In Sprungpassagen macht einem die Steuerung oftmals zu schaffen.
Der Sommer 2004 steht ganz klar im Zeichen von Filmumsetzungen. Nach einem guten Shrek 2 und einem hervorragenden Spider-Man 2 steht uns jetzt mit Catwoman bereits die dritte Kino-Blockbuster-Filmumsetzung ins Haus - und das noch bevor der Film in die deutschen Kinos kommt! Wer nun denkt, bei Electronic Arts' Catwoman handle es wie bei deren letzter Filmumsetzung, Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs, um ein geradliniges Actionspiel mit Non-Stop-Prügeleien, täuscht sich. Überraschenderweise orientiert sich der Titel sehr stark an Ubisofts Softwareperle Prince of Persia. Wie der sympathische Jungspund verbringt auch die gelenkige Katzendame in ihrem Abenteuer die meiste Zeit mit ausgedehnten Kletteraktionen. Leider bestätigt sich jedoch mal wieder die alte Weisheit, dass eine Kopie nur selten so gut ist wie das Original.
Klettern mit Hindernissen
Mal abgesehen von der eher unbedeutenden Tatsache, dass die Levels bei Catwoman allesamt sehr künstlich wirken und viele Kisten, Stangen und Schalter absolut hirnverbrannt angebracht sind, macht die Kletterei durchaus Spaß. Die flinke Superheldin hat ein ähnlich großes Bewegungsrepertoire wie der persische Klettermaxe und so ist bei den ständigen Turnereien für genügend Abwechslung gesorgt. Leider offenbart das Leveldesign aber einige gravierende Schwächen, die den gelungenen Ansatz wieder zunichte machen: Während man bei Prince of Persia einen Raum betritt, einen kurzen Überblick über den Fluchtweg bekommt und anschließend weiß, was zu tun ist, irrt man bei Catwoman stellenweise minutenlang durch die Umgebung, ohne genau zu wissen, wo man hinmuss. Aufgrund des oftmals chaotischen Levelaufbaus erschließen sich einem oft die Wege nicht automatisch. Zwar gibt es die Möglichkeit, mittels des Katzenauges von Catwoman Spuren zum nächsten Abschnitt des Levels zu erkennen, diese Option steht einem allerdings nicht immer zur Verfügung.
Nervige Abstürze
Ein weiteres Manko sind die absolut nervtötenden Rückschläge, die man regelmäßig während des Kletterns hinnehmen muss. Oft kommt es vor, dass man, wenn man eine Stange oder ein Netz verpasst hat, metertief nach unten fällt und schwierige, ellenlange Kletterpassagen wiederholen muss. Die ungenaue, schwammige Steuerung und die oftmals überforderte Kamera verstärken dieses Problem zusätzlich und so werden Spieler mit schwachen Nerven wohl den einen oder anderen Tobsuchtsanfall erleiden (hat der Redakteur alles schon hinter sich!).
Simple Kämpfe
Neben all den Geschicklichkeitseinlagen werden natürlich auch bei Catwoman regelmäßig Gegner vermöbelt. Dazu hat man der feschen Mieze einige sehr wirkungsvolle Schlag- und Trittkombinationen (im Capoeira-Stil) spendiert, die per C-Stick ausgeführt werden. Der Spieler muss den Stick dazu nur in die Richtung des Gegners drücken und Catwoman schlägt anschließend dorthin. Wie bei 360°-Steuerungen üblich, bringt diese Art von Schlagfreiheit auch immer einen entscheidenden Nachteil mit sich: Da der Stick einfach nur in die entsprechende Richtung gedrückt werden muss, ist das Schlagrepertoire sehr eingeschränkt und äußerst simpel aufgebaut. So verwundert es dann auch nicht, dass die Kämpfe allesamt sehr leicht und einzelne Gegner reine Opfer sind. Selbst große Ansammlungen von Feinden sind kein Problem, was die Kämpfe nicht gerade spannend macht. Halbwegs geschickte Spieler werden Catwoman (die Spielzeit beträgt nur etwa fünf bis sechs Stunden) deshalb wohl auch ohne ein einziges Ableben der Heldin meistern.
