Wen erwischt es beim Duell der Scharfschützen zuerst?
Auf Sonys PlayStation hat Hideo Kojima 1999 eine bis dato unbekannte Symbiose aus Videospiel und Kinofilm abgeliefert. Auch heute noch zählt Metal Gear Solid zu den besten Spielen aller Zeiten. Die Hintergrundgeschichte war eine der komplexesten und spannendsten, die bisher in einem Spiel verwendet wurden. Umso interessanter und erfreulicher ist die Tatsache, dass Nintendo-Spieler mit einem Remake dieses Teils für den GameCube beliefert werden.
Im Notfall Solid Snake holen
Auf Shadow Moses Island im Fox-Archipel in Alaska befindet sich eine atomare Waffenvernichtungsanlage, die von der Next-Generation-Spezialeinheit FOXHOUND besetzt wird. Die Terroristen, allen voran Liquid Snake, fordern die Herausgabe der sterblichen Überreste von Big Boss, einem dahingeschiedenen Supersoldaten. Sollte dies nicht binnen 24 Stunden geschehen, werden sie eine Atomwaffe zünden. Da Solid Snake mit solch brisanten Situationen in der Vergangenheit bereits Erfahrung gesammelt hat, soll er auch hier zeigen, warum er eine lebende Legende ist. Er muss - vollkommen auf sich alleine gestellt - die Insel infiltrieren, herausfinden, ob die Terroristen wirklich in der Lage sind, einen Atomschlag auszuführen, und sie gegebenenfalls bei ihrem Vorhaben stoppen. In The Twin Snakes hat sich hinsichtlich der Story nichts geändert. Vorschnelle Schwarzseher werden damit ihre Meinung bestätigt finden, dass Remakes in der Regel nichts Neues zu bieten haben. Es stimmt tatsäch-lich, dass der GameCube bereits Schauplatz einiger Wiederbelebungen, zum Beispiel von Resident Evil oder Ikaruga, war. Wie man aber gerade am Beispiel von Resident Evil sehen kann, hat das Revival durchaus seine Daseinsberechtigung. Bei Metal Gear Solid: The Twin Snakes verhält es sich da ganz genauso. Silicon Knights hat das Original einem ausführlichen Face-Lifting unterzogen und es grafisch ordentlich aufgebohrt. Nicht nur die Modellierung der Figuren wurde angepasst, sondern auch die Animationen. Die Soldaten bewegen sich sehr realistisch, egal ob sie aufmerksam umherstreifen oder Solid schnellen Schrittes verfolgen. Mithilfe des Fernglases lassen sich auch die vielen Details wie sich in Blickrichtung bewegende Augäpfel oder emotionale Ausdrücke beobachten.
Kommt Zeit, kommt KI
Ebenfalls angeglichen wurde die künstliche Intelligenz. Da die perfekt gedrillten Terroristen über ein sehr gutes Gehör verfügen, machen sie natürlich jede ungewöhnliche Geräuschquelle sofort aus und suchen so lange nach der Ursache, bis sie fündig geworden sind. Führt die Suche zu keinem Ergebnis, gehen sie wieder auf Patrouille. Je nach Bodenbeschaffenheit muss der Spieler seine Laufgeschwindigkeit anpassen, da der Soldat sonst die Schritte hört. Es ist also nicht mehr so leicht, einfach draufloszujoggen, wie es im Original der Fall war. Der Terrorist muss sich dabei nicht zwingend auf derselben Ebene aufhalten, um das Geräusch wahrzunehmen. Diese Tatsache lässt sich auch zum eigenen Vorteil ausnutzen, indem man den Soldaten mit dem bewussten Verursachen eines Lautes eine Etage nach oben lockt. Durch die
neu hinzugekommene Fähigkeit, sich an Vorsprünge zu hängen und an ihnen entlangzuhangeln, kann man sehr leicht das Stockwerk wechseln. Neu integriert und besonders hilfreich ist ferner das Ziehen und Abfeuern einer Waffe in der Ego-Ansicht. Diese konnte man im Original nur zum Umsehen benutzen. Jetzt zieht man einfach die Waffe und erledigt einen Gegner, von wo aus man möchte.
