Windjammers 2 im Test: Das uneheliche Kind von Pong & Street Fighter ... mit Frisbees!

Test Benjamin Lachmann Lukas Schmid
Windjammers 2 im Test: Das uneheliche Kind von Pong & Street Fighter ... mit Frisbees!
Quelle: Dotemu

Mit Windjammers 2 erscheint 28 Jahre nach dem ersten Teil ein weiteres kompetitives und Frisbee-basiertes Sport-Spiel. Die actionreichen 1v1-Matches gleichen hierbei schon fast eher einem Fighting-Game statt einer Sportsimulation. Ob dieser Mix überzeugen kann, erfahrt ihr im Test.

Ganze 28 Jahre ist es her, dass Windjammers das Licht der Arcade-Welt erblickte. Fans werden eine Fortsetzung der wilden Arcade-Frisbee-Action wohl schon seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten, aufgegeben haben. Der Titel konnte aber dank einer kleinen kompetitiven Community über die Jahre trotzdem am Leben erhalten werden.

Die ganze Situation änderte sich, als das französische Entwicklerstudio Dotemu, was darauf spezialisiert ist ältere Retro-Titel wieder zum Leben zu erwecken, bekannt gab, dass sie sich mit Windjammers auseinandersetzen würden.

Anstatt einer Neuauflage oder verbesserten Neuveröffentlichung handelte es sich hierbei sogar um ein richtiges Sequel. Der direkte Nachfolger Windjammers 2 (jetzt kaufen 64,11 € ), der eigentlich für 2020 angekündigte wurde, ist nun im Jahr 2022 mit zwei weiteren Jahren Verspätung endlich da.

Euch erwarten wieder actionreiche Frisbee-Gefechte, dieses Mal aber mit handgezeichneten Grafiken, neuen Charakteren und neuen Stages. Neue Spielmechaniken, die das klassische Gameplay sinnvoll erweitern sollen, sind natürlich auch mit dabei.

Inwiefern die ganze Frisbee-Action überhaupt funktioniert und wie viel Spaß man damit haben kann, klären wir in diesem Test.

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Was sind die Regeln?

Klären wir zuerst einmal wie genau Windjammers denn überhaupt funktioniert. Zwei Spieler stehen sich auf einem Spielfeld gegenüber. Hinter jedem Spieler befindet sich ein Tor, zwischen den Spielern ein Netz, welches die beiden Spielfeldhälften voneinander trennt.

Je nach Map ist die Punkteverteilung anders geregelt. Bei diesem Beispiel erhält man normalerweise drei Punkte für ein Tor, wenn man jedoch den rot markierten Bereich trifft sogar fünf. Quelle: PC Games Je nach Map ist die Punkteverteilung anders geregelt. Bei diesem Beispiel erhält man normalerweise drei Punkte für ein Tor, wenn man jedoch den rot markierten Bereich trifft sogar fünf. Nun hat ein Spieler das Frisbee und muss diese über das Netz auf die Spielfeldseite des Gegners befördern. Wenn man entweder in das Tor des Gegners trifft oder der Gegner die Scheibe nicht fängt und sie deswegen auf dem Boden landet, bekommt man Punkte.

Das Tor ist hierbei in verschiedene Zonen eingeteilt und gibt je nach Zone entweder drei oder fünf Punkte. Wenn die Frisbeescheibe den Boden berührt, erhält man zwei Punkte. Derjenige, der als Erstes die 15 Punkte knackt, gewinnt den Satz. Wenn man zwei Sätze für sich entscheiden kann, hat man das Best-of-Three gewonnen.

Das klingt stark nach Spielen wie Pong oder Sportarten wie Tennis, und im Endeffekt ist es auch etwas in die Richtung. Was Windjammers jedoch sehr einzigartig macht, ist das actionreiche Gameplay.

Frisbee-Action at its best

Der Figuren-Roster besteht aus zehn bunt durchmischten Frisbee-Künstlern. Quelle: PC Games Der Figuren-Roster besteht aus zehn bunt durchmischten Frisbee-Künstlern. Das Gameplay ist der Punkt, mit dem Windjammers 2 am ehesten überzeugen kann. Die blitzschnellen Auseinandersetzungen, bei denen das Frisbee mit extremer Geschwindigkeit hin- und herbefördert wird, sind einfach sehr spaßig.

Es ist immer wieder spannend, darauf zu warten, wer als Erstes einen Fehler macht und die umherfliegende Scheibe nicht mehr rechtzeitig erwischt. Umso befriedigender ist es auch, wenn man es dann mal schafft, den Gegner mit einem gezielten Wurf perfekt zu umgehen und man sich die Punkte sichern kann.

Vorteilhaft ist hier auch die ganze Optik, die perfekt zum Spielgeschehen passt, und die Songs, die ebenfalls gut passen und Stimmung machen.

Abwechslung kommt durch die zehn verschiedenen Charaktere auf, welche sich alle bezüglich Geschwindigkeit und Wurfkraft unterscheiden. Des Weiteren hat jeder Charakter noch einen einzigartigen Special-Move, der bei voller Aufladung eingesetzt werden kann und besonders schwer für den Gegner zu halten ist.

Auch die verschiedenen Maps unterscheiden sich ordentlich voneinander. Man bewegt sich hier von einem schönen Feld am Strand über einen Schrottplatz bis hin zu einem richtigen Stadion. Es gibt aber nicht nur optische Unterschiede, die verschiedenen Locations unterscheiden sich auch hinsichtlich Größe, Platzierung der Punkte-Zonen im Tor und den Hindernissen, die sich in der Mitte des Spielfelds befinden.

Die wohl besonderste Map ist hierbei das Casino, auf der in jeder Runde die durch ein Tor erreichbare Punktzahl neu ausgewürfelt wird. Das alles sorgt dafür, dass Windjammers direkt viel Spaß macht und auch nach einigen Runden noch frisch und abwechslungsreich bleibt.

Easy to learn, hard to master

Die Special-Moves befördern das Frisbee kreuz und quer über die Stage, was meistens nicht so einfach gekontert werden kann. Quelle: PC Games Die Special-Moves befördern das Frisbee kreuz und quer über die Stage, was meistens nicht so einfach gekontert werden kann. Das ganze Spielprinzip klingt auf dem Papier ziemlich simpel, hat aber überraschend viel Tiefgang. Man kann wild umherdashen und die unterschiedlichen Frisbee-Würfe nutzen, um es dem Gegner schwer zu machen.

Ihr könnt die Scheibe normal werfen, hier kann man dann Winkel und die Drehung der Scheibe beeinflussen. Der Fakt, dass die Scheibe an der Wand abprallen kann, führt direkt zu unzähligen verschiedenen Wurfoptionen und Flugbahnen.

Dann gibt es einen Lob, was ein sehr hoher Wurf ist, der eher am hinteren Ende des Spielfeldes landen wird. Genau gegenteilig kann man die Scheibe aber auch sehr kurz und nur knapp über das Netz in der Mitte stoßen und so den Gegner eher nach vorne zwingen.

Im Arcade-Modus wählt man auf einer Karte nacheinander die Matches aus, die man bestreiten möchte. Quelle: PC Games Im Arcade-Modus wählt man auf einer Karte nacheinander die Matches aus, die man bestreiten möchte. Diese beiden Würfe lassen sich aber auch entsprechend kontern. Man kann einem hohen Wurf zum Beispiel entgegenspringen und das Frisbee dann aus der Luft heraus besonders stark auf die Spielfeldseite des Gegners schmettern.

Anstatt die Scheibe zu fangen und zu werfen, kann man sie auch einfach direkt mit einem Hieb zurückschleudern, was zwar einen sehr mächtigen Schuss hervorbringt, aber auch schwer zu meistern ist.

Wenn man in Bedrängnis gerät, kann man die volle Special-Leiste anstatt für einen besonderen Angriff auch dafür nutzen, um die Frisbee ein weiteres Mal in die Luft zu befördern und sich so selbst vor dem Aus retten.

Hot Dog Distance ist eines der Minispiele, welches im Arcade-Modus auftauchen kann. Ihr müsst das Frisbee so weit wie möglich werfen und mit dem Hund hinterhersprinten, um es anschließend wieder zu fangen.  Quelle: PC Games Hot Dog Distance ist eines der Minispiele, welches im Arcade-Modus auftauchen kann. Ihr müsst das Frisbee so weit wie möglich werfen und mit dem Hund hinterhersprinten, um es anschließend wieder zu fangen.  Es gibt also bei jeder Aktion unzählige verschiedene Möglichkeiten, welche man durch genug Übung und Wissen erst so richtig ausschöpfen kann. In seinen intensivsten Momenten wirkt Windjammers 2 mit seinen kompetitiven 2-Spieler-Szenarien dadurch schon fast wie ein Fighting-Game. Kein Wunder also, dass bereits der erste Teil Anklang in der Fighting-Game-Community gefunden hat.

Alles fein also, was das Gameplay angeht? Nicht vollkommen. Der größter Kritikpunkt hängt hier mit der Steuerung zusammen, denn das Werfen des Frisbee und das Dashen liegen auf derselben Taste. So kommt es immer wieder vor, dass wir die Taste minimal zu früh betätigten und so anstatt die Scheibe wegzuballern, fröhlich und orientierungslos durch die Gegend dashen.

Das ist nervig und ändern lässt sich die Tastenbelegung leider auch nicht. So ist man dieser Frustrationsquelle durchgehend ausgesetzt.

Wohin fliegt das Frisbee sonst so?

Dafür macht Windjammers 2 in Sachen Gameplay, Optik und Sound genau das, was es soll und überzeugt. Abgesehen von vereinzelten kleinen Soundfehlern und einem einmaligen Crash lässt sich nicht viel an der simplen, aber passenden Technik bemängeln.

Das größte Problem des Titels ist ein anderes: Das, was er tut, macht er gut - er macht halt nicht viel. In Sachen Content wäre hier viel mehr drin gewesen. Neben den normalen Matches gegen CPU-Gegner und Freunde, wahlweise off- oder online, gibt es nicht viel zu tun. Der Arcade-Modus samt netten Minispielen ist zudem alles, was an "richtigem" Singleplayer-Content vorhanden ist.

Das ist kein Beinbruch, zumal die Entwickler hier ja nach dem Launch noch neuen Content nachliefern können - und hoffentlich auch werden. Geschieht das nicht, dürfte bei allem Spaß sonst nämlich bald die Luft raus sein.

Windjammers 2 erscheint am 20. Januar 2022 für PC, PS5, PS4, Nintendo Switch, Xbox Series X und S und Xbox One.

Meinung

Wertung zu Windjammers 2 (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Windjammers 2 (PS4)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Windjammers 2 (PS5)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Windjammers 2 (NSW)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Windjammers 2 (XBO)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Windjammers 2 (XSX)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Starkes GameplaySchöne OptikPassender SoundViel Tiefe trotz simplem KonzeptEinzigartig Spielidee
Zu wenig InhaltKleinere technische ProblemeOhne Vorwissen recht schwieriger Start
Fazit

Rundum runde Frisbee-Action!

Bildergalerie

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