Weird West im Test: Red Dead Redemption meets Desperados - Seite 2
Test
Am 31. März erscheint das Dark-Fantasy-RPG Weird West. Wir haben die Mischung aus Red Dead Redemption und Desperados ausgiebig getestet.
Da insgesamt nur zwei Mitstreiter an unserer Seite kämpfen dürfen, sind die Plätze knapp. Hin und wieder bieten sich Personen oder Wesen freiwillig an. Sollte unsere Gang schon voll sein, müssen wir das Angebot jedoch zunächst ablehnen, ein Mitglied fortschicken und dann erneut auf den Freiwilligen zugehen. Das kommt häufig vor und hätte eleganter gelöst werden können. Beispielsweise durch eine einfache Tausch-Funktion im Dialog.
Um zu verhindern, dass unsere Bandenmitglieder sterben, bestimmen wir, welche Waffen sie im Kampf nutzen sollen. Bei den ehemaligen Hauptfiguren lassen sich sogar im vorhergehenden Durchlauf eingesammelte Waffen wählen. Das kann zwar helfen, doch da unsere KI-Begleiter an notorischer Selbstüberschätzung leiden, müssen wir uns meistens um das Überleben der Bande kümmern und gehen dabei häufig drauf. Oft platzieren sich Gang-Mitglieder neben explodierenden Fässern, in Säurepfützen oder mitten im Kugelhagel. Ein Rückzugsbefehl per Tastendruck wäre definitiv hilfreich, denn bis die KI auf unsere Flucht reagiert, ist's häufig zu spät.
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Spiel mir das Lied und du bist tot
Quelle: PC Games
Auf unseren Reisen müssen wir auch immer mit einem Hinterhalt rechnen. Geflüchtete Mitglieder besiegter Banden sind mitunter auf Rache aus.
Doch auch der Held hat's in Weird West nicht einfach. Das Gameplay ist anspruchsvoll, kombiniert mit dem fix ausgelösten Helfer-Syndrom, sobald sich Gefährten in Gefahr befinden, führt das rasch zum Bildschirmtod. Vor allem am Anfang kann die Steuerung sowohl mit Maus und Tastatur als auch dem Gamepad überfordern.
Die Ansicht aus der isometrischen Perspektive zickt ebenfalls hin und wieder. Zwar werden Wände und Dächer unsichtbar, sobald wir uns in Häusern oder engen Gebieten befinden, doch gerade beim Wechseln von Stockwerken mangelt es an Übersicht, das frustriert mitunter.
Die fünf Hauptcharaktere steuern sich trotz unterschiedlicher Fähigkeiten sehr ähnlich. Das liegt vor allem daran, dass jede Figur die gleichen Waffentypen besitzt: Pistolen, Schrotflinten, Gewehre, Bögen und eine Handvoll Sprengstoffe. Auch einen Zeitlupenmodus á la Max Payne können wir in den Kämpfen mit allen Figuren nutzen.
Zusätzlich gibt es zwei Arten von Fähigkeiten: Einerseits sammeln wir in der Spielwelt sogenannte Nimp-Relikte ein. Mit diesen lassen sich spezielle Waffenangriffe wie beispielsweise ein lautloser Schuss aus unserem Gewehr und einzigartige Talente für unsere Charaktere freischalten. Die Kopfgeldjägerin Jane kann unter anderem sechs Sekunden die Zeit verlangsamen, sich selbst aber währenddessen schneller bewegen. Nach jedem abgeschlossenen Abschnitt verlieren wir diese Fähigkeiten - wir müssen sie also für jeden unserer Helden neu aufwerten.
Andererseits gibt es Extras, die wir durch goldene Pik-Asse erlernen. Die behalten wir auch für unsere zukünftigen Figuren. So erhöhen wir beispielsweise unsere maximale Gesundheit oder verbessern den Explosivschaden durch Dynamit.
No Country for Old Open-World-Freunde
Quelle: PC Games
Am Rande der Karte sind wir zwar nicht sicher, doch wenn die Gefahr beseitigt wurde, können wir von dort zum nächsten Ort aufbrechen.
Gespielt wird auf quadratischen Dioramen im Tabletop-Look. Während die Action im Inneren der Vierecke stattfindet, befinden sich am Rand die Gebietsgrenzen, von denen wir zu anderen Locations aufbrechen. Die Reisen zwischendurch lassen die Stunden und Tage im Spiel verstreichen. Da manche Nebenmissionen innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden sollen, müssen wir Wege planen, um diese Quests zu meistern. Meistens ist das aber kein Problem.
In manchen Städten können wir Pferde kaufen. Die Reisedauer wird mit deren Hilfe ein wenig verkürzt. Die Preise in Weird West haben es allerdings in sich, so leiden unsere Helden oft an Geldnot, schließlich brauchen wir Waffen, Ausrüstung und Medizin, um in den Kämpfen nicht mit heruntergelassenen Hosen dazustehen. Zwar ist Pferdediebstahl möglich, doch geklaute Gäule verschwinden nach einem einzigen Ausritt wieder.
Auf unseren Reisen treffen wir unterwegs auf Zufallsereignisse. Mal unterbreitet uns eine Hexe ein unmoralisches Angebot, mal treffen wir einen Händler, dem wir seltene Gegenstände ver- und abkaufen können, mal möchten uns Tiere, Wesen oder verfeindete Gangs einfach nur an den Kragen. An diesen Orten finden wir häufig besseres Loot, Gold oder andere Erze, mit denen wir unsere Waffen verbessern können.
Um an Geld für bessere Ausrüstung zu kommen, ist es außerdem möglich, Kupfer, Silber oder Gold an Banken zu verkaufen. Wer sich das Leben in der Hauptstory vereinfachen möchte, sollte zwischendurch definitiv Nebenaufträge erledigen oder auf Kopfgeldjagd gehen.
El Dorado der Abwechslung
Quelle: PC Games
Zwischen den markierten Gegenden können wir auch jederzeit einen kurzen Stopp einlegen und unser gefundenes oder gekauftes Fleisch am Lagerfeuer grillen, um uns zu stärken.
Von diesen Quests gibt es zwar einige, aber Ziele und die Karte bleiben immer schön übersichtlich. Ob und wie wir diese Missionen abschließen, bleibt uns überlassen. Doch je nachdem, wie wir uns in Neben- und natürlich auch Hauptaufträgen entscheiden, müssen wir mit Konsequenzen rechnen. So machen wir uns nicht nur simple Feinde, sondern können schnell im Gefängnis landen. Entweder sitzen wir die Strafe ab, kaufen uns frei oder brechen aus.
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