Civilization 7 im Mega-Test: Switch 2 Update - Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken!
Test
Im Vorfeld waren die Zeitalterwechsel sehr umstritten. Im Test zeigt sich, das ist genau das Feature, was Civ 7 so gut macht. Aber gleichzeitig schwächelt das Strategiespiel an anderen Stellen.
Über acht Jahre sind seit dem Release von Civilization 6 vergangen. So viel Zeit lag noch nie zwischen zwei Teilen der unkaputtbaren Strategiereihe. Und diese Zeit haben die Entwickler fleißig genutzt, um die Reihe mit Civilization 7 von Grund auf neu zu denken. Ohne den Kern zu verlieren, will man mit dem neuen Teil die bald 35-jährige Strategieikone revitalisieren. Dabei war der letzte Teil so erfolgreich wie keiner vor ihm!
Umso überraschender ist daher die radikale Frischzellenkur mit Zeitalterwechseln, dem Meilensteinsystem und ganz ohne Arbeitereinheiten und Bürgerverwaltung. Und auch wenn Civ 7 (jetzt kaufen 30,67 € / 64,99 € ) durchaus noch ein paar Mankos hat, kann ich nach über 80 Stunden mit der Testversion sagen: Das neue Konzept geht klasse auf und sorgt vor allem für mehr Dynamik und Flexibilität während einer Partie.
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- Seite 7 PS5-Version
- Seite 8 Switch-Version
- Seite 9 Switch2-Version
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Dreiteiler in Überlänge
Wie immer geht es auch im siebten Teil wieder darum, Runde für Runde ein Reich von der frühen Antike bis in die Moderne zum Sieg zu führen. Wobei zwei Dinge im Detail schon anders sind. Zum einen führe ich diesmal nicht nur eine Zivilisation durch das Spiel, sondern insgesamt sogar drei, die ich in jeder Epoche wechsle.
Denn eine Standardpartie in Civ 7 ist in drei separate Akte unterteilt: Antike, Erkundung und Moderne. Nach jedem Akt erfährt die komplette Spielwelt eine Zäsur und plötzlich stehen andere Spielmechaniken im Fokus. Und zum anderen endet das Spiel historisch diesmal etwas früher als sonst, nämlich etwa Ende der 60iger-Jahre mit dem ersten bemannten Raumflug.
Und um direkt eine der häufigsten Fragen im Vorfeld zu beantworten: Nein, die Moderne fühlt sich deshalb nicht halbgar oder zu kurz an. Ganz im Gegenteil, eine Partie in Civ 7 dauert sogar länger als in den beiden Vorgängern. So lange sogar, dass man Partien diesmal auch nur in einem Zeitalter spielen kann. Im Mehrspieler geht das direkt zu Start, für den Einzelspielen wollen die Entwickler dafür noch eine Option nachliefern.
Überhaupt war ich erstaunt, wie viel im neuen Teil direkt im Basisspiel schon drinsteckt. Wer die normale Edition ohne Vorbestellung kauft, bekommt mit 30 Zivilisationen und 20 Anführern mehr als in Civ 5 und 6 zum Start. Plus eine extra Variante von Napoleon, wenn ihr einen 2K-Account verknüpft. Eine komplette Übersicht über alle Völker und Anführer zum Start haben wir euch in einem Special zusammengetragen. Dort erfahrt ihr auch, wie ihr eure liebsten Völker für die späteren beiden Zeitalter freischalten könnt.
Wechselhafte Völker
Und auch Forschungen gibt es mehr als je zuvor, nur eben jetzt ganz anders aufgeteilt. Damit kommen wir auch zum zentralen Punkt von Civ 7: Durch seine Zeitalterwechsel setzt es das grandiose Grundprinzip der Reihe diesmal völlig anders um. Und das bringt viele interessante Vorteile mit, aber auch ein paar Schattenseiten. Wie gut einem das gefällt, ist zudem sehr vom eigenen Geschmack abhängig. Wer in Civ zum Beispiel gerne Fantasien wie ein Römisches Reich in der Moderne oder Deutschland in der Antike auslebt, schaut diesmal in die Röhre.
Denn mit Civ 7 orientieren sich die Entwickler stärker an der Historie, in der Reiche und Nationen nun mal zerfallen sind, sich gewandelt haben oder noch gar nicht so lange existieren. Und genau deswegen habe ich zu Spielstart nicht alle Zivilisationen zur Wahl, sondern nur die zehn Stück aus der Antike.
Da die Entwickler aber aus den Fehlern von Konkurrent Humankind gelernt haben, zählt das nicht für den Anführer. Den wähle ich separat davon und behalte ihn auch über das komplette Spiel hinweg. Nicht nur das, mein Anführer sammelt im Verlauf einer Partie sogar Attributpunkte, mit denen ich ihn rollenspieltypisch stärker mache.
Das ist tatsächlich ein sehr wichtiger Kompromiss, denn die Anführer dienen als Identifikationsfiguren während einer Partie. Wenn ich in der Antike Stress mit Benjamin Franklin hatte, dann weiß ich das in der Moderne immer noch. Welches Volk er aber vor 200 Spielrunden hatte, nicht unbedingt.
Aus dem Trott ausgebrochen
Spielerisch ist der Zeitalterwechsel gepaart mit den neuen Meilensteinen ein richtiger Segen, denn er räumt gleich mit mehreren Problemen von vielen 4X-Rundenstrategiespielen auf.
Bildergalerie
Üblicherweise geht es erstmal lange um Erkundung, Expansion und Aufbau. Konflikte lohnen sich in frühen Phasen des Spiels meist nicht, weil man damit oft sein Momentum gefährdet und im späteren Spielverlauf Probleme bekommt. Dadurch entsteht ein gewisser Trott. Und genau aus diesem Trott bricht Civ 7 erfolgreich aus.
