Die Strogg, eine fiese Alienrasse, die die Menschheit im Rahmen der Quake-Reihe bereits zwei Mal heimgesucht hat, startet einen erneuten Angriff auf die Erde. Mehr braucht es an Story nicht, um die teambasierten Mehrspielerschlachten von Enemy Territory: Quake Wars zu rechtfertigen. Eine elaborierte Hintergrundgeschichte ist ohnehin überflüssig, das Gameplay ist schon komplex genug. Wer meint, er könnte einfach mal in ein
Match einsteigen und dort wild drauflosballern, wird hier nämlich so schnell kein Land sehen.
Team ist Trumpf
In vier Kampagnen à drei Missionen gilt es, als Angreifer-Team mehrere Teilziele zu absolvieren beziehungsweise als Verteidiger die feindlichen Aggressoren eben daran zu hindern. Die Maps sind dabei so riesig, dass das Standard-Zeitlimit für einen Einsatz bei 20 Minuten liegt. Erreichen die Angreifer ein Teilziel, so wird das entsprechende Gebiet der Karte eingenommen und die Verteidiger werden weiter nach hinten gedrängt. So mir nichts, dir nichts ist das aber nicht möglich. Jeder Partei, Menschen wie
Strogg, stehen fünf Charakterklassen zur Verfügung, die allesamt unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Diese sind absolut notwendig, um den Sieg davonzutragen.
Das kann in etwa so aussehen: Ein Mechaniker baut eine Brücke, über die man ins Feindgebiet gelangt. Hier sprengt ein Soldat das Tor zur gegnerischen Basis, wo der Geheimagent wiederum den Schildgenerator hacken muss, um die Verteidigungslinien der Strogg lahmzulegen. Der Sanitäter hält seine Jungs derweil mit Medipacks auf Trab und belebt gefallene Kumpanen wieder, während der Feldagent aus der Ferne Luftangriffe ordert und sein Team so indirekt unterstützt. Als Spieler müsst ihr euch aber nicht auf eine Klasse spezialisieren. Mit einem Druck auf die Back-Taste gelangt ihr in das sogenannte Limbus-Menü, wo ihr selbst im
laufenden Match den Charakter wechselt und so gegebenenfalls auf neue Teilziele oder eine gegnerische Angriffswelle reagieren könnt.
Wo geht's hier zur Schlacht?
Damit wären wir aber auch schon bei den eklatanten Mängeln der Xbox 360-Umsetzung. Enemy Territory ist so komplex, dass der Einstieg selbst Shooter-Veteranen alles andere als leicht fallen wird. Ein arg simples Tutorial und eine wenig intuitive Gestaltung der Menüs und Interfaces sind da kaum dienlich. An keiner Stelle findet sich die Übersichtlichkeit der PC-Vorlage.
Auch technisch wurde geschlampt. Die Texturen laden oft nach, sehen trotzdem verwaschen aus und permanente Slowdowns machen ein wirklich flüssiges Spiel kaum möglich.
Wahrscheinlich sind all dies Gründe dafür, warum wir bei keiner unserer Testsessions ausreichend Mitspieler fanden. Die zwei acht Mann starken Teams mussten stets durch Bots aufgefüllt werden, um ihre volle Einsatzstärke zu erreichen. Wer in solchen Momenten den Server wechseln will, hat ebenfalls kein Glück, denn eine Server-Liste gibt es nicht. Um einem Match beizutreten, gibt man in einem Menü Einzeloptionen an. Eine Suchfunktion spuckt dann entsprechende Spiele aus. Eine gute Option, die allerdings eben nur das sein sollte: eine Option, und nicht etwa die einzige Möglichkeit, in ein Spiel einzusteigen.
Xbox Live
Kernstück von Enemy Territory: Quake Wars ist natürlich das Online-Spiel. Im Kampagnen-Modus spielt ihr auf drei aufeinanderfolgenden Maps eines von vier Kontinenten. Wer nur eine kurze Runde spielen will, wählt den Zielmodus, in dem nur eine Map erobert beziehungsweise verteidigt werden muss. Im Stoppuhr-Modus müssen zwei Teams abwechselnd angreifen und verteidigen und dabei jeweils die vorgelegte Zeit des gegnerischen Teams unterbieten. Ranglisten-spiele sind allerdings nur im Kampagnen-Modus möglich. Um in der Rangliste aufzusteigen, sind keine Siege notwendig. Wichtig sind hier hauptsächlich die eingefahrenen Erfahrungspunkte, die ihr als Belohnung für absolvierte Teil- und Primärziele erhaltet.
