Die mutige Neuausrichtung von Civilization 7 hat die Community zu Release gespalten. Seitdem haben die Entwickler konsequent die größten Kritikpunkte gefixt. Wir machen den großen Nachtest und prüfen, wie viel die Update-Kur gebracht hat.
Als Civilization 7 im Februar 2025 erschien, hat es die Community in zwei Lager gespalten, was man vor allem an den Steam-Bewertungen von etwa 50 % gut sehen konnte. Ein Teil mochte die teilweise starken Änderungen im Vergleich zu den Vorgängern. Auch uns hat das deutlich dynamischere Gameplay im Test von Civ 7 überzeugt und wir lobten unter anderem, dass Partien in der zweiten Hälfte dadurch nicht eintönig wurden.
Für den anderen Teil der Spieler gingen Dinge wie der verpflichtende Völkerwechsel, die Einteilung in Zeitalter und das Meilensteinsystem aber entschieden zu weit. Vor allem, dass man nicht mit einem Volk von Beginn bis Ende spielen kann, wurde immer wieder als Kritik angeführt. Obendrauf kam, dass einige Features (etwa zahlreiche Optionen beim Erstellen einer Partie) noch komplett gefehlt haben und das Spiel vor allem bei der Benutzeroberfläche noch nicht durchdacht wirkte.
Gerade die letzten Punkte sorgten speziell in Kombination mit dem Pre-Access, der an die teuren Sondereditionen des Spiels geknüpft war, für reichlich Unmut. Klar, die Fans haben extra tief in die Tasche gegriffen, nur um dann ein Spiel vorzufinden, das nicht fertig poliert war. Entsprechend sind vergleichsweise wenig Spieler vom Vorgänger auf Civilization 7 (jetzt kaufen 29,90 € / 64,99 € ) umgestiegen, weshalb Civ 6 und sogar der fünfte Teil bis heute auf Steam immer noch mehr tägliche Spieler vorweisen können.
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Große Unterschiede zum Release
Doch die Entwickler haben die Kritik wahrgenommen, die Ärmel hochgekrempelt und nicht lockergelassen. Die ursprünglichen Pläne der einstigen Road Map wurden beiseitegeschoben (bis auf die DLCs natürlich, die hatten Spieler ja mit dem Kauf der teureren Spieleditionen bereits bezahlt) und man konzentrierte sich darauf, Stück für Stück die Kritik aus der Community mit zahlreichen Updates aufzugreifen. Das mündete dann am 19. Mai 2026 in das riesige "Test of Time"-Update, das Civ 7 quasi auf links gedreht hat, ohne dabei die ursprüngliche Vision über Bord zu werfen.
Seit dem Update können Völker nicht nur von der Antike bis in die Moderne beibehalten werden, zusätzlich wurde auch das komplette Siegsystem überarbeitet und eine Vielzahl an kleineren Verbesserungen umgesetzt. Für uns war das ein guter Moment, um Civ 7 in seiner jetzigen Form noch mal einem ausführlichen Nachtest zu unterziehen, und der Unterschied zum Release ist gewaltig. Allerdings sind nicht alle der Neuerungen gleichermaßen gelungen.
Und noch ein wichtiger Hinweis: In diesem Nachtest gehen wir vor allem auf die zentralen Änderungen und Neuerungen im Vergleich zur Release-Fassung ein, fangen aber nicht wieder bei Adam und Eva an. Wenn ihr alles zu den Grundlagen des siebten Teils wissen möchtet, empfehlen wir euch zusätzlich, unseren ursprünglichen Test zu Civilization 7 zu lesen, den wir ebenfalls aktualisiert haben.
Hier außerdem unser Test-Video zur Release-Version von Civilization 7:
Endlich viele Einstellungsmöglichkeiten
Schon direkt bei der Erstellung einer neuen Partie ist der Vergleich zur 1.0-Version signifikant. Während damals die Einstellungsmöglichkeiten noch zu wünschen übrig gelassen haben, ist mittlerweile so gut wie alles da, was man erwarten würde. Klassische Kartentypen wie Pangäa oder Fraktal sind ebenso wie riesige Karten mit dabei. Wer möchte, kann außerdem sehr viele Einstellungen im Detail ganz nach seinen Vorstellungen anpassen. Zum Beispiel, wie stark die Gegner in ganz spezifischen Teilaspekten des Spiels bevorteilt werden sollen, welche Krisen und Siegtypen aktiv sind, ob beim Zeitalterwechsel Allianzen, Einheiten, Gold, Einfluss und mehr direkt übernommen werden sollen und welches Triumph-Set gespielt wird.
Die Triumphe: Motivierende Ziele
Und damit sind wir schon bei einer der größten Neuerungen des neuen Civ 7: den Triumphen. Ein Teil der Community fühlte sich vom Meilensteinsystem zu sehr in feste Bahnen gelenkt, also haben die Entwickler die Meilensteine in die Mottenkiste geworfen und stattdessen die deutlich flexibleren Triumphe erarbeitet.
Bilder zu den wichtigsten Neuerungen
Die könnt ihr euch wie Aufgaben vorstellen, die ihr im Verlauf eines Zeitalters versuchen könnt, zu erledigen. Etwa sieben Weltwunder zu bauen oder 33 % der Karte zu erkunden oder 150 Einwohner im gesamten Reich zusammenzubekommen. Für die meisten dieser Triumphe schaltet ihr eine dazugehörige Widmung frei, von denen ihr dann drei Stück bei einem Zeitalterwechsel auswählen dürft. Um es fair zu halten, kommen außerdem eine Handvoll Joker-Widmungen dazu, die man immer zur Auswahl hat, falls es nicht so toll mit den Triumphen lief. Dazu kommen noch weitere, kleinere Triumphe, die einen sofortigen Effekt liefern.
Wer es zum Beispiel schafft, die sieben Weltwunder zu errichten, bekommt einen saftigen Bonus auf alle Weltwunder im zweiten Zeitalter. Im Grunde sind die Triumphe so gestaltet, dass ein Fokus auf bestimmte Facetten wie Kultur, Diplomatie oder Expansion Boni gewährt, um im nächsten Zeitalter leichter genau diese Aspekte weiterzuverfolgen. Das funktioniert einerseits als guter Motivationsgeber, weil man sinnvolle Ziele vor Augen hat, und andererseits bietet es viel Freiheit, da man die Triumphe ganz seinem Spielstil nach oder basierend auf der jeweiligen Spielsituation verfolgen kann. Auf der nächsten Seite erläutern wir, wieso das neue Siegsystem ein zweischneidiges Schwert ist und wie die Entwickler dafür gesorgt haben, dass man mit einem Volk alle Zeitalter bestreiten kann.
