Dolmen im Test mit Video: Das mieseste Souls-like aller Zeiten? - Seite 2
Test
Ihr habt euch gerade erst durch Highlights wie Elden Ring oder Horizon: Forbidden West gekämpft und braucht mal wieder so ein richtig mieses Spiel als Absacker? Dann solltet ihr euch Dolmen trotzdem nicht zulegen - denn was dieses grauenhafte Souls-like abliefert, ist nicht einmal unfreiwillig komisch.
Maximal langweilig ist darüber hinaus auch Dolmens Gegner-Roster: Ein paar Varianten von Alien-Käfern, zweibeinige Außerirdische mit Schwertern und Schusswaffen und der gelegentliche Weltraum-Zombie sind offenbar alles, was das Setting hergegeben hat. Wie bei seinen einschläfernden Umgebungen nervt das Spiel auch in diesem Punkt mit jeder Menge Recycling: Weil Kreativität hier ein Fremdwort ist, werden Feinde in späteren Abschnitten munter wiederverwertet und mit exorbitant vielen Lebenspunkten und Schaden ausgestattet. Wenn das noch nicht reicht, bekommt ihr die generischen Aliens einfach gruppenweise vor die Füße geworfen.
Mit der Wucht einer zu lang gekochten Nudel
Die Feinde sind allesamt genauso grottig und abgehackt animiert, wie eure Spielfigur, worunter die Lesbarkeit der Kämpfe leidet. Attacken werden oft mies oder überhaupt nicht telegrafiert, deswegen lautet die Devise in den Kämpfen, stumpf auswendig zu lernen oder die strohdoofe, oft verbuggte KI auszunutzen. Genauso laufen dann auch die wenigen Bossfights ab: Alien-Käfer Nr. 3 zum Beispiel vergisst gerne mal, dass er uns eigentlich töten wollte, wenn wir weit genug von ihm entfernt sind (oder direkt vor seiner Nase stehen).
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Quelle: PC Games
Sieht man sich die NPCs, die euch das Spiel retten lässt, mal genauer an, stellt sich die Frage, ob man Revion Prime nicht einfach präventiv in die Luft jagen sollte.
Alien-Käfer Nr. 2 lässt uns eine gefühlte halbe Minute lang im Schritttempo vor seinen Tentakeln herdackeln, Alien-Soldat Nr. 2 bricht während des Kampfes immer wieder ohne erkennbaren Grund wehrlos zusammen. Dass die Bosskämpfe dann auch noch mies gebalanced sind und euch zwischendurch gerne oneshotten, während ihr restliches Angriffsrepertoire kaum Schaden anrichtet, macht den Kohl auch nicht mehr fett.
Gelegentlich arbeiten die Entwickler zwar mit netten Mechaniken, wenn sie euch etwa einen Boss durch Kraftfelder locken lassen, um ihn zeitweise außer Gefecht zu setzen.
Quelle: PC Games
Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn die KI ausgeht: Mal töten euch die Bossgegner mit einem einzigen Angriff, mal werden sie plötzlich handzahm.
Das passiert aber zu selten und zu halbherzig, um das miese Gameplay und das durch und durch lieblose Design wieder wettzumachen. Auf Wunsch dürft ihr jeden Obermotz noch zwei weitere Male bekämpfen, um euer mickriges Arsenal durch Bosswaffen zu erweitern - mit einer Ressource, die ihr von den Standardgegnern zusammenfarmen müsst.
Weltraumschrott
Grinding steht außerdem auf dem Programm, wenn ihr neue Rüstungen und Waffen basteln und aufwerten wollt. Blaupausen erhaltet ihr von Bossgegnern oder NPC-Aliens, der benötigte Crafting-Schrott ist dann überall in der Spielwelt verteilt.
Interessante Belohnungen fürs Erkunden hat Dolmen also kaum auf Lager, vor allem, da die guten Ausrüstungsteile gerne mit hohen Attributsanforderungen daherkommen, für die ihr einiges an Erfahrungspunkten verdienen müsst.
Und zwar in fürchterlich langweiligen Kämpfen gegen die immer gleichen Klongegner, die planlos in hässliche Level-Korridore gestopft wurden. Wir lehnen dankend ab und ziehen nach dem Meinungskasten unser endgültiges Fazit!
Meinung
Selbst, wenn ihr schon jedes andere Souls-like auf dem Planeten gespielt habt und eure Ansprüche diesbezüglich extrem niedrig sind: Dolmen ist wahnsinnig generisch, monoton und für einen vermeintlichen AA-Titel, der verpackt in den Läden steht, unfassbar billig zusammengeschustert. Da hilft auch der Indie-Bonus für ein unerfahrenes Studio nichts mehr - immerhin steht mit Prime Matter, dem Premium-Label von Koch Media, ein großer Publisher hinter dem Projekt. Diesen Weltraumschrott kann man also bedenkenlos auf den Mond schießen.
