Knockout Home Fitness im Test: Dann doch lieber fett und faul
Test
Knockout Home Fitness will euch mit Rhythmuskampfsport ordentlich ins Schwitzen bringen. Das gelingt dem Trainingsprogramm zwar ziemlich gut - aber das war's dann auch schon.
Ihr wollt unbedingt mit Hilfe eurer Switch ein paar Kalorien verbrennen, könnt aber partout keine Version von Ring Fit Adventure auftreiben und habt es beim Sport gerne etwas kämpferisch? Dann könnte Knockout Home Fitness Abhilfe schaffen.
In diesem Mix aus Rhythmusspiel und Trainingsprogramm sollt ihr verschiedene Kampfsporttechniken zum Takt der Musik ausführen und dabei mit einer motivierenden Statistik und freischaltbaren Boni bei der Stange gehalten werden. Wie schlägt es sich also?
In einem kurzen Tutorial begrüßt euch eure (deutsch vertonte) Trainerin Satsuki und erklärt euch das simple Spielprinzip: Zum Takt der Musik erscheinen rote und blaue Kreise auf dem Bildschirm, die ihr mit der entsprechenden Technik treffen sollt. Die Aktionen reichen von einfachen Schlägen (Jabs) über Tritte bis hin zu Ausweichmanövern und Abwehrhaltungen.
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Erst lesen, dann zuschlagen
Quelle: PC Games
Dem Rhythmusspielkern hätte ein intuitiveres Design gutgetan. Die Moves auf die Schnelle zu unterscheiden, fällt wegen des immer gleichen Kreisdesigns schwer.
Welche Aktion ihr ausführen sollt, teilt euch das Spiel aber nicht anhand eines intuitiven Symbols mit, sondern nur per Text auf den Kreisen - und den rechtzeitig zu lesen, kann angesichts der hohen und nicht separat einstellbaren Spielgeschwindigkeit vor allem anfangs schwerfallen.
Zudem könnte es eine Weile dauern, bis ihr die Aktionen zuverlässig mit der richtigen Hand ausführt: Die Symbole erscheinen für beide Hände auf der linken Bildschirmhälfte und unterscheiden sich nur anhand roter und blauer Halbkreise. Das ähnlich veranlagte Fitness Boxing löst dies etwas intuitiver durch einfach erkennbare Symbole, die links und rechts über den Bildschirm laufen.
Float like a butterfly
Quelle: PC Games
Den Löwenanteil des Spiels macht der 3-Minuten-Modus aus, in dem ihr kurze Trainings spielt. Hier seht ihr auch, welcher Körperbereich jeweils belastet wird.
Habt ihr aber nach einer Weile Eingewöhnungszeit und etwas Frust den Bogen raus, kann beim Spielen ein schöner Flow entstehen, der durchaus Laune macht und der euch dank schneller Bewegungsabfolgen ordentlich ins Schwitzen bringt - je nach eurer aktuellen Verfassung, versteht sich.
Wer sich richtig auspowern will, dreht die Länge seines täglichen Zufalls-Workouts auf 20 oder 30 Minuten hoch, oder schnallt sich Gewichtsmanschetten an die Arme. Apropos Arme: Da ihr im Spiel nur mit den beiden Joycons in jeder Hand arbeitet, werden auch nur Armbewegungen erfasst. Moves mit den Beinen hakt das Spiel automatisch als Volltreffer ab.
Blinder Sensei
Quelle: PC Games
Das täglich zusammengestellte, persönliche Training berücksichtigt, welche Körperpartie ihr trainieren wollt und wie hart und anstrengend die Übungen sein sollen.
Zum Profikampfsportler wird euch Knockout aber ohnehin kaum machen: Die zahlreichen Techniken werden euch nur mit kurzen Texten und abgehackten Beispielanimationen erklärt. Ob ihr gerade wie Muhammad Alis verlorenes Kind durchs Wohnzimmer schwebt, oder nur übermotiviert auf einen Gelenkschaden hinarbeitet, werdet ihr bei Knockout Home Fitness (jetzt kaufen 68,66 € ) kaum herausfinden.
Das liegt nicht nur an den dürftigen Erklärungen, sondern vor allem daran, dass das Spiel seine geforderten Techniken gar nicht erkennen kann. Alles, was Knockout Home Fitness prüft, ist das Schütteln des richtigen Joycon im richtigen Moment. Die nötige Disziplin, die verlangten Moves auch tatsächlich auszuführen, müsst ihr selbst mitbringen!
Sobald ihr verstanden habt, wann das Spiel den Treffer zählt, ist die Erkennung dabei aber immerhin ordentlich genug und leistet sich nur selten Fehler.
Zu kleine Karotte
Dass das Programm in puncto Umfang, Features und Unlockables dann aber extrem spartanisch daherkommt, ist der Disziplin und der Motivation nicht gerade zuträglich. Den Löwenanteil des freischaltbaren Contents macht eine ordentliche Liste an Trainingsprogrammen aus, die ihr im 3-Minuten-Training spielen dürft, nachdem ihr sie im zufällig zusammengestellten Tagestraining gesehen habt.
Außerhalb der beiden Trainingsmodi gibt es aber quasi nichts zu sehen: Keine Minispiele, keine Anpassung eurer insgesamt vier Trainer, nur drei Hintergründe und ein paar Hintergrundmelodien. Einen Multiplayer-Modus sucht ihr vergeblich. Immerhin könnt ihr den Körperbereich festlegen, den ihr besonders trainieren wollt und zwischen Muskelaufbau, Fit bleiben und Abnehmen wählen.
Außerdem dürft ihr Gewicht und Körpergröße angeben, anhand derer das Spiel dann den Kalorienverbrauch pro Workout ermittelt und in einer zeitlichen Statistik festhält. Wegen der quasi nicht vorhandenen Erkennung eurer Bewegungen und der Intensität, mit der ihr sie ausführt, sind diese Zahlen aber natürlich alles andere als aussagekräftig.
Meinung
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