Flashback 2 Test: Ich war kurz davor, mich mit NPCs zu prügeln!
Test
Knapp 30 Jahre nach dem ersten Teil kehrt der legendäre Sci-Fi-Plattformer Flashback endlich mit einem vollwertigen Sequel zurück: Flashback 2. Ob ihr guten Gewissens zur KI-gesteuerten Handfeuerwaffe greifen könnt, oder euch doch lieber in eine weit, weit entfernte Galaxie katapultieren solltet, erfahrt ihr in diesem Test!
Zwar wurde ich auf visueller Ebene durch die Schauplätze und einem angenehmen Interface überzeugt, aber im Grunde war's das auch fast schon an positiven Aspekten. Die Vertonung der Hauptfiguren ist gut, aber viele NPCs leiden unter amateurhaft wirkenden Sprecherrollen. Trotz verschiedener Antwortmöglichkeiten wirken die Dialoge häufig unauthentisch, überladen und vorhersehbar. Flashback 2 büßt dadurch immens viel Atmosphäre ein. Apropos vorhersehbar: Auch die Gegner-KI ist ausbaufähig. Trotz eines ersten Patches verhalten sich Feinde oftmals ausgesprochen dumm.
Dasselbe gilt leider auch für freundliche NPCs. In Levelabschnitten, in denen man auf die Zusammenarbeit mit NPCs angewiesen ist, kann es deshalb zu Schwierigkeiten kommen. Des Öfteren blieben meine Begleiter wortwörtlich hinter mir auf der Strecke, sodass ich zurücktrudeln musste, genaustens darauf bedacht, dass sie mir dieses Mal auch Schritt für Schritt folgen würden. Ja, ich zeige auf dich, Helena! Und auf dich, kleines, merkwürdiges NPC-Mädchen, dessen Namen ich vergessen habe! An einer späteren Spielstelle habe ich tatsächlich eine halbe Stunde damit verbracht, zwischen immergrünen Pflanzen und aggressiven Aliens einen verschollenen NPC zu suchen. Naja, bis ich schließlich mürrisch aufgegeben habe und einen älteren Spielstand wählte. Von nun an hieß es: Lass die NPCs nicht mehr aus den Augen. War ich geheimer Agent oder doch eher NPC-Nanny?
Flashback 1993: Als fremde Planeten noch eine Erkundung wert waren!
Auf der PlayStation 5, auf der ich getestet habe, erwarteten mich außerdem noch Performanceprobleme und verbuggte Ladebildschirme. Auf allen Plattformen gibt's unauthentische Figuren und Dialoge, ein unausgeglichenes Kampfsystem, mangelhafte Gegner-KI und einen wenig überzeugenden Plot. Das alles trübt das Gesamtbild. Wer nach einer originellen Sci-Fi-Story sucht, ist hier nicht sonderlich gut aufgehoben. Zwar bietet das futuristische Setting großen Raum für spannende, komplexe Erzählungen, aber alles, was Flashback 2 tut, ist sich mit beiden Händen an überdrüssigen Klischees zu bedienen und auf das Beste zu hoffen. Was ich zu sagen versuche: Flashback 2 wirkt unpoliert, lieblos und kann nicht mit seinem Vorgänger mithalten.
Besonders ärgere ich mich über die blassen NPCs. Spiele wie The Longest Journey (1999) zeigen auf, dass glaubwürdige NPCs bereits die halbe Miete sein können, wenn es darum geht, eine authentische Spielwelt zu gestalten. Flashback 2 ist viel, aber gewiss nicht authentisch. Hübsche Schauplätze und Zwischensequenzen sowie ein solider Soundtrack reichen eben nicht aus, um ein gutes Spiel zu sein. Kurzum: Erhofft ihr euch ein aufregendes Sci-Fi-Spiel mit spannender Story, flüssigen Animationen und dichter Atmosphäre, dann tut euch selbst einen Gefallen und greift zu Flashback aus dem Jahre 1993. Von dem ist seit 2018 sogar eine aufpolierte Version erhältlich. Aber Achtung, bitte nicht mit dem Remake von 2013 verwechseln!
Flashback 2 erschien am 16. November für PlayStation 5 und PC. Die Versionen für PlayStation 4, Xbox und Nintendo Switch folgen im ersten Quartal 2024. Die beste Version des ersten Flashback (2018) ist für PC, PlayStation 4, Xbox und Nintendo Switch erhältlich - auf Steam sogar noch für kurze Zeit reduziert. In diesem Sinne: Bis dann, ihr Weltraumpiraten! Die Version des Spiels wurde vom Publisher zur Verfügung gestellt.
