Against the Storm im Test: Richtig gute Strategie - ein Überraschungshit!
Test
Citybuilder, Roguelite und Warcraft-Look: Against the Storm ist raus aus dem Steam Early Access und erobert die Herzen der Strategiefans im Sturm. Wie gut ist der Indie-Hit wirklich? Unser Test!
Risiko und Belohnung
Dass uns zwischendurch immer wieder Zutaten fehlen, gehört in Against the Storm ebenfalls zum Konzept. So kann es durchaus vorkommen, dass wir etwa ohne Farm auskommen müssen und wir dadurch kein Getreide anbauen können. Das ist aber gar nicht schlimm. Das Spiel bietet viele Alternativen. Zum Brauen von Bier können wir auch Wurzeln nutzen.
Alternativ greifen wir auf Handelsoptionen zurück. Diese fallen jedoch ebenfalls anders aus als bei der Konkurrenz. An Handelsposten machen fahrende Händler Halt und bieten ihre Ware an. Es gibt allerdings keine feste Währung; Bernstein dient hier lediglich als Richtwert. Stattdessen tauschen wir Waren und müssen stets einen direkten Gegenwert für die von uns gewünschten Güter liefern.
Wir können den Händler auch überfallen und ihm Waren stehlen. Das allerdings macht uns nicht nur sehr unbeliebt bei dessen Kollegen, sondern kostet womöglich einigen unserer Siedler auch das Leben. Auf diese Taktik solltet ihr also nur in sehr verzweifelten Situationen zurückgreifen.
In längeren Zyklen haben wir die Möglichkeit, mit der Hauptstadt und anderen Siedlungen Handel zu betreiben. Auf diese Weise können wir Löcher in unseren Produktionsketten immer wieder stopfen, müssen aber häufiger um die Ecke denken als in anderen Strategiespielen.
Quelle: Eremite Games
Genau das macht letztlich die Spielerfahrung von Against the Storm besonders: Keine Partie spielt sich wie die vorherige. Das fehlende Patentrezept unterstützt die Langzeitmotivation enorm.
Ein neues Königreich?
Das darunter liegende Fortschrittssystem greift dabei den Roguelite-Charakter auf. Scheitern wir in den Missionen, geht's innerhalb eines Zyklus zurück in die Hauptstadt.
Das kann natürlich einen Durchmarsch zerstören. Deshalb dürfen wir einen Zyklus auch manuell abbrechen und wieder von vorn beginnen. Auf der Weltkarte entdecken wir versteckte Tempelanlagen und andere Gebäude sowie sogenannte Siegel. Schaffen wir es zu diesen, verlängern wir den laufenden Zyklus und können so unser Spiel fortsetzen und unser Siedlungsnetzwerk weiterverwenden.
Ähnlich wie beispielsweise in Hades ist aber selbst ein gescheiterter Run nicht umsonst. Mit dem Ende jeder Partie erhalten wir Erfahrungspunkte und steigen so im Rang auf. Infolgedessen schalten wir neue Möglichkeiten und Hilfsmittel frei.
Das Spiel zählt außerdem unsere Aktionen und Erfolge mit. Erfüllen wir kleine Aufgaben - die sogenannten Taten - gibt es dafür weitere Belohnungen, die einem das Leben merklich erleichtern.
In der Zitadelle schalten wir zudem Upgrades frei und können so etwa die Ungeduld der Frau Königin dauerhaft drosseln oder uns andere passive Vorteile verschaffen. Und für ein wenig Stimmung sorgt unser Zuhause, das wir weiter ausrüsten können und worin wir unsere Tante als Beraterin vorfinden.
Eins sollte an dieser Stelle klar sein: Against the Storm lebt von seinem Gameplay. Die Präsentation geht trotz des atmosphärischen Warcraft-Looks und des stimmungsvollen Soundtracks in Ordnung, wird aber niemanden vom Hocker hauen.
Genauso mangelt es dem Spiel an einer wirklich interessanten Geschichte, und die wenigen Story-Elemente sind obendrein nicht vertont. Entwickler Eremite Games konzentriert sich hier auf das Wesentliche - und macht das unserer Ansicht nach auch genau richtig. Transparenzhinweis: Die Version des Spiels wurde uns vom Publisher zur Verfügung gestellt.
