No Man's Sky: Test-Tagebuch, Teil 2
Test 53,09 €
No Man's Sky präsentiert sich aufgrund seiner prozeduralen Technik für jeden Spieler in unterschiedlicher Form. Wir starten unseren Test daher als Tagebuch.
Nach dem erfreulich abwechslungsreich ausgefallenen Spieleinstieg am ersten Tag in No Man's Sky zeigen sich in Teil 2 des Test-Tagebuchs allerdings schon etliche Gameplay-Schwächen und wir stellen eine rapide abnehmende Faszination beim Spielen fest.
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Quelle: PC Games
No Man's Sky im Test: Und wieder ein hübsches Exemplar für die Fauna-Foto-Datenbank.
No Man's Sky, Tag 2: Das kenn' ich doch schon, aber halt in Purpur!
Den Startplaneten haben wir inzwischen weit hinter uns gelassen und folgen der rudimentären Geschichte - der Suche nach dem gottgleichen Atlas-Wesen. Auf dem Weg dorthin haben wir etliche neue Planeten entdeckt und erkundet. Doch so sehr uns No Man's Sky in den ersten Stunden fasziniert hat, fühlen wir uns inzwischen im von endlosen Gameplay-Wiederholungen bestimmten Universum eher von der Routine gefangen. Auch wenn wir erst einen Bruchteil des gigantischen Universums zu Gesicht bekommen haben, bemerkt man als aufmerksamer Entdecker doch recht schnell, dass die Zahl der unterschiedlichen Objekte im Spiel eher klein ausfällt. Vor allem Gebäude und Stationen gleichen sich oft wie ein Ei dem anderen - nicht nur äußerlich, sondern auch in puncto Einrichtung und Aufbau. Bei längeren Spielsessions führt das zur Ermüdung; man kennt einfach schon bald alles auswendig. Hier unterscheidet sich No Man's Sky kaum von Genre-Kollegen wie Elite: Dangerous oder der X-Reihe. Auch bestimmte Pflanzen-, Fels- und Baumformen unterscheiden sich auf Dauer eher nur durch Farbe und Texturoberflächen. Die meiste Abwechslung bieten bislang die grundsätzlichen Geländeformen und Strukturen, sowie die Fauna, bei der wir immer wieder höchst bizarre Geschöpfe entdecken.
Und täglich grüßt das Prozedural-Murmeltier
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Je länger wir No Man's Sky spielen, desto deutlicher machen sich die repetitiven Gameplay-Mechaniken bemerkbar. Wir fliegen zu einem Planeten, sammeln dort Rohstoffe, finden neue Crafting-Upgrades, treiben Handel, scannen Fauna und Flora, lernen Alien-Sprachen, lösen Zahlencode-Rätsel. Was sich nach Abwechslung anhört und anfangs auch durchaus die Neugier befriedigt, mündet aber auf Dauer in ewig gleich ablaufende Aktionen, die für ein insgesamt ruhiges und gemächliches Spielerlebnis sorgen. Erneut fühlen wir uns diesbezüglich sehr an die zuvor genannten Spiele wie X oder Elite: Dangerous erinnert. Wer sich auf No Man's Sky einlassen will, sollte das definitiv mit einkalkulieren.
Quelle: PC Games
No Man's Sky im Test: Manchmal bestaunt man einfach nur die Panoramen.
Was No Man's Sky unserer Meinung nach bisher fehlt, sind herausragende Highlights und Überraschungen, die sich als denkwürdige Momente einprägen. Vielleicht sind diese ja im schier gigantischen Universum vorhanden und wir haben sie einfach noch nicht entdeckt.
Unausgegorene Kämpfe und KI
Zwar haben wir uns beim Test für den eher friedlichen Weg des Entdeckers entschieden, dennoch lassen sich dabei hin und wieder Kämpfe nicht vermeiden, was die Sache ja auch auflockert. Zumindest in der Theorie, denn die bisher erlebten Kämpfe wirkten nicht gerade befriedigend. Das beginnt mit der unserer Meinung nach unglaubwürdigen KI der Wächter-Bots auf den Planeten. Die "Planetenpolizei" soll den Spieler ja quasi maßregeln, wenn er Raubbau betreibt, doch eine richtige Bedrohung stellt das Ganze nicht dar. Etliche Male haben wir uns bei einem Angriff der Wächter einfach schleunigst aus dem Staub gemacht. Schon nach wenigen hundert Metern geben die Wächter auf und scheinen alles vergessen zu haben, was wir angestellt haben.
Quelle: PC Games
No Man's Sky im Test: Nach unserem Ableben sammeln wir unsere verlorenen Inventarinhalte am "Grab" ein.
Kämpfe im All erlebten wir bislang nur anhand einiger Piraten, die uns beim Raumflug abfingen. Ob es nun an mangelnden Flugkünsten oder an unzureichender Schiffsbewaffnung lag, lässt sich im Nachhinein nicht feststellen. Tatsache war jedoch, dass uns die äußerst wendigen und rasend schnell fliegenden Gegner im Handumdrehen zerlegten. Immerhin sind die Respawn-Punkte fair gesetzt. Dabei verliert ihr allerdings eure gesammelten Rohstoffe. Zum Glück generiert das Spiel aber bei eurem Ableben automatisch einen als "Grab" betitelten Navigationspunkt. Sobald ihr diesen erreicht, sammelt ihr eure verlorene Beute wieder ein - vorausgesetzt ihr habt entsprechend freie Slots im aktuellen Inventar.
Ärgerliche Design-Schwächen
Einige Dinge im Spiel stoßen uns inzwischen sauer auf, was wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen.
- Inventar: Wer sich voll und ganz dem Crafting und dem damit verbundenen Dauersammeln von Rohstoffen verschreibt, hat einfach die ersten Stunden viel zu wenig Platz im Inventar. Erst, wenn man hunderttausende Units in zusätzliche Raumanzug- und Schiff-Slots investiert hat, wird es besser. Was No Man's Sky hier fehlt, ist schlicht und ergreifend eine Lagermöglichkeit. Und außerdem sei die Frage erlaubt, wieso man Inventar-Slots nur kaufen und nicht selber herstellen kann?
- Schiffskomponenten: Als Entdecker stoßen wir immer wieder auf Schiffswracks, die wir übernehmen können. Dummerweise müssen wir dabei aber immer wieder mit der Grundreparatur anfangen. Nur Rohstoffe und Warenobjekte lassen sich zwischen den Schiffen tauschen. Das gilt jedoch nicht für Schiffskomponenten. Sprich, die gehen uns beim Schiffstausch schlicht und ergreifend verloren - ärgerlich. Als unzureichend und mager empfinden wir die Auswahl an Waffen für unser Raumschiff. Während des gesamten Tests sind uns nur zwei Waffentypen untergekommen. Die lassen sich zwar modular erweitern, aber anscheinend existieren keinerlei Raketen, Torpedos etc. Schade, das gehört doch eigentlich zur Grundausstattung eines Spiels mit Space-Combat-Elementen.
- Die Karte bitte: Äußerst unkomfortabel beziehungsweise fast unmöglich fällt die Orientierung auf Planeten aus. Die Radarfunktion ist zwar schön und gut, bringt aber auf Dauer nix, da sie nur den jeweiligen Objektnamen wie etwa Unterschlupf, Monolith o. ä. anzeigt, und das auch nur in einem bestimmten Radius. Bei der Vielzahl an Points of Interests, die sich entdecken lassen, muss man sich leider alle Details dazu merken oder umständlich von Hand aufschreiben. Etwa wo sich der Händler befindet, den wir vor zwei Stunden aufgespürt haben oder wo ein Wrack liegt, oder ein noch zu lösendes Rätsel oder eine Station mit noch verschlossenen Türen - all das schreit förmlich nach einer Karten- und Datenbankfunktion.
- Popups und Abstürze, muss das sein? Über die krisseligen Landschafts-Popups stolperten wir ja schon im ersten Teil des Test-Tagebuchs. Doch gilt das auch für Gebäude und Stationen, was die Orientierung nicht gerade erleichtert. Selbst bei klarer Wetterlage mit herrlicher Weitsicht poppen sogar große Stationen erst dann auf, wenn wir quasi schon zur Landung ansetzen. Beim längeren Spielen der PS4-Version mussten wir leider mehrmals unerklärliche Komplettabstürze des Spiels hinnehmen. Zum Glück sind die Speicherpunkte fair gesetzt, sodass dabei nicht zu viel Spielzeit verloren ging. Trotzdem wünschen wir uns hier noch Nachbesserung.
Quelle: PC Games
No Man's Sky im Test: Ein neuer Planet, eine neue Entdeckungsreise - inhaltich wiederholt sich das Gameplay leider zu schnell.
Zweites Tagesfazit
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Die Faszination No Man's Sky bekommt viel zu schnell Risse! Jedenfalls, wenn man sich lange und am Stück in dem prozedural generierten Universum bewegt. Die einzelnen Gameplay-Mechaniken funktionieren zwar in sich gut, aber sie wiederholen sich endlos und das zu offensichtlich. Schon jetzt, nach zwei Tagen fühlen wir uns eher nur noch als stumpfsinniger Rohstoff-Grinder. Was fehlt, sind spielerische Highlights und Momente, die uns wieder nach vorne pushen. Was uns derzeit aber noch bei der Stange hält, sind der Umgang mit den Alien-Sprachen und die Suche nach dem Hintergrundwissen des Universums. Auch wenn das im Prinzip ebenfalls nur ein repetitives Abklappern von Rätselorten, Außerirdischen, Monolithen und Wissenssteinen darstellt, ist es dennoch motivierend, hier Stück für Stück Erfolge zu verzeichnen.
