Irgendwann kriegt man es mit beiden Bowsers zu tun.
Der Weltraum. Unendliche Weiten. Millionen und Abermillionen von Sternen und fremde Welten schweben schwerelos in der kalten Finsternis. Eine davon ist die Heimat einer seltsamen Rasse: der Shroobs. Diese Außerirdischen sind auf der Suche nach einer neuen Heimat und werden bei ihrer täglichen Observation des Weltalls auf ein hübsches, idyllisches Fleckchen Land aufmerksam.
Dort ist alles in bester Ordnung. Die Landschaft ist schön, komische Pilzköpfe leben in Harmonie miteinander - die perfekte neue Heimat. Kurz darauf macht sich eine Armada an lilafarbenen Untertassen auf, diese Welt anzugreifen. Das ist der Auftakt zu einer Geschichte, die bis jetzt alles andere in Sachen Absurdität auf dem Nintendo DS übertrifft.
Es kommt schließlich nicht oft vor, dass in einem Mario-Abenteuer das Pilzkönigreich von Außerirdischen angegriffen wird, dass die Prinzessin zunächst nicht entführt wird oder dass alle Hauptcharaktere in doppelter Ausführung vorkommen. Ihr seht also, die Entwicklerschmiede Alphadream hat wieder einmal sehr viel Einfallsreichtum und Kreativität bewiesen.
Herausgekommen ist ein witziges Rollenspiel, das unglaublich viel Spaß macht und trotzdem nicht aus dem Schatten des Game-Boy-Vorgängers Mario & Luigi: Superstar Saga heraustreten kann. Partners in Time lässt leider etwas die Eigenständigkeit vermissen, die man von einer Fortsetzung erwartet.
Der gänzliche Verzicht darauf, das Mikrofon oder die charakteristischen Funktionen des Touchscreens ins Spiel einzubinden, ist ebenfalls sehr schade. Einzig der zweite Bildschirm wird sehr originell und sinnvoll während des Abenteuers verwendet. Ein schlechtes Spiel ist Mario & Luigi: Partners in Time deshalb aber auf keinen Fall ganz im Gegenteil.
Aus zwei mach vier
Eine der vielen Säulen, auf denen der Game-Boy-Vorgänger seinen Erfolg aufbaute, war das gut funktionierende Brüdergespann Mario und Luigi. In Partners in Time spielen die beiden Schnauzbart-Träger auch wieder eine Hauptrolle, bekommen allerdings überaus junge Verstärkung: nämlich sich selbst. Ermöglicht wird dies durch die in zwei unterschiedlichen Zeitzonen eingebettete Story.
Im Pilzkönigreich der Gegenwart, wo Mario und Luigi bereits als Helden und Retter der Prinzessin bekannt sind, nutzt die blonde Thronfolgerin Professor I. Gidds neueste Erfindung, eine Zeitmaschine, zu einer Spritztour. Die Prinzessin hat bekanntermaßen ein Entführungs-Abo auf Lebenszeit und geht natürlich prompt in der Vergangenheit verloren.
Dort wird das Pilzkönigreich von den eingangs beschriebenen Shroobs angegriffen. Hier ist Mario noch weit davon entfernt "It'se meee, Mario!" verständlich über die Lippen zu bringen und Prinz Bowser mimt den ganzen Tag den Sandkasten-Rowdy. Für die erwachsenen Mario und Luigi ist es natürlich Ehrensache, ihre Schutzbefohlene zu retten und so stürzen sie sich mutig in ein Zeitloch, das die beiden in die Vergangenheit verfrachtet. Dort werden sie postwendend mit der gerade stattfindenden Invasion konfrontiert.
