Der Levelaufbau ist ebenso spannend geworden wie die Erzählung der Story. Allerlei Wendungen und sich verändernde Missionsziele lassen keine Langeweile aufkommen. Mal muss ein Schlüssel gesucht werden, um eine Tür aufzuschließen, mal müssen Gasleitungen gesprengt werden, um ein Labor in die Luft zu jagen, und ein anderes Mal muss ein Hubschrauber aus der Luft geholt werden, um eine Mission erfolgreich abzuschließen. Pro Level gibt es mehrere optionale Aufgaben, die für zusätzliche Abwechslung sorgen. Damit der eifrige Agent dabei immer auf Kurs bleibt, hilft ihm ein kleiner Pfeil auf dem Bildschirm, der ihn sicher an den nächsten Bestimmungsort leitet. Wer glaubt, dass damit alles zu einem Kinderspiel werden würde, dem sei gesagt, dass die Feinde mit mehr Intelligenz gestählt wurden als die meisten ihrer digitalen Kollegen. Sobald Andrew irgendwo unvorsichtigerweise in ihre Sichtweite kommt, stürmen sie auf ihn ein. Viele Objekte im Spiel wie Kisten, Tische oder Anhänger sind wirklich interaktiv und verhalten sich dank der guten Physik-Engine absolut realistisch. Wenn Sie beispielsweise einen Gegenstand wie einen Tisch zu einer Deckung umfunktionieren, versuchen Ihre Gegner, diese zu umlaufen. Aber auch Ihre Gegner achten darauf, dass sie bestehende Deckungsmöglichkeiten nutzen, um Ihnen das Leben besonders schwer zu machen. So findet Andrew manchmal trotz aller Hilfsmittel ganz schnell den Tod. Damit ein Bildschirmableben nicht ganz so tragisch ist, wurde jeder der 16 Levels in mehrere Kontrollpunkte unterteilt, an denen das Abenteuer weitergehen kann. Auch nach dem Laden eines jederzeit speicherbaren Spielstandes wird die Mission am letzten Kontrollpunkt fortgesetzt. Damit sowohl Profis als auch Neulinge ihren Spaß mit Sterlings Abenteuer haben, wurden drei Schwierigkeitsgrade eingebaut, ein weiterer kann freigespielt werden.
Andrew in Rente?
Bei Cold Winter haben die Swordfish Studios spielerisch alles richtig gemacht, auch wenn der Titel dem Genre keine wirklich neuen Impulse verleiht. Auf der technischen Seite lässt sich den Entwicklern ebenfalls kaum ein grober Schnitzer nachweisen. Die Texturen sind detailliert, das Spiel läuft jederzeit flüssig, aber dafür hält es sich mit den großen grafischen Effekten deutlich zurück. Die Soundeffekte sind durchaus ordentlich und die Musik trägt grandios zur hervorragenden Atmosphäre bei. Alles in allem orientiert sich Cold Winter an jenem Konzept, das Half-Life 2 zum besten PC-Shooter machte: keine großen Experimente, stattdessen atmosphärisch dichte und hervorragend spielbare Action-Kost.
