Solo toll, gemeinsam geniel
BILD: XBOX-ZONE
Alles in allem spielen sich die Missionen erfreulich abwechslungsreich, da stets andere Aufgaben und Ereignisse auf den Spieler warten. Zudem begegnen Ihnen immer wieder andere Ziele und Einheiten. Die liebevoll gestalteten Umgebungen tun ihr Übriges, um eine stimmungsvolle Mittelerde-Atmosphäre zu schaffen. Leider verlaufen die Missionen allzu linear und der KI-Gegner stellt meist keine wirkliche Herausforderung dar. Die KI reagiert mehr auf die Aktionen des Spielers, als selbst zu agieren. Der Spieler kann sich daher ohne große Mühe einigeln, bis an die Zähne bewaffnen und dann angreifen.
So sind die beiden Solo-Kampagnen mit ihren je etwa zehn Stunden Spielzeit auch eher als großes Tutorial zu verstehen. Denn im Gefechtsmodus gegen Computergegner und besonders im genialen Multiplayer-Modus via Xbox Live entfaltet das Spiel seine wahren Stärken und fordert Sie erst richtig. Denn wenn mehrere Fraktionen unter exakt gleichen Bedingungen ins Spiel starten, kommt es wirklich auf eine ausgefeilte Taktik und umsichtige Planung an.
Ganz besonders bei menschlichen Kontrahenten macht das einfach einen Heidenspaß! Hier liegt eines der Highlights des Spiels, denn während der Solo-Part nur einige Tage fesselt, kann man mit dem Multiplayer-Modus Wochen verbringen. Unter den fünf Spielmodi macht vor allem das normale Gefecht enormen Spaß. Geübte Taktiker versuchen sich dann beim Rohstoff-Sammeln oder "Besetzen und Halten".
Schade, dass die Grafik den guten Gesamteindruck etwas schmälert. Zwar tummeln sich in der Regel sehr viele Einheiten auf dem Bildschirm, doch sind diese eher grob modelliert und das Spiel neigt dennoch zu Ruckeleinlagen. Die Kamera ist insgesamt etwas zu nah am Geschehen und lässt sich nicht so weit herauszoomen, wie man es gern hätte. Alles in allem ist Die Schlacht um Mittelerde II aber ein gelungener Einstieg in die Welt der Echtzeit-Strategie und für Fans des Genres wie auch für Filmfans durchaus eine lohnende Anschaffung.
