The Infinite Museion lohnt sich, aber der perfekte Einstieg bleibt schwierig

Special Tanja Barth
The Infinite Museion lohnt sich, aber der perfekte Einstieg bleibt schwierig
Quelle: Owlcat Games

So stark The Infinite Museion auch wirkt, ganz einfach ist die Einstiegslage nicht. Denn Rogue Trader ist inzwischen riesig, und mit der finalen Erweiterung steht bereits der nächste große Brocken bevor.

Der große Haken an der Sache mit Warhammer 40.000: Rogue Trader ist derzeit natürlich: The Infinite Museion ist nicht das Ende der Freihändler-Saga. Mit Processional of the Damned ist bereits ein weiterer DLC angekündigt. Auch dieser gehört zu Season Pass 2 und soll nach The Infinite Museion erscheinen.

Thematisch geht es dieses Mal offenbar um einen Friedhof verlorener Raumschiffe. Das klingt nach einem perfekten Schauplatz für Warhammer 40k: uralte Fregatten und Geisterschiffe, verbotene Geheimnisse, Wahnsinn in engen Korridoren und wahrscheinlich sehr viele Dinge, die man besser nicht berühren oder gar wecken sollte.

Season Pass 2 besteht damit aus zwei großen Story-DLCs. The Infinite Museion und Processional of the Damned sollen jeweils ungefähr 15 Stunden Spielzeit bieten. Zusammen sind das rund 30 Stunden zusätzlicher Stoff, und zwar pro Spieldurchlauf. Dazu kommen die bisherigen Erweiterungen, die die Welt von Rogue Trader ohnehin schon spürbar größer und lebendiger gemacht haben.

Rogue Trader ist inzwischen ein richtig großes Paket

Genau hier wird die Einstiegsfrage interessant. Schon zum Launch war Rogue Trader kein kleines Nebenbei-RPG, doch mit den bisherigen DLCs ist es noch einmal deutlich gewachsen.

Void Shadows rückte das eigene Flaggschiff, die Crew und die Gefahren im Inneren Kreis stärker in den Fokus. Lex Imperialis brachte den Adeptus Arbites, neue Story-Inhalte und einen weiteren Begleiter ins Spiel. Mit The Infinite Museion kommen nun Trazyn, Necron-Lore, neue Gebiete, Augments und ein neuer Techpriester als Begleiter dazu. Danach wartet mit Processional of the Damned bereits der nächste große Story-DLC.

Wer heute einsteigt, bekommt also nicht mehr nur das Basisspiel mit ein paar Nebenstorys, sondern ein deutlich runderes und größeres RPG-Paket. Gleichzeitig muss man ehrlich sagen: Das Ding ist inzwischen ein gigantischer Zeitfresser.

Und genau deshalb ist die Überlegung berechtigt, ob man sich jetzt schon in die Koronus-Weite stürzen sollte oder lieber wartet, bis auch der letzte angekündigte DLC erschienen ist.

Trazyn mag mächtig sein, doch sein Museum birgt Probleme, die selbst er nicht mehr vollständig im Griff hat. Quelle: Owlcat Games Trazyn mag mächtig sein, doch sein Museum birgt Probleme, die selbst er nicht mehr vollständig im Griff hat.

Lohnt sich The Infinite Museion?

Ja, The Infinite Museion lohnt sich auf jeden Fall. Trazyn ist als Aufhänger einfach perfekt, weil sein Museum Owlcat die ideale Bühne bietet, um das Warhammer-Universum in all seiner bizarren Schönheit vor dem Spieler auszubreiten. Gerade im direkten Vergleich mit der eher blassen Story von Lex Imperialis wirkt The Infinite Museion deutlich stärker und ist vor allem für Lore-Fans ein echtes Fest.

Auch spielerisch bringt der DLC mehr mit als nur neue Dialoge und Kämpfe. Das Augmentationssystem kann Talent- und Ausrüstungs-Builds spürbar verändern, Eogunn Februs ist ein erstaunlich spaßiger Begleiter und sorgt immer wieder für unfreiwillig komische Momente. Dazu kommen neue Gebiete mit kleinen, aber spannenden Abenteuern. Und auf die Überarbeitung von Uralon dem Grausamen haben viele ohnehin schon lange gewartet.

Schlussendlich bearbeitet dieser DLC einige der offenen Baustellen und erfüllt mehrere Wünsche der Community, wenn auch längst nicht alle. Aber genau deshalb fällt das Fazit ziemlich klar aus: The Infinite Museion ist einer der stärkeren DLCs für Rogue Trader und für Fans des Spiels absolut empfehlenswert.

Die Nischen im Flaggschiff des Lord Captains sind bis unters Dach mit neuen Geschichten gefüllt. Quelle: Owlcat Games Die Nischen im Flaggschiff des Lord Captains sind bis unters Dach mit neuen Geschichten gefüllt.

Sollte man mittendrin einsteigen oder neu anfangen?

Die ehrliche Antwort lautet: Ihr müsst zwar nicht unbedingt neu anfangen, aber ein neuer Durchlauf ist auf jeden Fall die schönere Variante.

Wer gerade aktiv Rogue Trader spielt und noch nicht am Ende angekommen ist, muss seine Kampagne aber nicht abbrechen. The Infinite Museion ist in die Hauptkampagne integriert und lässt sich mit einem bestehenden Spielstand erleben, sofern man an einem passenden Punkt ist. Für aktive Spieler ist der DLC also eine zusätzliche kleine Kampagne, die man problemlos mitnehmen kann.

Wer Rogue Trader dagegen schon abgeschlossen hat und nur wegen des DLCs zurückkehrt, sollte ernsthaft über einen neuen Playthrough nachdenken. Das Augmentationssystem wirkt wie eine Mechanik, die man am besten früh in die Charakterplanung einbezieht. Auch der neue Begleiter und die Story rund um die Von-Valancius-Dynastie und die Inquisition entfalten mehr Wirkung, wenn man sie im natürlichen Spielverlauf erlebt.

Noch deutlicher gilt das für alle, die die bisherigen DLCs ebenfalls nicht gespielt haben. Wenn Void Shadows, Lex Imperialis und The Infinite Museion alle neu für euch sind, spricht sehr viel für einen kompletten Neustart. Dann wirken die Erweiterungen nicht wie eine nachträgliche To-do-Liste, sondern wie ein organischer Teil der großen Reise.

Oder doch lieber warten?

Das ist die schwierigste Frage. Weil mit Processional of the Damned bereits ein weiterer DLC angekündigt ist, kann man gut verstehen, wenn manche Spieler lieber warten möchten, bis Owlcat wirklich alles veröffentlicht hat.

Wer nur einen einzigen großen Rogue-Trader-Durchlauf machen und das Abenteuer möglichst vollständig erleben möchte, sollte tatsächlich noch warten. Das ist die sauberste Lösung. Dann bekommt man das Basisspiel, die bisherigen DLCs, The Infinite Museion und später auch Processional of the Damned in einem möglichst runden Gesamtpaket.

Wer aber ohnehin wieder Bock auf Rogue Trader hat, muss nicht zwangsläufig auf den letzten DLC warten. Mit den bisherigen Erweiterungen und The Infinite Museion steckt bereits jetzt sehr viel Spielzeit im Spiel. Es gibt genug neue Inhalte, um einen frischen Durchlauf zu rechtfertigen. Processional of the Damned wird das Paket später noch einmal vergrößern, aber The Infinite Museion an sich ist kein kleiner Lückenfüller, sondern ein DLC, der euch auf jeden Fall viele Stunden Spaß bereiten wird.

Was meint ihr? Habt ihr den neuen DLC schon durchgespielt? Seid ihr komplett neu gestartet oder habt ihr Trazyns Sammlung mitten in eurem laufenden Spieldurchlauf besucht? Nutzt gerne die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.

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