Videospiele zu Kinofilmen - Immer ein Fall für den Abfalleimer?

Special Max Falkenstern

Videospiele auf Basis von Filmvorlagen genießen in unseren Kreisen einen schlechten Ruf. Das ist nicht weiter verwunderlich, zeichnet sich das Gros jener Titel aufgrund antiquierter Optik und langweiligem Gameplay als Spielspaßkiller aus. Welche Gründe mag das haben? Und gibt es sie doch, die guten Filmspiele? Die Antworten liefert unser heutiges Special.

Videospiele mit teurer Filmlizenz taugen nichts. Es ist eines dieser ungeschriebenen Gesetze. Erfahrene Gamer begegnen entsprechenden Versoftungen deshalb ganz automatisch mit großer Skepsis. In den meisten Fällen sogar völlig zurecht. Erfahrungsgemäß fließt bei der Entwicklung solcher Titel nur ein Bruchteil des Budgets in das eigentliche Spiel. Die kostspielige Lizenzierung verschlingt den Rest. Ein abschreckendes Beispiel ist Iron Man 2. Schon der Vorgänger war eine echte Spielspaßgurke und nervte mit monotonem Gameplay und schwacher Grafik. Die Presse reagierte dementsprechend mit niedrigen Wertungen. Die Kritik fand allerdings kein Gehör. Das Sequel siedelt auf einem qualitätstechnisch ähnlich niedrigen Niveau an. Egal wohin das Budget geflossen ist, in die Verbesserung sicher nicht.

Natürlich sind nicht nur mangelnde finanzielle Mittel Schuld an schlechten Videospieladaptionen von Filmvorlagen. Häufig steht den Entwicklern nur ein enges Zeitfenster für die Programmierung, das Design und Feintuning zur Verfügung. Shiny Entertainment, die kreativen Köpfe hinter Enter the Matrix, mussten diese bittere Erfahrung machen. Dabei klang ihr Konzept äußerst vielversprechend: Enter the Matrix sollte die Storylücken zwischen den letzten beiden Kinostreifen schließen. Dafür wurden eigens von den Regisseuren des Actioners eine Stunde zusätzliches Filmmaterial produziert. Entwicklerlegende David Perry und seine Mannen standen jedoch vielen Problemen gegenüber. So mussten die Jungs bis zum offiziellen Start von Matrix: Reloaded vier Umsetzungen (PlayStation 2, Xbox, GameCube und PC) programmieren. Die Folge des enormen Zeitdrucks: Enter the Matrix wirkte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unfertig und war voller Bugs.

Gibt es sie also, die guten Filmversoftungen? Diese Frage lässt sich nach längerer Recherche mit einem klaren "Ja" beantworten. King Kong, aus dem Hause Ubisoft, ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Adaption. Zwar war auch das Action-Adventure nicht ohne Tadel und sorgte mit repetitiven Gameplay für den ein oder anderen Gähnanfall. Dafür entschädigte aber die erstklassige Präsentation und handwerklich solide Programmierung. Keinen Grund zur Beanstandung gab es bei Riddick: Escape from Butcher Bay. Das Spiel basiert auf den erfolgreichen Kinofilmen des Actionstars Vin Diesel und überraschte die Gaming-Community mit seiner packenden Atmosphäre und großartigen Grafik. Wohl auch, weil den Titel niemand auf der Rechnung hatte.

Ausnahmen bestätigen eben die Regel. Manch Entwicklerteam scheint diese Binsenweisheit besonders ernst zu nehmen. Die Jungs von Rocksteady Studios hatten von mittelprächtigen Batman-Videospielen die Schnauze voll und schufen auf Grundlage der Comic-Lizenz ein eigenes Abenteuer des dunklen Ritters. Batman: Arkham Asylum wurde zu einem der besten Videospiele des letzten Jahres. Die Presse überschlug sich mit Lob, die Spieler heulten Freudentränen. So müssen künftige Lizenztitel aussehen. Dann verschwindet eines Tages das ungeschriebene Gesetz aus unseren Köpfen - und damit die Skepsis.

Die Tops und Flops der Videospieladaptionen findet ihr in unserer Galerie unterhalb dieser Zeilen. Sollte euer Liebling fehlen, würden wir uns über einen Kommentar freuen.

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