Tod auf dem Nil im Test: Disco, Urlaub, Mord - jetzt sind unsere grauen Zellen gefragt!

Test Marie-Theres Ottowitz Annika Menzel
Tod auf dem Nil im Test: Disco, Urlaub, Mord - jetzt sind unsere grauen Zellen gefragt!
Quelle: PC Games

In Tod auf dem Nil werden wir erneut auf eine der berühmtesten Kreuzfahrten der Kriminalliteratur geschickt. Doch dieses Mal ist Detektiv Poirot nicht allein im Rampenlicht. Wir verraten euch, ob die spielerische Adaption gelungen ist.

Die britische Krimiautorin Agatha Christie gilt als eine der erfolgreichsten Autorinnen der Literaturgeschichte. Besonders bekannt wurde sie durch ihre zahlreichen Detektivgeschichten über weit bekannte Charaktere wie Miss Marple und Hercule Poirot. Letzterer löste bereits 1937 erstmals einen der heute noch bekanntesten Fälle der Autorin: den Tod auf dem Nil.

Seit seiner Veröffentlichung diente das Werk bereits viele Male als Vorlage für verschiedenste Adaptionen, schon früher im Theater, Film, Fernsehen und mittlerweile sogar auch für Videospiele.

Die jüngste Veröffentlichung vom Entwicklerstudio Microids Studio Lyon knöpft sich die tragischen Ereignisse dieser Kreuzfahrt erneut vor und lässt uns selbst das Steuer übernehmen - metaphorisch und wortwörtlich. Zusätzlich sorgt eine neue Protagonistin für frischen Wind. Wieso es sich lohnt, dieser verhängnisvollen Urlaubsreise erstmals oder erneut beizuwohnen, verraten wir euch in unserem Test!

Ein Fall für Zwei? Oder doch zwei Fälle?

Die Geschichte beginnt bereits etwa sechs Monate vor der folgenschweren Kreuzfahrt durch Ägypten, als Privatdetektiv Hercule Poirot in der Disco Chez ma Tante Zeuge eines gescheiterten Heiratsantrags wird. Zu diesem Zeitpunkt kann niemand ahnen, dass ihn dieses Vorkommnis auf seiner Urlaubsreise in Ägypten ein halbes Jahr später noch einmal beschäftigen würde.

In dieser Version von Tod auf dem Nil dürfen wir selber das Steuer übernehmen - wortwörtlich. Quelle: PC Games In dieser Version von Tod auf dem Nil dürfen wir selber das Steuer übernehmen - wortwörtlich.

Dort begegnet er im Hotel neben zahlreichen neuen Charakteren auch ein paar alten Gesichtern aufs Neue. Die Lage scheint bereits angespannt. Wie sich letztendlich herausstellt, planen alle Gäste, dieselbe Kreuzfahrt über den Nil anzutreten, und wir begleiten die bunte Reisegruppe auf den Dampfer Karnak.

Die Hoffnung auf Entspannung wird schon bald enttäuscht, als einer der Passagiere ermordet wird. Als alle Augen auf Poirot fallen, um die Tragödie schnellstmöglich aufzuklären, wird aus seinem Urlaub eine komplexe Ermittlung, bei der nichts so ist, wie es scheint.

So weit bleibt das Spiel dem Quelltext erfreulicherweise größtenteils treu - mit kleinen Änderungen bezüglich der Charaktere. Und natürlich muss nun auch ein zentraler Ausflug entlang der Reiseroute, nämlich zum Tempel Abu Simbel, visuell und erzählerisch gefüllt werden.

Hercule Poirot steht dieses Mal nicht alleine im Rampenlicht. Er trifft die zweite Protagonistin Jane Royce zu Beginn. Sie geht ihrem eigenen Fall nach, bevor sich die Wege der beiden Ermittler auf dem Nil nochmal kreuzen. Quelle: PC Games Hercule Poirot steht dieses Mal nicht alleine im Rampenlicht. Er trifft die zweite Protagonistin Jane Royce zu Beginn. Sie geht ihrem eigenen Fall nach, bevor sich die Wege der beiden Ermittler auf dem Nil nochmal kreuzen. Die größte Neuerung ergibt sich aber wohl durch eine ganz neue Protagonistin: die Detektivin Jane Royce. Ganz nach Poirots Vorbild geht sie parallel einem eigenen, sehr persönlichen Fall nach. Dieser schickt sie auf eine weite Reise, bevor sich die Wege der beiden Ermittler letztendlich auf der Karnak kreuzen, wo sie gemeinsam versuchen, Antworten auf die vielen Fragen zu finden.

Doch die Geschichte endet wider Erwarten nicht mit dem Ende des Buches, sondern wird durch einen weiteren Fall im Epilog ergänzt. Das bietet uns nochmal eine gute Menge Inhalt, denn es gibt die beiden Versionen A und B, die sich sehr grundlegend unterscheiden. Erfreulicherweise dürfen wir beide Enden ohne großen Aufwand ausprobieren, denn die jeweils andere Version kann nach dem ersten Durchspielen einfach über die Kapitelauswahl nachgeholt werden.

Insgesamt empfanden wir die Erweiterung der Geschichte größtenteils als gelungen, jedoch mit ein paar Makeln. Wir tappten relativ lange im Dunkeln, wieso überhaupt ein ständiger Perspektivwechsel stattfindet und damit auch, was denn letztendlich die beiden, im Kern sehr unterschiedlichen, Fälle überhaupt miteinander zu tun haben.

So fühlte es sich zeitweise an, als würden die beiden Geschichten lediglich nebeneinander existieren, und es dauerte lange, bis sich alles fügte. Abgesehen davon sind sie aber spannend erzählt und bieten einige Stunden Spielspaß. Auch das Setting hält einen besonderen Twist parat. Welcher das ist und auf welche Aufgaben ihr euch freuen dürft, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

  1. Seite 1 Einstieg & Geschichte von Hercule Poirot und Jane Royce
  2. Seite 2 Setting & Gameplay
  3. Seite 3 Einfluss von Entscheidungen, technische Probleme & Fazit
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