The Precinct ist GTA mit Polizisten - und genau das, was wir jetzt brauchen!
Test
Euch dauert die Wartezeit auf GTA 6 zu lange und ihr spielt ohnehin lieber auf der Seite des Gesetzes? Dann kommt der Release von The Precinct genau richtig.
Leveln lohnt sich
Für jede berechtigte, dokumentierte Straftat erhalte ich außerdem Erfahrungspunkte. Werfe ich jemandem etwas Falsches vor, gibt's einen Punkteabzug. Mir wird nicht direkt mein Dienstausweis eingezogen, sollte ich schlechte Entscheidungen treffen, aber ich bekomme weniger EP. Außer, ich töte Unschuldige, dann ist Game Over angesagt und ich starte am Revier neu.
Mit den erspielten Erfahrungspunkten levele ich Nick auf und schalte pro Rang neue Schichten, Waffen, Polizeifahrzeuge und eine Verbesserungsmarke frei. Durch die kann ich mir in einem Fähigkeitenmenü neue Skills aneignen. Zum Beispiel kann mein Charakter danach schneller rennen, mehr Treffer einstecken oder zivile Fahrzeuge knacken, um im Notfall darauf zurückzugreifen.
GTA lässt grüßen
Neben meinem Schichtdienst und der Story gibt's auch noch ein paar Dinge, die ich in The Precinct am Rande erledigen darf. Da nehme ich an illegalen Straßenrennen teil, springe über Schanzen oder löse kleinere Rätsel, um an bestimmte Sammelgegenstände zu kommen.
Das erinnert stark an die Spiele der GTA-Reihe, ist aber bei weitem nicht so unterhaltsam. Die Stunts und Rätsel sind ganz nett, aber die Rennen arten schnell in Frust aus. Dafür sorgt nicht nur die etwas schwammige Fahrzeugsteuerung, sondern auch meine Konkurrenz in den Wettbewerben. Die rammt sich ihren Weg nämlich gnadenlos frei, ich hingegen pralle wie ein Gummiball von ihren Autos ab.
In den drei Runden kann ich einen Rückstand auch kaum aufholen. EP bekomme ich zwar auch für Platz zwei und drei, aber es nervt trotzdem, wenn ich kurz vor der Ziellinie von so einem Brutalo-NPC vom ersten Rang verdrängt werde. Na ja, es sind ja zum Glück nur optionale Nebenmissionen.
Da fliegen die Fetzen
Technisch kann sich The Precinct definitiv sehen lassen. Ich mag den Mix aus Iso- und Third-Person-Perspektive, weil er eine schöne Dynamik ins Geschehen bringt. Auch der Stil ist insgesamt cool gewählt. Was mich zudem definitiv sofort abholt, ist die fantastische Zerstörungsphysik. Ich kann Straßenlaternen, Telefonzellen, Leitplanken und sogar kleine Mauern mit meiner Karre niedermähen und dabei fliegen die Objekte wunderschön auseinander.
Gerade Verfolgungsjagden werden dadurch noch einmal deutlich spektakulärer. Es schleichen sich zwar gelegentliche Ruckler ein, richtig störend und schlimm sind die aber nicht.
Da nerven mich eher die hüftsteifen Animationen der Charaktermodelle. Manchmal bleiben Figuren auch an oder hinter Objekten hängen, wodurch ich sie nicht mehr kontrollieren oder überwältigen kann. Da gehen mir dann doch immer wieder ein paar Erfahrungspunkte verloren.
Quelle: Fallen Tree Games
Die englischen Sprecher wurden erstklassig gewählt. Hier wurde viel Mühe investiert, und das, obwohl die Dialoge generell sehr kurz ausfallen und nicht im Mittelpunkt stehen. Zusätzlich gibt's einblendbare, deutsche Untertitel als Unterstützung.
Die Gespräche erzählt das Spiel in einem Visual-Novel-Stil, richtige Zwischensequenzen gibt es nicht. Untermalt wird das Gameplay von stimmiger Hintergrundmusik, die sich je nach Action auf dem Bildschirm anpasst.
Insgesamt ist The Precinct ein unterhaltsames Spiel für zwischendurch, lässt aber auch einiges an Potenzial liegen. Die Hauptfigur bleibt über weite Strecken blass und dem Gameplay fehlt es ein wenig an Balancing.
Seit dem 13. Mai gibt's The Precinct auf PC via Steam, für PS5 und für Xbox Series X/S, und es ist die derzeit wohl beste Polizeisimulation auf dem Markt. Vielleicht schneiden sich andere Entwickler in der Zukunft eine Scheibe davon ab. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde die Release-Fassung von The Precinct von Publisher Kwalee gestellt.
