Keine Angst, der Kampf zwischen Ghost und Trinity dient natürlich nur dem Training.
Das eigentliche Spiel
Die meiste Zeit des Spiels durchlaufen Sie mit Ihrem Helden die verschiedenen Maps und suchen irgendwelche Ausgänge. Besondere Aufgaben oder gar Rätsel gibt es dabei nicht. Damit das Ganze nicht zu leicht wird, gibt es unzählige Gegnerarten. Vom unbewaffneten Wachmann über die trainierte SWAT-Einheit bis hin zum Agenten Smith: Genügend Feinde wollen Ihnen ständig an den Kragen. Diese bearbeiten Sie entweder aus der Entfernung mit ihren Waffen oder stellen sich Ihnen im Nahkampf. Zum Waffeneinsatz gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Durch das automatische Zielen erfordern die Gegner kein besonderes Geschick, auch wenn sich einige von ihnen intelligent verhalten und hinter Säulen, Kisten oder sonstigen Gegenständen Deckung suchen. Anders sieht die Sache im Nahkampf aus. Sobald Sie in ein Handgemenge mit einem oder mehreren Gegnern verwickelt sind, ändert sich die Kameraperspektive und Sie betrachten Ihren Charakter wie bei einem Beat em Up von der Seite. Je nach Tastenkombination und Abstand zum Gegner führen Sie nun unterschiedliche Schläge, Tritte und Würfe aus. Obwohl die Kämpfe vom spielerischen Inhalt nicht wirklich tiefgründig sind und die Kamera oftmals sehr unübersichtlich arbeitet, machen die Kämpfe rein optisch eine Menge her und vermitteln perfektes Matrix-Feeling. Gesteigert wird das Ganze, wenn Sie gleichzeitig auch noch die Bullet-Time aktiviert haben und das Schauspiel in Slow-Motion genießen können. Während dieser zeitlich begrenzten Phase sind die Helden zudem noch etwas stärker, was sich in einer besseren Zielgenauigkeit, schnelleren Reaktionen und einigen sehenswerten Spezialmanövern niederschlägt.
Unkonstantes Leveldesign
Mehr als durchwachsen ist unterdessen die Qualität der Levels, in denen sich die ganze Action abspielt. Während einige Maps toll ausgearbeitet sind und sehr nah an die Original-Filmsets herankommen, haben sich die Programmierer bei dem einen oder anderen Level anscheinend eine kleine kreative Denkpause gegönnt. Sich im-mer wiederholende, langweilig aneinander geschusterte Räume mit kahler Optik und null Flair fordern vom Spieler eine gewisse Leidensfähigkeit. Diese wird durch die unverschämt billigen Fahr- und Flugsequenzen fast schon überstrapaziert. Egal ob Sie minutenlang mit Dauerfeuer über die Autobahn heizen und andere Autos abknallen müssen oder ob eine sterbenslangweilige Verfolgungsjagd im Kanal stattfindet: Hier ist einiges schief gelaufen.
Altbackene Technik
Während der aktuelle Kinofilm technisch mal wieder State-of-the-Art ist, versinkt das Videospiel
leider im Mittelmaß. Schuld daran ist nicht ein großes, sondern vie- le mittelschwere Probleme. Da wären zum Beispiel die langweiligen und niedrig aufgelösten Texturen, deren Qualität für Xbox-Verhältnisse höchstens ausreichend ist. Des Weiteren fehlt es der Kollisionsabfrage am letzten Schliff. Wenn Sie z. B. während der Slow-Motion-Phase auf die Gegner einschlagen, sehen Sie oftmals deutlich, dass Ihre Spielfigur den Feind entweder gar nicht berührt oder einzelne Körperteile richtig durchbohrt. Würde das nur ab und zu passieren, könnte man darüber hinwegsehen, doch da dieses Problem bei fast jedem Nahkampf auftritt, stört es einfach ungemein und beeinträchtigt die coole Atmosphäre enorm. In den Zwischensequenzen sind diese Fehler übrigens noch viel stärker ausgeprägt und wirken fast schon unfreiwillig komisch. Eine Katastrophe, und anders kann man dieses Trauerspiel nicht nennen, sind die Fahr- und Flugmissionen. Sowohl die optische Aufmachung als auch die unglaublich peinlichen Animationen der Vehikel sind einer Next-Generation-Konsole einfach unwürdig und Shiny hätte sich einen Gefallen getan, wären diese auch spielerisch armseligen Maps niemals ins Spiel gekommen. Auch wenn die bisher aufgeführten Kritikpunkte gravierend sind, Enter the Matrix hat auch einige technische Highlights zu bieten. Die Kampfanimationen der Helden sind äußerst cool geworden und müssen sich vor keinem anderen Titel verstecken. Auch der Einsatz der Bullet-Time-Effekte machen während dem gesamten Spiel Laune. Musikalisch werden dazu die bekannten Klänge aus dem ersten und zweiten Film geboten und die eignen sich einfach hervorragend für ein Videospiel, da sie zu jeder Zeit die richtige Atmosphäre vermitteln.
