Mafia trifft auf Tatortreiniger: Das wahrscheinlich blutigste Spiel des Jahres
Test
Seit dem 14. August gibt's einen tollen Überraschungs-Hit auf Steam. Wir haben uns bewaffnet und uns ausgiebig in den Crime Scene Cleaner gestürzt.
Weiter, schneller, heller
Je weiter wir in der Story vorankommen, desto mehr Hilfsmittel erhalten wir. Denn das Blut sitzt häufig doch sehr fest in manchen Oberflächen. So füllen wir unter anderem stärkeres Reinigungsmittel in den Wassereimer, um mit weniger Aufwand zu wischen.
Auch eine Lampe und ein UV-Strahler unterstützen beim Reinigen. Dunkle Ecken werden mit der Stehlampe deutlich heller ausgeleuchtet. Der UV-Strahler macht dagegen Flecken besser sichtbar. Manche Tatorte erscheinen dadurch wie das Zimmer eines Jugendlichen, der die Schmuddelfilm-Sammlung seines großen Bruders entdeckt hat. Hilfreich sind die Gadgets aber allemal.
Quelle: President Studio
Und auch Fähigkeitspunkte für Verbesserungen lassen sich zwischen den Jobs einsetzen. Schließen wir mehrere Ziele ab, finden wir Geheimnisse und stehlen wir an den Schauplätzen Geldscheine, erhalten wir auch mehr Punkte. Ein effizienterer Mopp ist eben nicht nur im Harry-Potter-Universum hilfreich, sondern auch um Tatorte zu reinigen.
Zusätzlich zu den Upgrades für Mopp, Schwamm und Co. erhalten wir durch die Fähigkeitspunkte noch weitere Helferlein. Zum Beispiel einen Ozonisator, der heftige Flecken bereits vor dem Putzen abschwächt, oder eine simple Trittleiter, um höher gelegenen Schmutz besser zu erreichen.
Saubermacher-Image
Wer sich vom Crime Scene Cleaner eine ernstzunehmende Reinigungs-Simulation erwartet, wird am Ende enttäuscht sein. Vielmehr stehen Spielspaß und schwarzer Humor im Vordergrund. Es gibt keine unzähligen, wechselbaren Düsen für den Hochdruckreiniger wie beim PowerWash Simulator.
Außerdem können wir den Strahl lediglich um 90 Grad drehen und nicht bis ins kleinste Detail anpassen. Auch unterschiedliche Mopps und Schwämme lassen sich nicht erwerben. Dennoch sind die Jobs aufgrund der verschiedenen Schauplätze abwechslungsreich. Langeweile kommt so schnell also nicht auf.
Insgesamt kommen wir auf über zehn Spielstunden. Möchten wir alle Geheimnisse aufdecken, brauchen wir sogar noch ein wenig länger, bis wir alle Kapitel abgeschlossen haben.
Blitzeblank
Optisch überrascht uns der Crime Scene Cleaner tatsächlich positiv. Die Kapitel strotzen nur so vor Details, was die Locations sehr authentisch gestaltet. Überall liegen Gegenstände herum und die meisten lassen sich sogar aufheben und durch die Gegend werfen. Das bringt absolut gar nichts, macht das Erlebnis aus der First-Person-Perspektive jedoch immersiver.
Die Beleuchtung macht ebenfalls viel her und fällt je nach Areal immer wieder unterschiedlich aus. In den dunklen Ecken braucht es dann eben UV-Strahler und Lampe, um auch die letzten Blutreste aufzuspüren.
Sobald wir Interaktionen ausführen, merken wir aber schon, dass es sich um einen Indie-Titel handelt. Diese sind doch recht steif und auch unser süßer Schäferhund hat seine Animationen in den frühen 2000er-Jahren spendiert bekommen.
Insgesamt gibt's mit dem Crime Scene Cleaner aber ein tolles Spiel für zwischendurch, bei dem der innere Monk definitiv befriedigt wird. Seit dem 14. August ist der virtuelle Tatortreiniger auf Steam für 18,99 Euro erhältlich. Ob in der Zukunft auch eine Version für Konsolenspieler auf den Markt kommt, steht bislang leider noch nicht fest. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde die Releasefassung von Crime Scene Cleaner gespielt.
