Endless Legend 2 hat bislang nur eine richtig neue Idee - und von der könnten sich andere 4X-Spiele ruhig mal was abschauen!
Erkunden, bauen, forschen
Neutralen Nebenfraktionen begegnet man fast überall auf der Map, sie haben kleine Hütten und ziehen auch mit Einheiten durch die Gegend. Man kann sie angreifen oder mit einer einmaligen Zahlung besänftigen, dann lassen sie einen sofort in Ruhe. Am interessantesten ist es aber, die neutralen Völker einfach anzuquatschen, dann kann man nämlich eine kleine Quest für sie erfüllen. Ist das erledigt, winken nicht nur Belohnungen, sondern ihr dürft das Volk anschließend auch in euren Reihen aufnehmen und euch so ein paar dauerhafte passive Boni einverleiben.
Im Laufe der Zeit schaltet ihr natürlich jede Menge neue Gebäude, Upgrades und passive Vorteile frei, dazu kommt ein simples Forschungssystem zum Einsatz. Das wurde zur Abwechslung mal nicht wie ein Baum aufgebaut, sondern ist in Entwicklungsstufen unterteilt, die erst nach und nach freigeschaltet werden. Dadurch könnt ihr euch die Upgrades aussuchen, die ihr wirklich wollt und seid nicht gezwungen, etwas zu erforschen, worauf ihr eigentlich gar keinen Bock habt.
Gezeitensog: Aus den Tiefen des Meeres
Erst nach ein paar Runden zeigt sich dann die erste von zwei großen Neuerungen, nämlich die Monsun-Phase. In der wird's nicht nur stimmungsvoll verregnet, sondern auch gefährlicher. An zufälligen Orten tun sich dann Risse auf, aus denen extra starke Monster spawnen, die anschließend eure Siedlungen blockieren. Außerdem verhalten sich neutrale Nebenfraktionen nun aggressiver und greifen schneller zu den Waffen. Allerdings hat diese Phase auch einen dicken Vorteil, denn es erscheinen überall Dust-Pakete auf der Map, die ihr möglichst schnell einsacken solltet - am besten schickt man da gleich ein paar Späher los, die sich automatisch auf die Suche machen und das Zeug für euch einsammeln.
In diesem Artikel
- Seite 1 Endless Legend 2: So schlägt sich die 4X-Hoffnung im Early-Acccess-Test
- Seite 2 Endless Legend 2: Geheimnisse im Ozean
- Seite 3 Endless Legend 2: Rundenkämpfe und Upgrades - Manches neu, vieles anders!
- Seite 4 Endless Legend 2: Lohnt sich der Kauf schon jetzt? Unser Early-Access-Fazit
- Seite 5 Bildergalerie
Kälte-Perioden wie im ersten Endless Legend gibt es übrigens nicht mehr! Stattdessen folgt nach der Monsun-Phase die zweite, noch wichtigere Neuerung: der Gezeitensog. Dabei zieht sich der Ozean zurück und neue Landmassen auf dem Meeresboden kommen zum Vorschein, die dann dauerhaft erhalten bleiben. Dadurch vergrößert sich die gesamte Map jedes Mal um neue Gebiete, Wege, Quests und Rohstoffe. Fliegende Einheiten oder Boote, mit denen man die Gewässer schon vorher erkunden könnte, gibt es übrigens nicht, man muss also alles zu Fuß bereisen. Und weil so ein Gezeitensog drei Mal pro Partie auftritt, gibt es auch noch in den späteren Spielphasen genug Neues zu erkunden - und das ist in einem 4X ja wirklich nicht selbstverständlich.
Quelle: PC Games
Während eines Monsuns werden Dust-Pakete kreuz und quer über der Map verteilt. Schnell einsammeln!
Auf zu großen Taten
Nach einer Weile erfährt man dann auch endlich, worum es in Endless Legend 2 wirklich geht, was es mit dem Gezeitensog auf sich hat - und welche uralte Macht sich in den Tiefen der Ozeane regt. Ab diesem Zeitpunkt erhaltet ihr dann die Wahl zwischen drei möglichen Siegesbedingungen, auf die ihr nun hinarbeiten könnt.
Es gibt aber auch noch klassischere Möglichkeiten, das Spiel abzuschließen, etwa einen Sieg nach Punkten, Eroberung, Wissenschaft und so weiter. Die Ziele kann man sich auch individuell an- und abschalten, wenn man etwas davon nicht mag. Einzig die Spieldauer ist für unseren Geschmack noch zu niedrig angesetzt, nach 300 Zügen ist nämlich standardmäßig Schluss. Zum Early-Access-Start lässt sich dieser Wert auch noch nicht ändern, das kommt dann hoffentlich mit einem späteren Update.
Quelle: PC Games
Die Hauptquest spaltet sich in drei mögliche Wege zum Sieg. Es gibt aber auch weiterhin klassische 4X-Siegesbedingungen wie Vorherrschaft, Wissenschaft und so weiter.
Ein Detail gefällt uns aber schon jetzt: Die Großtaten, die sich eher unscheinbar im Quest-Menü verstecken. Dabei sind die eigentlich ziemlich wichtig! Eine Großtat kann alles Mögliche sein, zum Beispiel eine gewisse Bevölkerungsgröße erreichen oder eine bestimmte Anzahl Kämpfe gewinnen. Ist euch das gelungen, erhaltet ihr dafür einen starken passiven Bonus, der sich wirklich lohnt - allerdings müsst ihr schneller als eure Gegenspieler sein, außerdem gibt's pro Gezeitensog immer nur vier Taten, die ihr erreichen könnt. Die sollte man also immer im Blick haben.
Expandieren für Anfänger
Zoomen wir die Karte mal ein bisschen raus, erkennt man es gleich: Die gesamte Map ist wieder in fest vorgegebene Gebiete unterteilt, also genau wie in Humankind. Und auch das Siedeln läuft ähnlich ab: Anstatt eine Region gleich mit einer Stadt zu besetzen, errichtet man nämlich erst mal einen Außenposten. Das kann nun prinzipiell jede Einheit erledigen, die Siedler aus dem ersten Endless Legend wurden darum einfach gestrichen. Hat man mal ein Gebiet erst mal unter seine Kontrolle gebracht, kann man den Außenposten danach noch in eine vollwertige Stadt umwandeln oder man schließt die Region einfach an ein benachbartes Gebiet an.
Quelle: PC Games
Die Map ist fest in Gebiete unterteilt. Wie in Humankind könnt ihr sie mit Lagern besetzen, die man dann später noch angliedern oder in Städte umwandeln kann.
Bevor ihr eine Region erobern könnt, müsst ihr aber erst mal die Festungen säubern, die nach jedem Gezeitensog zum Vorschein treten. Das sind besondere Orte, an denen hochstufigere Gegner auf euch warten. Habt ihr den Kampf überstanden, erhaltet ihr dafür eine größere Ladung Zufallsbeute. Und genau deshalb sind die Festungen so wichtig, denn Ausrüstung nimmt diesmal eine größere Rolle ein als im Vorgängerspiel.
Helden im Überfluss
Im Gegensatz zum ersten Endless Legend könnt ihr eure normalen Truppen allerdings nicht mehr mit Items ausstatten. Gegenstände sind nur noch für Heldeneinheiten vorgesehen, die ihr entweder mit der Zeit freischaltet oder die ihr einfach gegen Bezahlung als Söldner anheuert.
Alle Helden unterscheiden sich in vier Grundklassen und erfüllen so bestimmte Funktionen wie zum Beispiel Magier, Fernkämpfer oder Tank. Sie leveln durch Gefechte auf, dann schaltet man in einem Talentemenü auch wieder verschiedenste aktive und passive Fähigkeiten frei. Außerdem gibt es nun vier Basisattribute, die man von Zeit zu Zeit steigern sollte, weil sie sich auf verschiedenste Charakterwerte und Skills auswirken.
Quelle: PC Games
Wie im Vorgänger schaltet ihr für alle Helden neue Talente und Vorteile frei. Neu sind die vier Hauptattribute (rechts im Bild).
Im Inventarbildschirm rüstet ihr eure Helden dann mit all den Waffen, Rüstungen und anderem Zeug aus, das ihr gesammelt habt. Das Interface ist hier zwar leider noch ziemlich umständlich, aber trotzdem lohnt es sich, genau hinzuschauen und zu vergleichen - denn hochstufige Waffen und Rüstungen steigern nicht nur eure Attribute, sondern haben auch besondere Eigenschaften, die für manche Helden eher nutzlos sind, für andere aber dafür so richtig reinhauen. Auf der nächsten Seite klären wir, wie sich die Kämpfe in Endless Legend 2 spielen - und warum sich Kenner des Vorgängers umgewöhnen müssen.
