Space Marine 2 im Test: Endlich das ultimative Spiel für Fans von Warhammer 40,000?

Test Felix Schütz
Space Marine 2 im Test: Endlich das ultimative Spiel für Fans von Warhammer 40,000?
Quelle: Focus Entertainment

Bei diesem Spektakel reibt sich selbst der Imperator die Äuglein: Space Marine 2 liefert satte Warhammer-Action mit tollen Kulissen und Koop-Modus. Doch reicht das wirklich auf Dauer? Im Test suchen wir nach Antworten.

Titus' Begleiter werden von der KI gesteuert und kämpfen vollautomatisch mit. Das klappt auch meistens gut, nur ganz selten haben wir kleinere Aussetzer erlebt, die aber nie ins Gewicht fielen. Schade finden wir nur, dass man den Kameraden keine Kommandos geben oder sie (ähnlich wie in Republic Commando) auch mal taktisch einsetzen dürft - da verschenken die Entwickler leider viel Potenzial. Zumindest können die Begleiter aber zuverlässig wiederbeleben und obendrein jede Menge Schaden austeilen, sie machen sich also nützlich und sind nie auf eure Hilfe angewiesen.

Titus' Begleiter agieren selbstständig. Quelle: PC Games Doch ihr seid der KI auch nicht ausgeliefert: Wer mag, kann die komplette Kampagne im Online-Koop für bis zu drei Spieler erleben! In dem Fall werden die Begleiter dann einfach von euren Mitspielern gesteuert. Über geteilte Beute oder verpasste Erfahrungspunkte braucht ihr euch dabei übrigens keine Gedanken zu machen, das spielt nämlich alles keine Rolle.

Simpler Aufbau

Auch wenn die Entwickler nie etwas anderes behauptet haben, kann man es gar nicht genug betonen: Space Marine 2 ist kein Action-Adventure und erst recht kein Action-Rollenspiel! Es ist ein Action-Spiel durch und durch. Eines, das sich voll darauf konzentriert, euch diese Machtfantasie eines hochgezüchteten Primaris Space Marine zu liefern, der einfach alles und jeden mit erbarmungsloser Härte plattwalzt.

Wo Titus austeilt, wächst kein Tyranide mehr. Quelle: PC Games Und genau so spielen sich die Kämpfe auch. Titus und seine Kumpels sind pausenlos damit beschäftigt, sich durch die gewaltigen Tyranidenhorden zu mähen, sei es nun mit Energiehammer und Kettenschwert oder mit Bolter- und Plasmagewehr. Hauptsache, es kracht und spritzt! Verlaufen kann man sich dabei nie: Die Level vermitteln zwar ein Gefühl von Freiheit, sind aber streng linear aufgebaut.

Nach einem Kampf geht es praktisch immer durch einen Gang, eine Tür oder über einen Aufzug, bis man die nächste Kampfarena erreicht hat. Dazwischen kurz noch Munition, Granaten und Heilspritzen aufsammeln und schon stürzt man sich ins nächste Gefecht. Fast das gesamte Spiel ist so aufgebaut, und das sorgt zwar dafür, dass nie Langeweile aufkommt - allerdings gibt's dadurch auch so gut wie keine Erkundungsanreize. Wer zum Beispiel gerne Secrets entdecken, seinen Charakter ausbauen oder besondere Beute einsacken will, hat definitiv das falsche Spiel gekauft. In Space Marine 2 steht das Kämpfen klar an erster Stelle!

In den Gefechten geht's brutal zur Sache. Quelle: PC Games

Ihr seid der Ultramarine

Das chaotische Gemetzel präsentiert sich dafür aber viel wuchtiger, präziser und spaßiger als noch im ersten Space Marine, hier hat Sabre Interactive wirklich ganze Arbeit geleistet. Schon die Bewegung eurer Spielfigur fühlt sich klasse an, da spürt man mit jedem Schritt das Gewicht, das so ein schwer gepanzter Space Marine auf die Waage bringt. (Allein dafür lohnt es sich, mit einem Gamepad zu spielen!) Nah- und Fernkampf wechseln sich außerdem fließend ab und bringen eine nette Dynamik in die Kämpfe. Die sauberen Kampfanimationen und druckvollen Knarren sorgen für wuchtiges Trefferfeedback und unterhalten bis zum Schluss - auch wenn das Kampfsystem im Grunde nur sehr simpel gestrickt ist und darum mit der Zeit an Reiz verliert.

Explosionen sind ausgesprochen hübsch geraten. Quelle: PC Games Denn letztendlich stehen euch nur vier Nahkampfwaffen zur Verfügung, die nur einfache Kombos abspulen. Da gibt es so gut wie nix zu lernen oder meistern, auf der normalen Schwierigkeitsstufe kommt man auch mit Tastenhämmern locker durch. Wichtig ist nur, dass ihr im richtigen Moment kontert und ausweicht - dazu werden blaue und rote Warnsymbole über den Gegnern eingeblendet, damit ihr genug Zeit habt, um zu reagieren. Fast besiegte Feinde leuchten dann rot auf und geben euch so das Signal, dass ihr sie mit einem brutalen Finisher erledigen könnt. Und das solltet ihr so oft wie möglich tun, denn dabei werden eure Rüstungspunkte wiederhergestellt, was genau wie in Doom Eternal entscheidend ist, um in den Gegnermassen nicht abzusaufen. Stellt euch also darauf ein, dass ihr die cool animierten Finisher sehr, sehr oft zu sehen bekommt.

Finisher füllen eure Rüstung auf. Quelle: PC Games Trotzdem spielt auch Fernkampf eine wichtige Rolle, denn viele Gegner und vor allem feindliche Schützen lassen sich nur aus der Ferne sinnvoll bekämpfen. Die Waffenauswahl ist zwar nicht besonders groß und abwechslungsreich, aber immerhin: Es gibt verschiedene Bolter, Sniper-Gewehre, Plasmapistolen und so weiter. Eine klassische Shotgun findet ihr zwar nicht, dafür aber einen mächtigen Melter, der Feinde in der Nähe prächtig auseinandernimmt. Munition ist außerdem sehr großzügig in den Umgebungen verteilt, so dass ihr den Finger auch ruhig mal am Abzug lassen könnt - für anspruchslosen Ballerspaß ist da auf jeden Fall gesorgt!

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