King Arthur: Knight's Tale im Test: Starker Taktik-RPG-Geheimtipp auf Steam - Seite 3

Test Christian Fussy
King Arthur: Knight's Tale im Test: Starker Taktik-RPG-Geheimtipp auf Steam - Seite 3
Quelle: NeocoreGames

Das Taktik-RPG King Arthur: Knight's Tale verbindet Rundenstrategie mit Rollenspiel-Elementen und ist eine der positiven Überraschungen des Jahres.

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  1. 1 Verbitterte Ritter

Zusätzlich können wir am Hof Titel an unsere Gefolgsleute vergeben. Jede Einrichtung kann von einem anderen Mitglied eurer Tafelrunde geleitet werden. Das steigert oft nicht nur deren Loyalität; wenn ein Kandidat besonders für ein bestimmtes Amt geeignet ist, verleiht uns das auch Boni auf bestimmte Gebäudefunktionen. Abhängig ist dies von den jeweiligen Charaktereigenschaften, von denen jede Figur eine kleine Liste besitzt.

Veteranen sind gute Ausbilder an eurem Übungsplatz, wer hingegen ein Talent für Finanzen hat, kann die Preise am Markt ein wenig drücken usw. Es gibt allerdings auch negative Eigenschaften, die ihr im Auge behalten solltet. Ein fauler Charakter weigert sich, mehrere Missionen hintereinander eingesetzt werden und verhasste Figuren werden bei Dienstleistungen wie Heilung stärker zur Kasse gebeten.

Verbitterte Ritter

Neben dem grundsoliden Gameplay ist hauptsächlich das Setting ein klares Highlight von King Arthur: Knights Tale. Die Geschichte zeitlich nach der Artussage spielen zu lassen und dann komplett auf den Kopf zu stülpen, ist eine faszinierende Idee.

Ähnlich wie in Hades, wo sich die Heldinnen und Helden der griechischen Mythologie in der Unterwelt wiedertreffen, nachdem alle Schlachten geschlagen wurden, liegen auch für die Ritter der Tafelrunde die besten Zeiten schon etwas zurück. Wo uns in dem Rogue-Lite größtenteils liebenswerte Halbgötter in sexy Posen über den Weg laufen, ist in King Arthur: Knights Tale fast jede Figur ein absoluter Bastard. Sogar die vermeintlich Guten.

Sir Bors, im Artus-Mythos ein Held, der sich dem Zölibat verschrieben hat, ist hier ein heuchlerischer Schwerenöter, Gawain ein paranoider Traditionalist und Sir Tristan ein wandelnder Kadaver.

Die Welt von Avalon ist nach der nur scheinbar finalen Auseinandersetzung zwischen Mordred und Artus komplett vor die Hunde gegangen. Auf den Missionen treffen wir häufig auf ehemals noble Recken, die nun nur noch ihren niedersten Impulsen folgen. Lediglich eine Handvoll Gefährten erweist sich nicht sofort als gebrochen, fanatisch oder geisteskrank.

Die Welt wirkt dem Dark-Fantasy-Genre entsprechend düster und hoffnungslos. Figuren- und Artdesign unterstützen diese Grundstimmung. Die wenigsten Charaktere sind unter ihren massiven Helmen überhaupt zu erkennen und die Landstriche, die wir durchstreifen, wirken dunkel, neblig, nass und kalt.

Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass man sich nach ein paar Spielstunden schon an den hässlichen Umgebungen sattgesehen hat. Dadurch, dass es im Spiel auch nur eine sehr überschaubare Anzahl an Gegnertypen gibt, fällt die Motivation schon nach ein paar Missionen hintereinander stark ab. Das berühmte "nur noch eine Runde"-Gefühl ist wesentlich geringer als bei vergleichbaren Titeln.

Die Story des Spiels trübt ebenfalls das positive Gesamtbild. Die Motivation von Gegnern und Verbündeten ist entweder kaum nachvollziehbar, oder extrem generisch. Wir dürfen keine bedeutungsvollen Entscheidungen treffen und Beziehungen zwischen den Figuren entwickeln sich auch nicht. 08/15-Dialoge und das bestenfalls durchschnittliche Voice Acting tragen dann ihren Teil dazu bei, die Geschehnisse zusätzlich belanglos scheinen zu lassen.

Wir zumindest haben uns bei der Geschichte mental ziemlich schnell ausgecheckt. Immerhin motiviert das Begleitersammeln und Aufleveln von Burg und Gefährten auch ohne sich viel Gedanken um die Hintergründe zu machen.

Wir zumindest haben uns bei der Geschichte mental ziemlich schnell ausgecheckt. Immerhin motiviert das Begleitersammeln und Aufleveln von Burg und Gefährten auch ohne sich viel Gedanken um die Hintergründe zu machen.

Meinung

Wertung zu King Arthur: Knight's Tale (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Trotz vieler Systeme ein rundes SpielerlebnisViele freischaltbare, einzigartige FigurenKämpfe machen SpaßMehrere Optionen beim SchwierigkeitsgradDüstere Atmosphäre
Belangloses StorytellingWenig Abwechslung bei Umgebungen und Gegnertypen
Fazit

King Arthur: Knight's Tale macht wenig gänzlich neu, dafür aber vieles richtig. Die einzelnen Systeme greifen gut ineinander und sorgen für ein rundes Spielgefühl und einen befriedigenden Gameplay-Loop. Einzig das Drumherum - die Story, die Figuren und die mangelnde Abwechslung bei Gegnern und Umgebungen - dämpft die Euphorie.

King Arthur: Knight's Tale ist bereits seit dem 26. April 2022 in der Vollversion auf Steam erhältlich. Eine Veröffentlichung auf Xbox Series X und Playstation 5 ist laut der offiziellen Entwicklerwebseite in Planung. Ein festes Datum, wann der Konsolen-Release erfolgen soll, gibt es allerdings noch nicht.

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