The Precinct ist GTA mit Polizisten - und genau das, was wir jetzt brauchen!
Test
Euch dauert die Wartezeit auf GTA 6 zu lange und ihr spielt ohnehin lieber auf der Seite des Gesetzes? Dann kommt der Release von The Precinct genau richtig.
Manchmal meint es der Zufall gut mit einem. Noch letzte Woche hat der veröffentlichte Trailer zu GTA 6 für ordentlich Rummel gesorgt und genau jetzt gibt's mit The Precinct eine Polizeisimulation, die an die alten GTA-Teile erinnert. In einer Action-Sandbox leiste ich mir packende Verfolgungsjagden mit Verbrechern, wilde Schießereien mit Gang-Mitgliedern und erlebe drumherum eine spannende Geschichte rund um Mord, Korruption und die tägliche Arbeit eines Cops.
The Precinct (jetzt kaufen 39,99 € / 26,99 € ) sieht nicht nur aus wie ein Old-school-GTA, es spielt sich größtenteils auch so. Vor allem deutsche Entwickler sollten sich abschauen, wie man den Polizeialltag interessant gestaltet. Denn der Highway Police Simulator und auch Patrol Officers stinken dagegen ordentlich ab. Es gibt aber auch einige Schwächen, die mir im Test aufgefallen sind.
Frischfleisch
The Precinct spielt im Jahr 1983 in einer fiktiven Stadt namens Averno City. Als Officer Nick Cordell stoße ich direkt aus der Polizeiakademie zu meinen voreingenommenen Kollegen im Revier dazu. Ab sofort gilt es, die Straßen sauberer zu machen und die Kriminellen hinter Schloss und Riegel zu bringen.
Bei der Besprechung vor meinem ersten Einsatz stellt sich schnell heraus, dass Nick kein Unbekannter in Polizeikreisen ist, schließlich hat sein Vater auf demselben Revier als Polizeipräsident gearbeitet. Vor einigen Jahren kam dieser aber während des Dienstes ums Leben.
Wer jetzt eine übliche Rache-Story erwartet, der liegt nur bedingt richtig. Es geht vielmehr darum, mir einen Namen in Averno zu machen und nebenbei die Verbrechen zweier Clans aufzudecken. Wie genau das funktioniert, dazu komme ich gleich ausführlicher, erst einmal möchte ich ein paar Worte über meinen Hauptcharakter verlieren.
Zu abgeklärt
So richtig ersichtlich ist es zu Beginn nicht, dass Nick die Mörder seines Vaters aufspüren möchte, vielmehr kommt er einer berüchtigten Gang durch seine gute Arbeit eher zufällig auf die Schliche. Außerdem bleibt meine Hauptfigur lange Zeit sehr blass und wirkt einfach nur wie ein Jungpolizist, der ohne Ecken und Kanten seinen Job ausübt. Da helfen auch die wenigen Dialogoptionen im Spiel nicht. Das ist schade, denn Potenzial für eine interessante Figur ist da.
Interessanter finde ich seinen Streifenpartner Kelly. Der sagt zwar von sich selbst, er mache es sich gerne leicht, er klagt über seine kaputte Hüfte und darüber, dass er auf seine alten Tage kein Extra-Risiko mehr eingehen möchte, aber liebenswert ist der Typ trotzdem irgendwie.
Das Zusammenspiel zwischen den beiden harmoniert in den wenigen Dialogen gut, verändert jetzt aber auch nichts an der eigentlichen Geschichte, die zwischendurch immer wieder vor sich hinplätschert. Das ist aber kein riesiger Negativpunkt, weil stattdessen das Gameplay im Fokus steht, und das passt insgesamt schon so.
Polizeialltag
Jeder Tag startet zunächst im Revier. Entweder haben dort die Detectives Li und Ferrera einen Auftrag für mich, der die Story voranbringt, oder ich ziehe mit meinem Partner Kelly eine Schicht durch.
Die Teams der beiden Ermittler sind hinter den Gangs Jawheads und Blutrote Schlange her. Zwischendurch darf ich deswegen immer ein wenig an Tatorten herumschnüffeln und die zwei Detectives auch anderweitig bei ihrer Arbeit unterstützen.
Die meiste Zeit ackere ich allerdings im stinknormalen Polizeidienst. Am Anfang wird mir noch eine Schicht zugewiesen. Da muss ich Knöllchen für Falschparker verteilen, Raser dingfest machen und Vandalismus bestrafen. Doch nach relativ kurzer Zeit darf ich mir die Schicht selbst auswählen. Ich bestimme also die Art meiner Arbeit, die Länge und in welchem Gebiet ich auf Verbrecherjagd gehe. Ich kann meine Schichten zu Fuß, mit dem Streifenwagen oder sogar aus der Luft als Helikopterunterstützung antreten.
