Batman: Arkham Origins im Test - Nebenquests, Technik auf Konsolen und PC, Multiplayer-Modus
Test
Batman: Arkham Origins im Test für PC, PS3 und Xbox 360. Für das dritte Batman-Abenteuer hat Rocksteady die Entwicklerfackel weitergereicht: Batman: Arkham Origins entstand beim neuen Entwicklerteam WB Games Montreal. Der dritte Teil ist ein Prequel, spielt Jahre vor den Ereignissen von Arkham Asylum. Daraus stricken die Entwickler eine spannende Ursprungsgeschichte, verzichten aber auf spielerische Impulse und neue Ideen. Das Ergebnis ist darum nicht genial, aber immer noch ein Pflichtkauf für Batman-Fans.
Ein weiteres neues Gadget ist die Fernlenkkralle: Damit kann Batman seine Gegner an Wasserspeiern aufhängen oder Kabel zwischen Ankerpunkten aufspannen, um lässig über Abgründe zu balancieren - ein nützliches Werkzeug, das aber keinerlei Überraschungen bereithält. Auf Seilen laufen, Wege freisprengen, durch Luftschächte krabbeln - das kennt man aus den Vorgängerspielen. In Arkham Origins wurde der Anteil an Geschicklichkeitsaufgaben sogar leicht zurückgefahren, das Leveldesign fällt dadurch etwas linearer aus.
Das Schleichen: wieder fair und spannend
In vielen Innenräumen muss Batman wieder ganze Teams schwer bewaffneter Gegner ausschalten und dabei möglichst lautlos und clever vorgehen. Das ist so spaßig wie eh und je: Per Detektivsicht werden Feinde durch Wände sichtbar gemacht, so kann Batman seine Taktik planen, sich an seine Beute ranpirschen oder sie von erhöhten Plattformen aus in die Luft zerren. Das ist spannend, spielt sich klasse und fühlt sich einfach gut an. Zumal die Gegner-KI wieder glaubhaft reagiert, beispielsweise schließen sich Feinde zu Suchtrupps zusammen, sobald Batman das erste Ziel ausgeschaltet hat.
Nebenquests: Freie Verbrechensbekämpfung
Quelle: PC Games
PC-Version: Auch mit Maus und Tastatur spielen sich die Kämpfe prima. Einzig der Schnelleinsatz von Gadgets geht mit dem Gamepad etwas besser von der Hand. Daher ist es ratsam, sich die Tastaturbelegung an den eigenen Geschmack anzupassen.
Wie in Arkham City darf man beliebig zwischen Haupt- und Nebenaufgaben wechseln. Wer mag, kann etwa Gangstergruppen auf Gothams Straßen vermöbeln, das bringt Erfahrungspunkte, durch die Batman im Level aufsteigt und so verschiedene Upgrades freischaltet. Zusätzlich gibt es einige Sidequests, die kleine Nebenhandlungen erzählen, beispielsweise muss Batman es wieder mit dem Meisterschützen Deadshot aufnehmen. Keine dieser Aufgaben fühlt sich wirklich neu an, doch dafür sind sie gut designt und ansprechend in Szene gesetzt. Bei einigen Mordfällen muss Batman zunächst mit seinem Scanner den Tatort untersuchen und das Verbrechen rekonstruieren - das ist spielerisch so seicht wie in Arkham City, aber weitaus besser inszeniert: Diesmal kann Batman den Tathergang nämlich wie einen kleinen Film vor- und zurückspulen, um so Beweise zu entdecken und den Täter zu ermitteln. Weitere spielbare Charaktere wie Catwoman gibt's diesmal übrigens nicht, man ist stets als Batman unterwegs.
Genug Sammelbares, aber erstmals ohne Riddler-Rätsel
Auch der Riddler ist wieder mit dabei und hat zig sammelbare Objek
Quelle: PC Games
Erneut hat der Riddler zig sammelbare Objekte in der Stadt verteilt, für die man oft kleine Puzzles lösen muss. Leider wurden die coolen Umgebungsrätsel der Vorgängerspiele ersatzlos gestrichen.
te in der Stadt verteilt - anstelle grüner Fragezeichen-Symbole sind es diesmal zwar Datenpakete, doch das Prinzip ist identisch mit dem aus Arkham City. Batman muss also wieder kleine Puzzle- und Geschicklichkeitsaufgaben lösen, um die Daten zu sammeln, auch das gibt Erfahrungspunkte und sorgt für Ablenkung. Leider haben die Entwickler dabei ein Element der Vorgängerspiele ersatzlos gestrichen: Die motivierenden Riddler-Rätsel, für die Batman bestimmte Orte und Gegenstände in der Spielwelt scannen musste, gibt es nicht mehr. Damit geht ein schönes Adventure-Element verloren! Auch sonst gibt's diesmal weniger zu entdecken: Der Vorgänger bot im Vergleich etwas mehr Such- und Sammelbares, mehr Nebenbeschäftigung. Kein Wunder, dass man Arkham Origins mitsamt Haupt- und Nebenquests schon in etwa 12 bis 16 Stunden durchgespielt hat; wer alle Riddler-Datenpakete sammelt, ist natürlich länger beschäftigt. Arkham Origins mag also nicht so vollgepackt wie Arkham City sein, fühlt sich aber trotzdem vollständig an: Die Story ist gut inszeniert, entwickelt sich spannend, mündet in ein gelungenes Finale und dazwischen hat man mehr als genug zu tun, um auch mal vom Weg abzukommen - das ist den Kaufpreis absolut wert.
Die Technik auf Konsolen und PC: Schick trotz Schönheitsfehlern
Quelle: PC Games
Wie von den Arkham-Spielen gewohnt, verschlägt es Batman auch diesmal wieder in einen surrealen Fantasy-Abschnitt - das sieht klasse aus, hält aber kaum Überraschungen bereit.
Grafisch bewegt sich Arkham Origins auf dem starken Niveau der Vorgängerspiele: Detailreiche Charaktere, aufwendige Animationen und hohe Weitsicht sorgen auch auf der PS3 und Xbox 360 für tolle Bilder. Allerdings sind uns mehrmals hässliche, unscharfe Texturen ins Auge gestochen, sowohl in Innenräumen als auch auf verschiedenen Häuserdächern, auf denen man sich (es ist Batman!) häufig aufhält. Das sind verzeihliche Schönheitsfehler, die es in Rocksteadys Vorgängerspielen jedoch einfach nicht gab - optisch wirken die Vorgänger daher ein bisschen runder. Zudem hatte unsere PS3-Testversion hin und wieder mit Performanceeinbrüchen zu kämpfen.
Erwartungsgemäß sieht die PC-Fassung deutlich besser aus als die Konsolenversionen. Bei voll aufgedrehten Details und Full-HD-Auflösung kommt das düstere Gotham City spürbar besser zur Geltung, läuft aber trotzdem überraschend flüssig. Die Texturen sind schärfer und zusätzliche Partikeleffekte sorgen für einen Tick mehr Atmosphäre. Dank DX11-Unterstützung liefert die PC-Version zusätzliche Grafikeffekte, darunter detailreichere Schneedarstellung, ein geschmeidigeres Batcape, Umgebungsverdeckung und weichere Schatten. Per PhysX-Hardwarebeschleunigung sind außerdem ziemlich coole Partikeleffekte zu sehen, etwa aufwirbelnden Schnee oder Rauch und Dampf, der dynamisch auf Batman reagiert. Weitere Eindrücke und Benchmarks zu diesen Effekten gibt's bei unseren Kollegen von PC Games Hardware.
Die PC-Fassung: Wegen Bugs vorläufig abgewertet
Quelle: PC Games
PC-Version: Dank PhysX sorgen zusätzlicher Rauch und Nebel für Atmosphäre.
Die PC-Umsetzung von Arkham Origins ist im Grunde vorbildlich - die Grafik ist wesentlich besser als auf den Konsolen, die Steuerung wurde prima angepasst, der Kopierschutz fällt mit einer Steam-Aktivierung sehr sanft aus. Leider wird die PC-Fassung von einigen Bugs geplagt - beispielsweise haben viele Spieler Probleme damit, im Burnley Tower einen Luftschacht zu betreten, außerdem berichten einige Spieler über Abstürze. Im offiziellen Forum haben die Entwickler bereits mehrere Bugs bestätigt und stellen einen Patch in Aussicht, der die Fehler beheben soll. Da das Update aber noch auf sich warten lässt, werten wir die PC-Fassung vorerst ab. Sollte der kommende Patch die Fehler beseitigen, wird die Wertung wieder entsprechend angehoben.
Multiplayer-Modus von Splash Damage
Quelle: PC Games
Multiplayer: Als Joker nehmen wir Robin aufs Korn.
Neben der Story-Kampagne gibt's wieder einen Herausforderungsmodus, in dem Batman auf zig Karten Gegnerwellen bekämpfen darf - das ist nur für Highscore-Jäger interessant. Viel interessanter ist da der brandneue Multiplayermodus, der von von Splash Damage (Brink, Enemy Territory: Quake Wars) entwickelt wurde. Acht Spieler finden sich hier pro Partie zusammen, die nach den Regeln 3vs3vs2 gegeneinander antreten. Sechs Spieler übernehmen die Rolle von Gangstern, verteilt auf zwei Dreier-Teams. Die beiden übrigen Spieler schlüofen hingegen in die Rollen von Batman und Robin. Nun beginnen die Gangster damit, sich gegenseitig zu bekämpfen - das läuft genau wie in einem Third-Person-Shooter ab, erstmals in einem Arkham-Spiel kommen also Schusswaffen zum Einsatz. Neben diversen Gewehren stehen den Gaunern auch Granaten zur Verfügung, außerdem nutzen sie ein aktives Deckungssystem. Obendrein haben Gangster-Spieler die Möglichkeit, von Zeit zu Zeit ihren Charakter gegen einen Superschurken - Joker oder Bane - einzutauschen. Diese Krawallmacher nutzen mächtige Spezialfähigkeiten und Sonderwaffen, teilen massenhaft Schaden aus, regenerieren aber keine Lebenspunkte. Batman und Robin hingegen verfahren dem gleichen Prinzip, das man schon aus dem Singleplayer-Modus kennt: Die schwach gepanzerten Helden schleichen sich an ihre Ziele an, ziehen sich per Greifhaken an Vorsprüngen rauf, nutzen Batarangs und andere Gadgets, um den Gegnern zu entkommen. Für gespielte Partien gibt es - wie vom Genre gewohnt - Erfahrungspunkte und Upgrades für die eigene Ausrüstung.
Eigentlich ein spannendes, kurzweiliges Katz-und-Maus-Prinzip. Doch leider mangelt es dem Mehrspielermodus an Umfang - nur ein Spielmodus und vier Maps, das ist zu wenig, um langfristig zu motivieren. Außerdem kommt es am PC häufig noch zu Verbindungsfehlern, viele Partien starten gar nicht erst. Auch diese Fehler sind den Entwicklern bekannt und sollen mit einem Patch ausgebügelt werden. Das wäre auch zu wünschen - denn wenn der Mehrspielermodus mal läuft, macht er überraschend viel Spaß.
