Ein Tänzchen mit der attraktiven Freundin ist gut fürs Polizistengemüt.
Mal ehrlich, das ist doch jedem schon passiert: Da sitzt man gemütlich im Wirtshaus, isst genüsslich sein Wiener Schnitzel und plötzlich hat man ein Blackout. Als man wieder zu sich kommt, steht man blutüberströmt auf der Herrentoilette und hat einen völlig fremden Menschen mit mehreren Messerstichen umgelegt.
Bei Ataris Fahrenheit übernimmt der Spieler den Charakter von Lucas Kane, ein junger Informatiker, dem das eben Beschriebene widerfährt. Völlig von der Rolle und absolut ahnungslos findet man sich auf der Toilette eines kleinen Restaurants in New York wieder, neben sich eine massakrierte Leiche und eine riesige Pfütze Blut. Zu allem Überfluss befindet sich im Restaurant auch noch ein Gesetzeshüter, der jeden Moment für kleine Polizisten gehen und Lucas entdecken könnte.
Nutz die Umgebung
Die Schleichaktionen kosten Nerven, da sie alles andere als leicht sind.
Anstatt in Panik zu verfallen und weinend zum Ordnungshüter zu rennen, muss der Spieler jetzt einen kühlen Kopf bewahren und schauen, wie er die anfangs aussichtslose Situation am geschicktesten löst. Wie für ein Adventure der alten Schule üblich, liegt der Erfolg in der Interaktion mit der Umgebung. So eignet sich in der Toilettenszene zum Beispiel der herumstehende Wischmopp hervorragend, um die riesige Blutpfütze zu beseitigen.
Das unbenutzte Nachbarklo dagegen ist das perfekte Versteck, um die Mordwaffe verschwinden zu lassen. Neuartig ist die Art und Weise, wie man mit den Gegenständen interagiert. Anstatt wie bei früheren Spielen des Genres einfach nur einen "Benutzen"-Knopf zu drücken, muss man bei Fahrenheit mit dem rechten Analogstick arbeiten: Steht man vor einem oder mehreren benutzbaren Gegenständen, erscheint am oberen Bildschirmrand eine schwarze Extraleiste.
Darin wird angezeigt, in welche Richtung man den Analogstick drücken muss, um den Charakter eine entsprechende Aktion ausführen zu lassen. Dieses so genannte Motion-Physical-Action-Reaction-Interface (MPAR) geht aber noch weiter: Anstatt den Analogstick einfach nur in eine Richtung zu bewegen, muss der Spieler an einigen Stellen bestimmte Bewegungsvorgaben erfüllen.
Um z. B. die Blutpfütze wegzuwischen, muss der rechte Analogstick abwechselnd vor und zurück bewegt werden - was der Charakter im Spiel dann mit den entsprechenden Putzaktionen quittiert. Auch wenn das MPAR-System keine revolutionäre Neuerung ist, bringt es trotzdem etwas frischen Wind in das ansonsten etwas langsam, fast schon träge wirkende Genre der Adventures. Einziger Kritikpunkt an dieser Stelle: Die Programmierer übertreiben es später im Spiel etwas mit dem Einsatz des neuen Systems und die mehrmals zu wiederholenden Aktionen nerven mit der Zeit.
Grandioser Beginn - schlimmes Ende
Die Beleuchtungs- und Wettereffekte sind
den Programmierern
sehr gut gelungen.
Zurück zur Geschichte von Fahrenheit: Nachdem man das Restaurant mehr oder weniger unversehrt verlassen hat, beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen zwei Parteien: Der Mörder, Lucas Kane, möchte herausfinden, welche Macht ihn dazu verleitet hat, eine solch grausame Tat zu begehen. Die zuständigen Polizisten Carla Valenti und ihr Partner Tyler Miles dagegen möchten nur ihren Job machen: den Mörder finden und einbuchten!
