Flashback 2 im Test: Ich war kurz davor, mich mit NPCs zu prügeln!

Test Malik Brugger Stefan Wilhelm
Flashback 2 im Test: Ich war kurz davor, mich mit NPCs zu prügeln!
Quelle: Microids Studio Paris

Knapp 30 Jahre nach dem ersten Teil kehrt der legendäre Sci-Fi-Plattformer Flashback endlich mit einem vollwertigen Sequel zurück: Flashback 2. Ob ihr guten Gewissens zur KI-gesteuerten Handfeuerwaffe greifen könnt, oder euch doch lieber in eine weit, weit entfernte Galaxie katapultieren solltet, erfahrt ihr in diesem Test!

Im Jahr 1993 erschien ein französisches Sci-Fi-Videospiel, das den damaligen Markt im Sturm eroberte: Die Rede ist vom legendären Flashback. Der klassische 16-Bit-Plattformer hob sich insbesondere durch seine innovativen Bewegungsmechaniken von anderen Genrevertretern ab. Anstelle von meterweiten Sprüngen und halsbrecherischen Kombos setzte Delphine Software ganz bewusst auf realistische Bewegungen der Spielfigur, die für ein ganz eigenes Spielgefühl sorgten. Die fesselnde, geheimnisvolle Story rund um den Protagonisten Conrad B. Hart trug ebenfalls zur besonderen Spielatmosphäre bei: Im Jahr 2142 führt der junge Agent einen Kampf gegen gestaltwandelnde Aliens, in der Hoffnung, seine verlorenen Erinnerungen wiederzuerlangen.

Die Freude war groß, als bekannt wurde, dass der ursprüngliche Schöpfer, Paul Cuisset, erneut das (Raumschiff-)Steuer übernehmen wollte, um Flashback 2 (jetzt kaufen 20,65 € ) zu schaffen. Trotz weniger erfolgreicher Nachfolger war die Hoffnung auf eine Fortsetzung hoch. Ja, ihr habt richtig gelesen, Flashback 2 ist nicht das erste Sequel zu Flashback. Es hätte allerdings das erste erfolgreiche Sequel sein können.

Conrad und Helena schleichen durch den Dschungel. Quelle: Microids Studio Paris

Es scheitert schon am Treppensteigen

Im Spiel schlüpfe ich erneut in die Rolle von Conrad, einem Agenten des GBI (Galactic Bureau of Investigation), der gegen die außerirdischen Gestaltwandler in den Kampf zieht. Zwar verfügt Conrad dieses Mal über ein (größtenteils) vollständiges Gedächtnis, dafür ist aber sein lebenslanger Freund Ian verschollen. Gemeinsam mit A.I.S.H.A - seiner sprechenden, KI-gesteuerten-Waffe - stürzt sich der junge Agent deshalb in das nächste Weltraumabenteuer, um für Gerechtigkeit zu sorgen.

Flashback 2 wirft die Spieler genau wie im Vorgänger direkt ins Geschehen: Zunächst verletzt und orientierungslos rollt, springt, schießt und klettert Conrad sich in einer 2,5D-Perspektive durch den ersten Levelabschnitt. Dabei wurde mir eines direkt schmerzlich bewusst: Die Bewegungsmechaniken des ersten Teils, der gut 30 Jahre zurückliegt, waren weicher, flüssiger - besser. In Flashback 2 fühlt sich das Navigieren durch die Spielwelt oft klobig an. Selbst beim Treppensteigen kam es zu Problemen. Hätte ich lieber einen Aufzug rufen sollen?

Conrad im illegalen Mech-Club. Quelle: Microids Studio Paris Obendrauf lässt die Zielhilfe im Kampfmodus zu wünschen übrig. Häufig war ich nicht in der Lage, den Gegner anzuvisieren, auf den ich zu zielen versuchte. Besonders frustrierend war das in Gefechten, in denen "Healthbots" die Gesundheit umliegender Gegner regenerierten. Anstatt den Healthbot zu erwischen gingen meine Kugeln nämlich mehrmals in einem Gewirr aus sich regenerierenden Gegnern unter.

Schöne Berge machen dumme NPCs nicht wieder wett

Rücken Feinde einem dabei zu sehr auf die Pelle, beginnt Conrad automatisch damit, wild um sich zu treten, anstatt von seiner Waffe Gebrauch zu machen. Kurze Frage: Wer hat sich das ausgedacht?! Chaos ist also vorprogrammiert. Auch hier hat das Original von 1993 (ganz ohne Zielhilfe) die Nase vorn. Manchmal ist weniger eben mehr.

Flashback 2 präsentiert Minispiele, die die Hacking-Skills der Spieler auf die Probe stellen. Werden die Minispiele erfolgreich absolviert, öffnen sich zuvor versperrte Durchgänge. Kurz nach meinen ersten Hack- und Kampferlebnissen offenbarte sich mir eine der klaren Stärken des Spiels: die schön gestalteten Schauplätze. Vom Schwarzmarkt unter dem trüben Mittagshimmel, geheimen Clubs in grellen Neonlichtern bis hin zu einem schneebedeckten Dorf im Herzen der Berge - die besuchbaren Orte werden durch ihr stimmiges Design zum Blickfang.

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