schon längst kennen. Vielleicht haben wir auch einfach nur Pech, trotzdem schrumpft dadurch die Entdeckerneugier leider erheblich. Auch die Tatsache, dass wir nach den immer gleichen Rohstoffen farmen müssen, lässt die Glaubwürdigeitsfassade des doch schier gigantisch großen Universums stückweise bröckeln. Warum sehen alle Platin-Pflänzchen auf jedem Planeten gleich aus? Gibt es Plutonium wirklich nur in Form der roten Kristalle in natürlicher Form? Solcherlei Fragen nehmen zu, je länger man spielt.
Quelle: PC Games
No Man's Sky im Test: Tja, das kommt davon, wenn Gebäude prozedural platziert werden!
Space-Combat mit Frustfaktor
Inzwischen haben wir uns auch vermehrt als kämpfender Pilot gegen anrückende Piraten versucht. So richtig befriedigend fallen die Dogfights allerdings nicht aus. In den meisten Fällen waren wir hoffnungslos in der Unterzahl, was zwar für Spannung sorgte, aber aufgrund etlicher Bedienmängel zu schnell in Frust mündete. So gibt es beispielsweise offensichtlich keine Möglichkeit, feindliche Schiffe im HUD aufzuschalten. Somit fehlt auch die Option, die eigene Geschwindigkeit an die eines anvisierten Gegners anzupassen. Das Ergebnis ist ein wildes Herumtrudeln, in dem man verzweifelt versucht, a) Feinden auszuweichen und b) sein Ziel ordentlich unter Beschuss nehmen zu können. Was wir ebenfalls vermissen, ist eine aussagekräftige Beschreibung von Waffen und Schiffskomponenten. Da es keinerlei Werte für Schadensmenge, Schild-, Rumpfstärke oder anderen gängigen Parametern gibt, tappen wir im Dunkeln und können nur schwer einschätzen, ob unser fliegender Untersatz vielleicht einfach nur schlecht ausgestattet ist. So haben wir leider viel zu schnell die Nase voll vom "Space-Combat", der doch eigentlich für spannende Highlights und Abwechslung im Rohstoff-Sammel-Einerlei sorgen könnte.
Nur die eigenen Geschichten zählen!
No Man's Sky ist, reduziert betrachtet, primär für Survival-Entdecker-Puristen geeignet, die es mögen, ihre eigenen Geschichten zu schreiben und aus dem dabei Erlebten den Spaß zu generieren. Als Beispiel dafür dienen die folgenden Anekdoten, die wir im Test erlebten.
Wütende Wächter auf Dutadurk-1 Retvikm
Quelle: PC Games
No Man's Sky im Test: Wütende Wächter? Das klingt nicht gut!
Jede Landung auf einem neuen Planeten stellt einen spannenden Moment in No Man's Sky dar, da man erst dann Informationen zu Fauna, Flora, Umwelteinflüssen und zum Wächter-Verhalten präsentiert bekommt. Auf dem Planeten Dutadurk-1 Retvikm sorgte schon die in Rot gefärbte Beschriftung "Wütend" in Bezug auf die Wächter-Bots für eine gehörige Portion Besorgnis. Als wir uns dann doch zu einem Erkundungsgang aufmachen, stürmen nach einigen hundert Metern wie aus dem Nichts plötzlich gleich mehrere Sentinel-Einheiten auf uns zu. Ein Kampf ist aussichtslos. Also machen wir schleunigst kehrt, sind froh darüber, ein Sprint-Update für unseren Exo-Anzug zu besitzen und erreichen mit knapper Not unser Raumschiff, starten durch und verlassen schleunigst diesen ungastlichen Ort.
Gefangen im Krater auf Fuhresi AN540
Beim Erkunden dieses gefrorenen Mondes entdecken wir mit unserem Scanner einen Alien-Monolith, der sich am Grund eines riesigen, fast kreisförmigen Kraters befindet. Natürlich wollen wir das Artefakt erforschen und schweben mithilfe unseres Jet-Packs runter. Alles schön und gut, wir sacken neues Wissen ein und machen uns auf den Rückweg. Erst jetzt bemerken wir, dass die Wände des Kraters fast senkrecht sind. Die Höhe zum Kraterrand übersteigt leider die Reichweite unseres Aufstiegs mit einer Jet-Pack-Ladung. "Au Backe", denken wir uns - sollte dies das Ende unserer Entdeckerkarriere sein? Allein, verlassen und auf ewig in diesem Krater schmoren? Doch nach einigen Versuchen schaffen wir es, schon fast winzig kleine Felsvorsprünge Stück für Stück zu erreichen. Dadurch gelangen wir dann zum Glück wohlbehalten wieder in unserem Schiff.
Mistwetter auf Usstilpnomossak
Quelle: PC Games
No Man's Sky im Test: Wetterkapriolen vom Feinsten - hier toben ein Hitze- und Froststurm gleichzeitig, was ziemlich ungesund ist.
Bei unserem Besuch dieses Planeten mit seinem wohlklingenden Namen stellen wir fest, das uns mal wieder der Vorrat an Plutonium ausgegangen ist. Den Rohstoff braucht man aber zwingend, um damit die Startschubdüsen regelmäßig aufzuladen, um wieder von einem Planeten abheben zu können. Normalerweise ist das kein Problem, denn Plutonium findet man immer zu Genüge - entweder in Form von roten Kristallstrukturen oder in roten Behältern. Die Sache hatte auf Usstilpnomossak nur einen "kleinen" Haken. Die dortigen Wetterbedingungen sind als extrem einzustufen, da es unentwegt zu Stürmen kommt, in denen man sich nicht auf offener Fläche herumtreiben sollte. Dummerweise erlebten wir hier Hitze- und Froststürme gleichzeitig! Keine Ahnung, wie sich das physikalisch erklären lässt, aber es sorgte dafür, dass wir für knapp zwei Stunden im Cockpit unseres Schiffs festsaßen. Es gab zwar immer wieder kurze Sturmpausen, doch reichten die nicht, um in dieser Zeit an ein Plutoniumvorkommen zu gelangen. Doch irgendwann war auch das gemeistert und mit aufgeladenen Startschubdüsen konnte unsere Reise weitergehen.
Wir hoffen, diese Beispiele zeigen, dass man durchaus unterhaltsame und spannenden Momente in No Man's Sky erlebt. Welche Stärken und Schwächen wir sonst noch im Laufe des Tests der PS4-Version festgestellt haben, erfahrt ihr auf den übrigen Test-Tagebuchseiten. Die PC-Version schauen wir uns gesondert an, ein entsprechendes Test-Update stellen wir euch so bald wie möglich zur Verfügung.
