Alan Wake 2 im Test: Ein traumhaft schöner Albtraum!
Test
Warum Alan Wake 2, der Horror-Mystery-Thriller von Remedy, ein absoluter Hit ist, erfahrt ihr in unserem Test.
Kapitel Drei: Alan Wake
Ein wenig anders sieht die Sache bei unserem Schriftsteller aus. Wake hat deutlich mehr in der Dunkelheit zu kämpfen. Daher läuft auch das Gameplay anders als bei Saga ab. Zwar steht ihm in seinem Autorenraum ebenfalls eine Tafel zur Verfügung, doch er benutzt diese für das Umschreiben der Handlung. In einigen Abschnitten finden wir sogenannte Echos, durch die Wake Inspiration für seine Geschichte erhält. An bestimmten Stellen in den Kapiteln müssen wir daher die Story auf der Tafel abändern, um eine neue Realität zu erschaffen.
Das bedeutet, dass sich im Anschluss die Umgebung wandelt und neue Gebiete entstehen. Das geschieht innerhalb von nur wenigen Sekunden und ohne Ladebildschirm. Das zeigt bereits, was für ein Technikmonster Alan Wake 2 ist - doch dazu später mehr. Ganz ähnlich funktioniert auch ein anderes Hilfsmittel. Mit der sogenannten Engelslampe können wir neue Wege an bestimmten Punkten offenbaren. Dafür brauchen wir bloß eine Lichtquelle, um die Energie mit der Birne aufzusaugen. Dadurch ergeben sich Rätsel, bei denen wir das Licht erst einmal finden müssen. Manchmal brauchen wir auch eine gewisse Abfolge oder müssen an der richtigen Stelle stehen, um weiterzukommen. Die Unterschiede zwischen den beiden Charakteren bringen eine fantastische Abwechslung ins Spielgeschehen, die die Tristesse des ersten Teils bei Weitem übertrifft.
Kapitel Vier: Parallelen
Doch es gibt auch Parallelen. Neben ein paar Knobeleien sind das vor allem die Shooter-Elemente. Wie bereits im Vorgänger müssen wir zunächst mit unserer Taschenlampe die Dunkelheitsschilde der Gegner schwächen. Ansonsten stecken die Schattenmonster deutlich mehr Kugeln und Patronen ein.
Bei manchen Angreifern entdecken wir im Anschluss einen Dunkelheitsriss am Körper. Wenn wir auf diesen feuern, bringen wir den Feind ins Taumeln und teilen mehr Schaden aus. Allgemein scheint Remedy auf die Kritiken am Vorgänger eingegangen zu sein und stellt uns weniger Gegner gleichzeitig gegenüber.
Herausfordernd sind die Kämpfe dennoch und auch die Anzahl an verschiedener Feindestypen wurde deutlich erhöht. Das Ausweichen funktioniert erneut auf Knopfdruck und kann nun auch nach einem schweren Treffer am Boden liegend ausgeführt werden.
Nervige Vogelschwärme und besessene Objekte, die auf uns zugeschleudert werden, gehören der Vergangenheit an - ebenso das Autofahren. Stattdessen belauschen wir spannende Dialoge zwischen den Charakteren auf der Reise von A nach B.
Insgesamt fühlt sich die Steuerung zwar genauer als im Erstling und auch im Remaster an, ein wenig schwammig bleiben die Shooter-Mechaniken dennoch. Am besten lassen sich die mit den letzten Teilen der Resident-Evil-Reihe vergleichen, da unsere Figuren keine ausgebildeten Super-Soldaten sind. Die Bewegungen bleiben daher eher langsam.
Kapitel Fünf: Stilmittel
Schon im ursprünglichen Alan Wake sahen wir in Fernsehgeräten einige Live-Action-Szenen - also Videosequenzen, in denen echte Schauspieler auftreten. Mit Control und anderen Titeln von Remedy ging das noch einen Schritt weiter und bei Alan Wake 2 verschmelzen nun teilweise die Grenzen zwischen Videospiel und Realität.
In Wakes Kopf herrscht das blanke Chaos und genau das fängt das Sequel auf atemberaubende Weise ein. Um ein Beispiel zu nennen: In einem Abschnitt des Spiels befinden wir uns in einer Talkshow.
Zu Gast in der Talkshow: Ilkka Villi, der Schauspieler, der Alan Wake das Gesicht leiht, gemeinsam mit Sam Lake. Es gibt Zeitpunkte, da wissen wir nicht mehr, ob wir uns in der Realität, in einer Parallelwelt oder in Wakes Kopf befinden. Selten hat uns ein Videospiel so verwirrt und fasziniert zugleich.
Würden wir über bestimmte Kapitel der Story berichten, würdet ihr uns vermutlich nicht einmal glauben. In Alan Wake 2 geschehen dermaßen verrückte Dinge, die hätten wir dieses Jahr von allen Spielen am wenigsten in Alan Wake 2 erwartet. Und genau das macht Alan Wake 2 so besonders und so gut.
Remedy-typisch gibt's zudem wieder unzählige Anspielungen auf andere Titel des Studios wie Max Payne und Control. Wer die Augen offenhält, bemerkt an vielen Stellen nette, kleine Easter-Eggs. Obwohl der Mistery-Thriller deutlich düsterer daherkommt als Teil eins, darf auch der Humor nicht zu kurz kommen. Neben skurrilen Auftritten von Lake und Co. haben es einige witzige Figuren ins Spiel geschafft, um den ansonsten knallharten Horrorschocker ein wenig aufzulockern.
