Enotria: The Last Song im Test - Schmierentheater oder große Soulslike-Kunst?
Test
Und wieder ein Entwickler, der sich an der From-Software-Erfolgsformel versucht - aber mit frischem Setting! Wir haben Enotria: The Last Song getestet.
Dann gibt es da noch das Springen. Erst einmal ist es schön, dass sich die Entwickler hier Elden Ring und nicht die Souls-Reihe als Vorbild genommen hat. Sprich wir haben einen Springen-Button und müssen uns nicht mit der Sprint-Taste abquälen. Eine Qual ist der Sprung dann manchmal trotzdem. Wenn wir Sprinten ändert das nichts an der Sprungreichweite, -höhe oder Geschwindigkeit, und auch normal zu springen fühlt sich nicht perfekt an. Bei den selten vorkommenden Sprungpassagen ist immer ein gewisser Nervenkitzel dabei, eben weil wir uns an das Springen gewöhnen müssen. Immerhin der Sprungangriff haut rein, da man diesen ordentlich verzögern kann, Sprungangriffe mit dem schweren Schlag sind allerdings nicht möglich.
Die Boss Qualität variiert
Das hin und wieder das Gameplay schwammig ist, können wir jedoch akzeptieren und auch die Grafik gönnt uns Lichtblicke. Die Bosskämpfe variieren dafür in ihrer Qualität stark. Der erste große Boss macht Spaß und lässt noch auf mehr hoffen. Wir haben klare Timings für unsere Angriffe und auch das Parieren funktioniert gut. Wenn wir uns aber dem letzten Boss im ersten Bereich stellen, sieht alles ein wenig anders aus. Etwas zu groß, um die Angriffe sehen zu können und zu wenig Schaden, um für uns eine echte Gefahr darzustellen, mutiert der Kampf zur Materialschlacht. Reichen unsere Heiltränke, bevor die gegnerische Lebensleiste verschwindet, gewinnen wir. Wenn wir uns nicht durch den Kampf tanken können, verlieren wir. Parieren ist zwar eine Option, erschwert sich aber durch die schlecht erkennbaren Angriffe.
Diese Ups&Downs der Bosse ziehen sich durch das Spiel, wobei die für die Geschichte relevanten dicken Brocken im Schnitt mehr Spaß machen als die kleineren Bossgegner.
Diese Zweigleisigkeit zieht sich auch durch die Waffen. Es gibt etliche davon und alle unterscheiden sich ein bisschen, aber eben nur ein bisschen. Besonders die schweren Angriffe dauern lange, knallen dafür aber ordentlich und die leichten Angriffe sind schnell, machen Bossen dafür aber auch fast keinen Schaden.
Quelle: Jyamma Games
In der Theorie können wir auch Kombos hinlegen, aber bis auf kleinere Gegner, die sich staggern lassen, funktionieren die meist nicht, da wir immer wieder unterbrochen werden. Beim Aufladen unseren schweren Angriffen können wir auch gestört werden. Gegner, die den nahezu gleichen Move haben, lassen sich dagegen nicht unterbrechen.
Besonders ist Enotrias Movement im Vergleich zu den Genre-Konkurrenten nicht, macht aber auch nichts per se schlechter, obwohl das Parieren natürlich nicht an Sekiro herankommt. Neuerungen im Gameplay finden sich trotzdem. So haben wir verschiedene Statuseffekte, die negative und positive Eigenschaften für uns bedeuten. Wir können zum Beispiel betrunken werden und so mehr Schaden anrichten, aber auch einstecken. Es gibt aber auch Gift, dass uns typischerweise Schaden über Zeit zufügt.
Dazu kommt auch noch ein Perk-System (Pfad der Innovatoren), welches unsere Art zu spielen, verändern kann. Wir verbessern unsere Parade bei niedriger Lebensleiste und rüsten unsere schweren Angriffe mit Tick-Schaden aus, was sich besonders bei Bossen mit ihren vielen Leben bemerkbar macht.
