Da erwähnt der Schreiberling dieses Artikels in einem Nebensatz, dass er Starcraft, Command & Conquer und Konsorten auf dem PC gespielt hat, schon wird er zum Test von Warhammer: Battle March verdonnert. Nicht falsch verstehen! Die Portierung dieses Echtzeit-Strategiespiels auf die Xbox 360 wurde sehr ordentlich umgesetzt.
Auf der Konsole wurde die PC-Fassung von Warhammer: Mark of Chaos mit dem dazugehörigen Add-On Battle March zu einem einzigen Spiel verschmolzen. Damit stellt es das einzige aktuelle Warhammer-Spiel mit Fantasy-Mittelalter-szenario dar. Alle anderen Warhammer-Spiele tragen den Zusatz 40.000 im Titel und spielen in ferner Zukunft.
Wie denkt ein Ork?
Genug der Geschichtsstunde. Zu Beginn wählt ihr erstmal eine von drei Kampagnen aus. Mit Stefan von Kessel zieht ihr für das menschliche Imperium in die Schlachten, um versprengte Chaostruppen (böse Menschen) und Orks heimzusuchen. Das Imperium hat gerade einen langen Krieg hinter sich, den es zwar gewonnen hat, sich aber noch nicht davon erholen konnte.
Vor der Schlacht stellt ihr eure Armee entsprechend des Missionsdesigns zusammen.
Derweil ziehen noch versprengte Chaostruppen durch die Lande. Entscheidet ihr euch für die Kampagne des Chaos, dann versucht ihr als Thorgar der Blutige eine neue Chaosarmee aufzubauen.
Herrlich ist der Einstieg in die Ork-Kampagne. Nachdem der Schamane Wazog seinem Ober-Ork Gorbash die Situation erklärt hat, fragt Wazog: "Wie ist der Plan, Boss?" "Der Plan? Wir werden sie alle töten!". Bei den Orks weiß man eben, woran man ist.
Hier kämpft unser Held Thorgar, der Blutige in einem Duell gegen einen feindlichen Helden.
BasisBau Ade
Wer Universe at War oder die C&C-Spiele auf der 360 gezockt hat, muss sich leicht umgewöhnen, denn auf Basisbau verzichten die Entwickler von Battle March komplett. Stattdessen kauft ihr neue Einheiten in bereits gebauten Lagern, auf die ihr immer zwischen zwei Schlachten Zugriff habt. Hier handelt ihr auch mit gefundenen Gegenständen wie Heiltränke, Artefakte oder Rüstungen oder ihr verarztet angeschlagene Legionen.
Letzteres ist von Vorteil, da eure Truppen im Spielverlauf immer stärker werden und sogar mit Zusatzfeatures wie Trommlern für höhere Moral ausgestattet werden können.
Viele Feinde lassen wertvolle Artefakte fallen, die unser Held gut gebrauchen kann.
Wie im altehrwürdigen Warcraft 3 (PC) steuert ihr neben euren Armeen einen oder mehr Helden, die ihr ganz in Rollenspielmanier mit verschiedenen Fähigkeiten ausstatten könnt. Diese sind in drei Kategorien unterteilt.
In den Kategorien Kampf, Duell und Führung verteilt ihr die Erfahrungspunkte eures Helden.
Ihr könnt entweder die Kampfkraft eures Helden oder der ihm angegliederten Einheit verbessern, oder eure Fähigkeiten in der Kategorie Duell steigern. Mit dem Schlag des Fluches etwa wendet sich Thorgar während eines Duells direkt an die Götter und verspricht ihnen die Seele des Gegners, worauf mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit der Widersacher 15 Sekunden lang Lebensenergie verliert.
Zu Duellen werdet ihr übrigens während laufender Schlachten von feindlichen Helden herausgefordert. Andere befreundete Krieger können euch dann nicht mehr zu Hilfe eilen, müssen aber trotzdem gegen die übrigen Feinde weiterkämpfen.
Der Rest steuert sich genau wie ein klassisches Echtzeit-Strategiespiel. In bis zu vier Gruppen teilt ihr eure Armeen ein, mit der A-Taste selektiert ihr Einheiten, Doppel-A aktiviert alle Einheiten des gleichen Typs und ein Klick auf den rechten Ministick wählt alle Einheiten aus, die auf dem Bildschirm zu sehen sind. Wenn ihr wie in Kanes Rache eure Einheiten in einem runden Menü auswählt, ist das Spiel pausiert. Fernkämpfer feuern automatisch aus der Distanz, während ihr eure zahlreichen Nahkampfeinheiten ins Schlachtgetümmel führt.
Eine Gruppe feindlicher Musketenschützen wurde von unserem Helden mit einem Zauberspruch belegt.
Riesen oder Kanonen eignen sich für die Belagerung und mit Spezialeinheiten wie Spähern oder Assassinen greift ihr hinter den Feindeslinien an. Die Möglichkeiten sind schier endlos. Abseits der Kampagne steuert ihr in Skirmish-Gefechten nicht weniger als sechs Fraktionen mit jeweils drei Unterfraktionen! Da sieht sogar Kanes Rache alt aus. Neben den Fraktionen aus der Kampagne kommen die Rattenwesen Skaven sowie Hoch- und Dunkelelfen hinzu.
Wo Licht ist ...
... ist auch Schatten, denn die Spielabschnitte sehen leider sehr trist aus. Außerdem bringen vier der sechs Mehrspielervarianten nur ein bis drei Karten mit. Lediglich die "normale Schlacht" bietet mit zehn Karten ein Minimum an Abwechslung. Welch ein Kontrast zum bombastischen Umfang des Einzelspielermodus!
