Zu hoch gepokert: EA setzt unrealistische Erwartungen an Battlefield 6

News Nico Scholz
Zu hoch gepokert: EA setzt unrealistische Erwartungen an Battlefield 6
Quelle: EA (Battlefield Labs Client Update)

Hinter der glänzenden Fassade von Battlefield 6 brodelt es gewaltig: EA will 100 Millionen Spieler anlocken - doch selbst die Entwickler halten das für ziemlich utopisch.

Von außen betrachtet scheint bei Battlefield 6 alles im grünen Bereich: Leaks zeigen beeindruckende Spielszenen, die nostalgische Fans an die Glanzzeiten von Battlefield 3 und Battlefield 4 erinnern. Doch während Reddit im Hype badet, brodelt es hinter den Kulissen gewaltig.

Was ist los bei EA?

Laut einem Bericht von Ars Technica hat sich das Entwicklungsbudget bereits jenseits der 400-Millionen-Dollar-Marke verirrt - und die Kampagne hängt weit hinter dem Multiplayer her. Aber das ist längst nicht die größte Baustelle bei EAs neuem Shooter-Prestigeprojekt. Denn das Unternehmen will satte 100 Millionen Spieler an Land ziehen - eine Zahl, die selbst die Entwickler bei DICE eher für eine utopische Fantasie halten.

Battle Royale als Heilsbringer?

Zum Vergleich: Selbst Battlefield 2042 brachte es bislang nur auf 22 Millionen Spieler. Und das war inklusive sämtlicher Gratis-Wochenenden, Sale-Aktionen und wahrscheinlich auch Leute, die versehentlich den Download-Knopf gedrückt haben. Doch EA glaubt fest an ein Wundermittel: ein Free-to-Play-Battle-Royale-Modus, der Battlefield 6 den Sprung in die Massencharts ermöglichen soll - nach dem Vorbild von Call of Duty: Warzone.

"Offensichtlich hat Battlefield solche Zahlen noch nie erreicht", so ein EA-Mitarbeiter. Selbst zu seinen besten Zeiten kam Battlefield 1 höchstens auf etwas über 30 Millionen Spieler. Das Ziel von 100 Millionen wirke deshalb eher wie eine Zahl aus einer überambitionierten Präsentation, die bei EA-Zentralen durch schicke Folien und noch schickere PowerPoint-Übergänge entstanden ist. Doch Folien gewinnen bekanntlich keine Matches - und auch keine Fans.

Der Bericht von Ars Technica zeichnet zudem ein düsteres Bild von der Entwicklung: Mitarbeiter seien vom Workload ausgelaugt, die Kampagne - übrigens nur rund sechs Stunden lang - steckt weiterhin im Verzug. Besonders bitter: Das Studio Ridgeline, das eigens für die Battlefield-Kampagnen gegründet wurde, existiert inzwischen gar nicht mehr.

Ob Battlefield 6 tatsächlich eine Schar von 100 Millionen Spielern um sich schart, steht in den Sternen. Sicher ist nur: EA hat große Pläne - und große Probleme. Vielleicht sollte man sich erstmal darauf konzentrieren, die Basics hinzubekommen, bevor man das nächste Millionen-Ziel ausruft. Wir bleiben jedenfalls gespannt.

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