Endless Legend 2: Die Strategie-Hoffnung überrascht im Early Access
Special
Sie können es einfach nicht lassen: Die Entwickler von Humankind hauen den nächsten 4X-Kracher raus, mit neuen Ideen, alten Stärken - und vielen Änderungen, die das Gameplay vereinfachen. Ist das die beste Civ-Alternative des Jahres?
Wer schon mal irgendein Runden-Strategiespiel von Amplitude gezockt hat, erkennt die Handschrift der Franzosen sofort wieder. Denn egal ob Endless Space 2, Endless Legend oder zuletzt Humankind - das war alles motivierende, verdammt stimmungsvolle 4X-Strategie. Zwar mit zig Schwächen im Detail, aber auch immer mit dieser unverwechselbaren Note, die bei den Fans so gut ankommt.
Und das gilt auch für Endless Legend 2, das gerade frisch in den Early Access gestartet ist. Allerdings hat Amplitude diesmal ein paar neue Ideen eingebaut und dafür an anderem Stellen ordentlich ausgemistet - und wir schauen uns jetzt mal an, ob Endless Legend 2 damit schon sein Geld wert ist.
Typisch Amplitude: Darum geht es in Endless Legend 2
Man erkennt es auf den ersten Blick: Endless Legend 2 (jetzt kaufen 49,99 € ) basiert auf einem verbesserten Grundgerüst von Humankind, das selbst schon eine Weiterentwicklung von Endless Legend war. Da kann man sich also schon denken, wie sich das Ganze spielt: Ihr erkundet wieder eine Hexfeld-Karte, baut Runde um Runde eure Städte aus, sammelt Ressourcen, forscht, kämpft, entwickelt - und versucht am Ende eine von mehreren Siegesbedingungen zu erfüllen, bevor euren Gegnern das Gleiche gelingt.
In diesem Artikel
- Seite 1 Endless Legend 2: So schlägt sich die 4X-Hoffnung im Early-Acccess-Test
- Seite 2 Endless Legend 2: Geheimnisse im Ozean
- Seite 3 Endless Legend 2: Rundenkämpfe und Upgrades - Manches neu, vieles anders!
- Seite 4 Endless Legend 2: Lohnt sich der Kauf schon jetzt? Unser Early-Access-Fazit
- Seite 5 Bildergalerie
Vorkenntnisse braucht ihr dafür übrigens keine, denn Endless Legend 2 spielt auf der brandneuen Fantasy-Welt Saiadha. Wer sich aber mit der Endless-Serie auskennt, wird hier und da natürlich ein paar vertraute Namen und Begriffe aufschnappen. Vielleicht erkennt ihr in unserem Video sogar ein paar bekannte Gesichter?
Zum Early-Access-Start sind bereits fünf Fraktionen wählbar, mit späteren Updates sollen dann noch weitere folgen. Jede Seite kommt mit eigenen Charakteren und Dialogen, aber natürlich setzen die Fraktionen auch beim Gameplay unterschiedliche Schwerpunkte. Die Erben der Sheredyn verstehen sich zum Beispiel als so eine Art Weltraum-Ritter, die großen Wert auf eine gut befestigte Hauptstadt legen und dadurch starke Vorteile freischalten. Die Tahuks sind dagegen religiöse Eiferer und erstklassige Wissenschaftler in einem, was ganz eigene Vor- und Nachteile mit sich bringt - die beiden Seiten sind sich nämlich nicht immer ganz einig.
Und die Nekrophagen sind ein hochentwickelter, aggressiver Insektenstamm, bei dem selbst die Zerg neidisch werden. Die errichten zwar nur eine einzige, riesige Stadt, können dafür aber überall auf der Map praktische Verbindungstunnel graben. Außerdem sind sie in der Lage, über kostenlose Larven blitzschnell neue Truppen auszubilden. Viel Spaß, wenn ihr zu Spielbeginn eine Nekrophagen-Siedlung in eurer Nachbarschaft habt!
Hier findet ihr alle fünf Völker in der Übersicht.
Ganz egal, wen ihr euch aussucht: Die Wahl eurer Fraktion ist endgültig, das heißt: Ihr könnt in Endless Legend 2 keine Nationen durchmischen wie zuletzt in Humankind. Zur Erinnerung: In Amplitudes letztem Spiel war der Völker-Mix noch eines der wichtigsten Features.
Die ersten Schritte
Trotzdem laufen die ersten Runden in beiden Spielen sehr ähnlich ab. Zuerst müsst ihr einen guten Standort für eure Hauptstadt suchen. Den besten Bauplatz erkennt ihr an den typischen Symbolen, die über den Kacheln eingeblendet werden. Endless-Kenner wissen natürlich, wofür die stehen: Industrie, Nahrung, Forschung und Dust. Letzteres dient wieder als kostbares Zahlmittel, mit dem man Bauprojekte stark abkürzen kann. Also genau so, wie wir es aus den anderen Aufbauspielen von Amplitude gewohnt sind.
Habt ihr eure Stadt platziert, geht's direkt an den Ausbau. Dazu müsst ihr neue Kacheln zunächst mit Fundamenten freischalten, dafür wird Einfluss verbraucht - neben Dust ist das eure zweitwichtigste Währung im Spiel. Auf den Fundamenten platziert ihr anschließend neue Bezirke, die eure Erträge steigern, zum Beispiel Farmen, Industrieanlagen, Forschungszentren oder Handelsposten. Außerdem kommen noch ein paar passive Upgrades für euer Hauptgebäude hinzu, die aber nicht extra platziert werden müssen - das ist also mit wenigen Klicks erledigt.
Screenshots aus dem Early Access
Überhaupt ist der ganz Städtebau ziemlich überschaubar geraten, denn im Grunde geht's nur darum, möglichst viele Erträge pro Runde einzufahren und dabei eine gewisse Balance zu halten. Wer es zum Beispiel bei der Nahrungsproduktion übertreibt, ohne ausreichend Wohnraum bereitzustellen, riskiert die Bildung von Elendsvierteln - dann sackt die Zustimmung in der Bevölkerung schlagartig ab, was sich in heftigen Nachteilen niederschlägt, bis hin zu handfesten Revolten.
Damit sowas gar nicht erst passiert, kann man seine Einwohner auch auf drei Berufskategorien verteilen und so entweder Wachstum, Industrie oder Forschung ankurbeln. Das regelt das Spiel zwar auch automatisch, aber gerade in kleinen Siedlungen kann es sich lohnen, hier und da auch mal von Hand nachzubessern - vor allem, wenn man Bewohner aus anderen, neutralen Völkern in seinen Reihen aufgenommen hat - und was es mit denen auf sich hat, erfahrt ihr auf der nächsten Seite!
