Against the Storm im Test: Richtig gute Strategie - ein Überraschungshit!

Test Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Against the Storm im Test: Richtig gute Strategie - ein Überraschungshit!
Quelle: Eremite Games

Citybuilder, Roguelite und Warcraft-Look: Against the Storm ist raus aus dem Steam Early Access und erobert die Herzen der Strategiefans im Sturm. Wie gut ist der Indie-Hit wirklich? Unser Test!

In regelmäßigen Zeitabständen entsendet die Zitadelle neue Siedler mitsamt kleinerer Nachschublieferungen. Außerdem erhalten wir Aufträge von der Königin: So müssen wir etwa Waren liefern und erhalten im Gegenzug eine Belohnung. Dies können neben wertvollen Ressourcen auch Gruppen von Neuankömmlingen sein.

Wer angesichts der wachsenden Bevölkerung einen Wuselfaktor wie in Die Siedler erwartet, wird aber enttäuscht. Zwar rennen Biber, Echsen und Co. munter durch die Siedlung, die Arbeiten unserer Bürger werden aber längst nicht so detailliert dargestellt wie in anderen Aufbauspielen. Überhaupt erinnert das Spiel optisch eher an Warcraft 3 und weniger an Die Siedler oder Pioneers of Pagonia.

Früh nehmen Holzfäller eine wichtige Position im Spiel ein: Sie hacken nämlich den Weg frei, schaffen so neuen Baugrund und öffnen Lichtungen. Diese Löcher in der dichten Bewaldung beherbergen Rohstoffquellen wie etwa Lehmadern, fleischige Riesenschnecken oder Ackergrund für Farmen.

Gelegentlich finden wir auch Kisten oder verlorene Siedler. An diesen Stellen haben wir stets Wahlmöglichkeiten, wie wir die Aufgabe lösen möchten und welche Belohnung wir für unsere Mühen lieber hätten. Against the Storm gönnt den Spielern so viele Freiheiten und vermeidet mühsames Grinding.

Neben friedlichen Freiflächen finden wir aber auch gefährliche Lichtungen. Hier kann alles sein: Von Ruinen früherer Siedlungen, die wir wieder instand setzen können, bis hin zu Friedhöfen oder verwunschenen Tempeln. Diese Orte bringen oft negative Effekte mit. Wenn wir die Relikte nicht untersuchen und die Aufgaben nicht innerhalb des Zeitlimits lösen, bricht die Hölle los.

Eine Art Feld mit Häusern und einer großen Kreatur Quelle: Eremite Games Im Test etwa wuselte etwa eine Armee Geister durch unser Camp und nahm weite Teile der Arbeiterschaft mit in die Unterwelt. Das Erforschen gefährlicher Lichtungen ist riskant, aber auch absolut notwendig. Nur mit den dort versteckten Bonus-Rohstoffen kommen wir wirklich über die Runden.

Zwischen Stress und Spielspaß

Der hier eingebrachte Zeitdruck hat in Against the Storm übrigens Methode. Ihr erinnert euch noch an die Verbrannte Königin? Die gute Frau ist verdammt ungeduldig und will Erfolge sehen! Erzielt ihr diese nicht, füllt sich langsam eine rote Leiste am unteren Bildschirmrand. Ist das Maß voll, bricht die Königin kurzerhand die Expedition ab und ruft die Karawane zurück in die Hauptstadt.

Wir können dies allerdings durch das Bewältigen von Aufgaben und das Erschließen der Karte samt ihrer Herausforderungen verhindern. Auf diese Weise sammeln wir nämlich Reputationspunkte. Mit diesen wiederum schalten wir neue Gebäude sowie erweiterte Produktionsketten frei. Dadurch erweitern unsere Möglichkeiten.

Im Gegensatz zu beispielsweise Anno 1800 erhalten wir in Against the Storm aber nie Zugriff auf alle Produktionsstätten. Mit jedem Aufstieg im Reputations-Level erhalten wir drei Gebäude zur Auswahl, dürfen aber nur eins davon wählen. Wollen wir einen Tempel oder doch lieber eine Schänke? Lieber Tischler oder Weber?

Wilder Bewuchs um Maschinen herum Quelle: Eremite Games Immer wieder müssen wir uns entscheiden und dabei unsere aktuelle Taktik im Hinterkopf behalten. Das Strategiespiel schränkt also unsere Möglichkeiten extrem ein, sorgt aber durch den Faktor Zufall für enorm viel Abwechslung.

Es gibt keinen Standardweg durch die Missionen, stattdessen müssen wir immer umplanen und uns auf die Gegebenheiten einstellen. Allerdings bietet Against the Storm auch auf fast jedes Problem eine Antwort oder eine Auswahlmöglichkeit. Man muss sie nur finden!

Außerdem umfasst das Spiel auch viele Optionen zum Mikromanagement: Beispielsweise können wir selbst das Verhalten bestimmter Einheiten festlegen. So bestimmen wir, welche Bäume unsere Holzfäller als Erstes umhauen sollen. Unsere Feuerstätte können wir ebenfalls upgraden, und auf fortgeschrittenen Karten müssen wir obendrein die Pestfäule bekämpfen.

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