Little Nightmares 2 in der Vorschau: Größer, grotesker, gruseliger?

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Little Nightmares 2 in der Vorschau: Größer, grotesker, gruseliger?
Quelle: Tarsier Studios

Das vielversprechende Little Nightmares 2, ein Gruselabenteuer rund um das niedliche Duo Mono und Six, ist einer der ersten größeren Releases des Jahres 2021. Wir durften kurz vor dem Release im Februar noch einmal einen intensiven Blick auf das groteske Horrorspiel werfen und verraten euch, was euch in Little Nightmares 2 erwartet und wieviel Potenzial in der schaurigen Fortsetzung steckt.

Mit Little Nightmares gelang dem schwedischen Entwickler Tarsier Studios 2017 ein interessantes und kurzweiliges Horrorabenteuer, welches sich auf das junge Mädchen Six und ihre Flucht aus dem klaustrophobischen Schlund, einer schwimmenden Unterwasserfestung, und vor dessen vielen angsteinflößenden Monstern fokussierte. Der Erstling konnte zwar mit einer dichten Atmosphäre und viel Kreativität bezüglich des Designs der Spielwelt und Charaktere überzeugen, litt aber an oftmals zu eintönigen Stealth-Einlagen und einer hakeligen und ungenauen Steuerung (lest hier unseren Test zu Little Nightmares). Auch die etwas zu uninspirierten Levels ließen Little Nightmares qualitativ hinter die offensichtlichen Vorbilder Inside und Limbo aus dem Hause Playdead zurückfallen.

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Kurz vor dem Release des zweiten Teils im Februar hatten wir die Chance, einen letzten intensiven Blick auf das Werk zu werfen und einige interessante Details zur Entwicklung und Spielwelt vom Team selbst zu erfahren. Anspielen durften wir die ersten zwei Kapitel "Wildnis" und "Schule". Was unsere Eindrücke sind und wieviel Potenzial im Gruseltrip steckt, erfahrt ihr in dieser Vorschau.

Zu zweit und doch allein

<strong>Eingesperrt &amp; eingeschränkt?</strong> Im Erstling aus dem Jahr 2017 befinden wir uns in der Rolle von Six die gesamte Spielzeit im sogenanntem Schlund. Diesmal, im heißersehnten Sequel, geht es endlich raus! Quelle: Bandai Namco Eingesperrt & eingeschränkt? Im Erstling aus dem Jahr 2017 befinden wir uns in der Rolle von Six die gesamte Spielzeit im sogenanntem Schlund. Diesmal, im heißersehnten Sequel, geht es endlich raus! Im ersten Teil konzentrierte sich das Team auf eine schaurige Fluchtgeschichte, die der Spielerschaft durch enge Räumlichkeiten und eingeschränkte Umgebungen ein stetiges Gefühl der Hilflosigkeit vermittelte. Im zweiten Teil hingegen entführt uns Tarsier Studios in abwechslungsreichere Areale außerhalb des Schlunds und wandelt so die unheimliche Spielwelt in einen bedeutend größeren und ambitionierteren Albtraum. Statt die Geschichte des Sequels wieder aus der Sicht der bereits etablierten Heldin Six zu erzählen, schlüpfen wir diesmal in die Rolle des noch unbekannten Jungen Mono. Was es mit Mono auf sich hat und welche Persönlichkeit sich hinter der Maske versteckt, die der geheimnisvolle Protagonist stets trägt, bleibt zumindest zu Beginn des Abenteuers ein gut gehütetes Geheimnis. Laut den Entwicklern sollen sich Monos Werdegang und Charakter schrittweise im Verlauf der Handlung entfalten, ähnlich wie es bei Six im Erstling der Fall war.

<strong>Gemeinsam durch die Hölle: </strong>Die bereits etablierte Heldin Six ist zwar wieder von der Partie, diesmal gibt es aber mit dem mysteriösen Mono einen neuen Hauptcharakter. Was es mit dem Jungen, der sich stets hinter einer Maske versteckt, wohl auf sich hat?! Quelle: Bandai Namco Gemeinsam durch die Hölle: Die bereits etablierte Heldin Six ist zwar wieder von der Partie, diesmal gibt es aber mit dem mysteriösen Mono einen neuen Hauptcharakter. Was es mit dem Jungen, der sich stets hinter einer Maske versteckt, wohl auf sich hat?! Eine der wichtigsten Änderungen ist, dass wir diesmal nicht vollkommen auf uns allein gestellt sind. Six ist nämlich auch weiterhin eine wichtige Schlüsselfigur der Handlung und unsere treue Begleiterin. Wer sich nun Hoffnungen auf ein spannendes Koop-Abenteuer macht (unser Special zu den besten Koop-Spielen), der wird enttäuscht: Little Nightmares 2 (jetzt kaufen / 26,99 € ) ist eine reine Singleplayer-Erfahrung, bietet aber durch die K.I.-Partnerin eine sinnvolle und spannende Erweiterung, wodurch sich der Spukausflug angenehm vom Erstling absetzt. Ein ebenso erfreulicher Fortschritt ist die bereits erwähnte Spielwelt, die sich um einiges stimmungsvoller und spannender anfühlt.

Endlich raus aus dem Schlund

Gleich zu Beginn des Abenteuers, im ersten Kapitel Wildnis, entführt Tarsier Studios uns entführt in einen hübsch gestalteten Wald, dem es trotz toller Lichteffekte sowie einer fast schon märchenhaften Gestaltung nicht am gewünschten Horror fehlt. Das liegt zum einen an den vielen tödlichen Fallen, die sich im Laub verbergen, zum anderen am angsteinflößenden und mordgierigen Jäger. Dieser erste Antagonist, bewaffnet mit einer rostigen Schrotflinte und einer Laterne, hat es nämlich auf uns abgesehen und sammelt neue und seltene Trophäen für die ächzenden Wände seiner Holzhütte - ein kleinwüchsiger Knabe mit Tüte auf dem Kopf würde da perfekt reinpassen, oder nicht?
<strong>Bis zur letzten Patrone:</strong> Der unheimliche Jäger ist der erste primäre Antagonist in Little Nightmares 2. Können Mono und Six seiner tödlichen Präzision und seiner unstillbaren Mordgier entkommen? Quelle: Bandai Namco Bis zur letzten Patrone: Der unheimliche Jäger ist der erste primäre Antagonist in Little Nightmares 2. Können Mono und Six seiner tödlichen Präzision und seiner unstillbaren Mordgier entkommen? Im Verlauf des Kapitels gelingt es Mono, die traumatisierte Six aus einem Keller zu befreien und gemeinsam entfliehen sie der tödlichen Präzision des Jägers. Gut gefällt uns, dass sich Little Nightmares 2 trotz des starken Fokus auf Grusel und Action auch Zeit für ruhige Momente nimmt. Nach Abschluss des ersten Kapitels finden sich unsere beiden Protagonisten zum Beispiel auf einem Floß wieder, während sich uns ein eindrucksvolles Panorama der skurrilen Spielwelt bietet. Dadurch haben die Action-Einlagen nicht nur eine stärkere Schlagkraft, diese Momente geben dem Abenteuer auch mehr Dynamik und uns wichtige Zeit zum Durchatmen.

Alltagshorror: Schule

Im zweiten Kapitel "Schule" verschlägt es Mono und Six nach einem kurzen und unspektakulären Lauf durch eine Stadt in eine - Überraschung! - große und gespenstische Schule. Hat das erste Level im Bereich des Grusels vergleichsweise dezent gearbeitet, so finden sich im zweiten Abschnitt eine Vielzahl an Schreckmomenten und kreativen Designideen, die eine schaurig-schöne Atmosphäre erschaffen. Unser sympathisches Duo ist nämlich nicht allein! Neben unzähligen aggressiven Porzellankindern, welche die Flure unsicher machen, findet sich im Schulhaus auch der zweite primäre Bösewicht: die diabolische Lehrerin.
<strong>Alles im Blick:</strong>&nbsp;Ganz ehrlich, die furchteinflößende Lehrerin hat uns ordentlich zugesetzt. Egal wo sich Mono und Six verstecken, die monströse Dame ist dank ihres dehnbaren Halses stets präsent. Quelle: Bandai Namco Entertainment Alles im Blick: Ganz ehrlich, die furchteinflößende Lehrerin hat uns ordentlich zugesetzt. Egal wo sich Mono und Six verstecken, die monströse Dame ist dank ihres dehnbaren Halses stets präsent. Die verfügt nicht nur ein äußerst strenges Verhalten, sondern auch über einen extrem dehnbaren Hals, der es ihr ermöglicht, selbst die gefühlt sichersten Ecken des Schulgebäudes im Auge zu behalten und uns zu tyrannisieren. Doch auch in der Schule folgt nicht bloß Horror auf Horror. Offensichtlich war es Tarsier Studios wichtig, die vielen Monster und Geschichten, die sich in der Spielwelt verstecken, mit einer breiteren Farbpalette an Emotionen zu bepinseln. Wer das Handeln der Lehrerin nämlich genauestens beobachtet, der erkennt ein trauriges Schicksal: Hinter dem dämonischen Verhalten und dem Beruf als Bildungsbeauftragte verstecken sich nämlich ein gescheiterter Traum und eine innige und bedeutungsvolle Liebe zur Musik. Fast schon süß ... Fast.

Little Nightmares 2 präsentiert sich, ebenso wie der erste Teil, komplett frei von Dialogen, leidet jedoch trotzdem nicht an zu wenig Hintergrundinformationen zu den Charakteren und Umgebungen. In beinahe jedem Raum finden sich spannende Details, welche die Entdeckerlust und den Drang nach mehr Background gekonnt entfachen. Was hat es mit den vielen Monstern auf sich? Selbst das Verhalten der eher irrelevanten Charaktere wie der Porzellankinder verrät viel über die Vergangenheit und Gegenwart der Welt und ihrer Bewohner. Tarsier Studios gelingt es gut, die Spielwelt von Little Nightmares zum Leben zu erwecken, die Atmosphäre zu verdichten und den Spielfluss durch abwechslungsreiche Areale und Aufgaben aufzuwerten.

An den richtigen Stellen geschraubt

<strong>Mono strikes back!&nbsp;</strong>Endlich ist es möglich, sich gegen die vielen Gefahren und Monster zu wehren! Das neu eingeführte Kampfsystem ist zwar minimalistisch, wertet die Spielerfahrung aber ordentlich auf. Quelle: Bandai Namco Entertainment Mono strikes back! Endlich ist es möglich, sich gegen die vielen Gefahren und Monster zu wehren! Das neu eingeführte Kampfsystem ist zwar minimalistisch, wertet die Spielerfahrung aber ordentlich auf. Ein weiterer wichtiger Pluspunkt sind die sinnvollen Neuerungen im Bereich des Gameplays. Six ist stets an unserer Seite und hilft durch ihre zusätzliche Körperkraft, Gegenstände zu bewegen und Rätsel zu lösen, die auf zwei Personen ausgelegt sind. Doch das ist nicht alles! Auch ein seichtes Kampfsystem findet Einzug in Little Nightmares 2. Fortan ist es möglich, sich in vorgegebenen Momenten aus der Hilflosigkeit zu befreien und sich mit herumliegenden Objekten gegen die vielen Gefahren und Gegner zu wehren. Die Schlag- und auch die restlichen Animationen sind hübsch und nachvollziehbar dargestellt und erzeugen ein befriedigendes Spielgefühl. Mono und Six sind Gefangene eines Universums, das nicht an ihre Körpergröße angepasst ist. So ist es oftmals ein kraftintensives und mühsames Unterfangen, mit Waffen oder Werkzeugen zu interagieren, und das sieht man an ihren Bewegungen.

Ebenso wie bei den großen Vorbildern Inside und Limbo gestaltet sich ein Großteil der Spielerfahrung aus Gameplay-Sicht minimalistisch, der Fokus liegt klar auf der intensiven Atmosphäre. Scheitern wird man trotzdem häufig, einige Momente erlauben nämlich nur eine kurze Reaktionszeit: Wer schläft, stirbt. Das hat natürlich einen Gewissen Trial&Error-Geschmack, gestört hat uns das beim Anspielen aber kaum. Mehr Ärger verspürten wir bei den Rätseln, dort hätten wir uns nämlich mehr Abwechslung und Kreativität gewünscht. Kaum eine Knobelei hat uns länger als ein paar Sekunden gefordert. Die einzige Aufgabe, die uns über die Dauer eines Wimpernschlages hinaus in Anspruch nahm, war ein Schachrätsel, welches es zu lösen galt. Doch auch dort war die Antwort sehr schnell klar.

<strong>Vier helfende Hände: </strong>Little Nightmares 2 ist zwar ein reines Singleplayer-Abenteuer, mit der zweiten Protagonistin Six ergeben sich aber viele spannende Gameplay-Möglichkeiten. Quelle: Tarsier Studios Vier helfende Hände: Little Nightmares 2 ist zwar ein reines Singleplayer-Abenteuer, mit der zweiten Protagonistin Six ergeben sich aber viele spannende Gameplay-Möglichkeiten. Als störend empfinden wir vor allem, dass die Lösung mehr oder minder direkt neben dem Problem lag. Wenn es so einfach ist, eine Lösung bereits vor dem eigentlichen Puzzle zu finden, dann ist das schlicht ein Fehler im Leveldesign. Diverse Hilfen ins Spiel einbauen ist vollkommen okay und meistens sogar erwünscht. Wenn sie aber das Potenzial besitzen, den Spielspaß zu versauen, dann stößt das sauer auf. Doch ein Kritikpunkt, der das Spiel qualitativ völlig in den Abgrund zieht, ist auch dieser Umstand nicht. Trotz der etwas zu simplen Rätsel in unserer Spieldemo können wir nämlich positiv hervorheben, dass sich eine klare Lernkurve erkennen lässt und der Anspruch steigt. Somit haben wir Hoffnung auf etwas komplexere Abschnitte im weiteren Spielverlauf.

Abschließend noch zur Steuerung: Ob am PC via Tastatur oder mit dem Controller, Steuern lässt sich Mono flüssig und während unserer gesamten Anspiel-Session gab es keine Probleme mit hakeligen oder ungenauen Aktionen. Auch aus technischer Sicht sehen wir keinen Grund zur Sorge, Little Nightmares 2 präsentierte sich in einem guten Zustand und frei von Kinderkrankheiten und Bugs. Ob das zum Release ebenfalls der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Anspielen durften wir bisher nur die PC-Fassung.

Fazit: Klein, aber oho!

<strong>Ein schauriger Anblick: </strong>Little Nightmares 2 lebt klar von der dichten Atmosphäre, dem hübschen Stil und den vielen Details, die sich in der Spielwelt verstecken. In beinahe jeder Ecke finden sich Hintergrundinfos zu den Charakteren und Umgebungen - toll!&nbsp; Quelle: Bandai Namco Ein schauriger Anblick: Little Nightmares 2 lebt klar von der dichten Atmosphäre, dem hübschen Stil und den vielen Details, die sich in der Spielwelt verstecken. In beinahe jeder Ecke finden sich Hintergrundinfos zu den Charakteren und Umgebungen - toll!  Tarsier Studios haben sich die Kritik an Little Nightmares offensichtlich zu Herzen genommen, denn was wir bisher vom neuen Horror-Abenteuer zu spielen bekamen, überzeugt mit jeder Menge Kreativität bezüglich des Monster- und Weltdesigns, cleveren Neuerungen im Bereich des Gameplays und einer intensiven Atmosphäre. Das erste Kapitel konnte uns bereits im August bei unserer ersten Anspielgelegenheit überzeugen, das zweite legt qualitativ noch mal eine ordentliche Schippe drauf! Wir sind gespannt, wie die Reise von Mono und Six weitergeht und ob es dem charmanten Duo gelingen wird, dem höllischen Schlund und seinem Umland endgültig zu entfliehen. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es eine klare Empfehlung, den grotesken Gruseltrip im Auge zu behalten.

Little Nightmares 2 erscheint am 11. Februar 2021 für PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch. Ob es auch eine Next-Gen-Version geben wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht bekannt.

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