WWE 2K19 im Test: Mit Verbesserungen zur Championship?

Test Christian Dörre
WWE 2K19 im Test: Mit Verbesserungen zur Championship?
Quelle: PC Games

Seit dem 9. Oktober dürfen Wrestlingfans wieder loszocken, denn an diesem Tag erschien mit WWE 2K19 die neueste Ringkampf-Simulation aus dem hause 2K Games. Wir haben den Titel eine Woche lang ausgiebig gespielt, dabei sämtliche neuen Features getestet und verraten euch in diesem Artikel, ob die langlebige Showsport-Reihe endlich wieder in den Main Event der Sportspiele vorstößt.

Vor kurzem durften wir WWE 2K19 noch stilgerecht auf einem Preview-Event im WWE Performance Center anspielen und unter anderem Cover-Star AJ Styles interviewen, nun ist die Wrestling-Simulation auch schon erschienen und bestätigt größtenteils unseren positiven Eindruck aus Orlando. Die beliebte Serie macht mit diesem Ableger definitiv einen größeren schritt nach vorne, doch ganz reicht es noch nicht, um sich wieder im Main Event der Sportspiele zu etablieren. Zwar gefallen die neuen Features und der erweiterte Umfang. Dass einige alte Problemchen beseitigt wurden, ist ebenfalls erfreulich. Nach längerem Zocken offenbart der Titel aber weiterhin ein paar Macken.

" data-cke-widget-keep-attr="0" data-widget="anchorIndex" />

Aufgemöbelte Technik

Die Technik der WWE 2K-Spiele ist der von Fans wohl am häufigsten genannte Kritikpunkt der Reihe, da viele Animationen stets altbacken und abgehackt aussahen und es bei Matches mit sechs bis acht Kämpfern gleichzeitig im oder am Ring oftmals zu nervigen und Spielspaß-mindernden Rucklern kam. Umso erfreulicher ist es, dass die Entwickler hier endlich nachgebessert haben. Den weit über hundert spielbaren Superstars und Legenden wurden viele neue Bewegungsabläufe spendiert, welche für ein spürbar besseres, runderes und authentischeres Spielerlebnis sorgen.

Das In-Ring-geschehen ist flüssiger, variantenreicher und spannender geworden. Die KI agiert etwas cleverer und nutzt das neue Payback-System, um sich aus dem Cover zu befreien. Quelle: PC Games Das In-Ring-geschehen ist flüssiger, variantenreicher und spannender geworden. Die KI agiert etwas cleverer und nutzt das neue Payback-System, um sich aus dem Cover zu befreien. Einige Animationen sehen immer noch ein wenig steif aus, doch allgemein sehen gerade lange Konterserien nicht mehr so seltsam aus wie in früheren Teilen. Selbst Leiter- oder TLC-Matches laufen nun viel sauberer, während sie in den letzten Ablegern noch Garanten für seltsame Glitches waren. Die Zielerkennung wurde zwar verbessert, doch immer noch kommt es manchmal zu unfreiwillig komischen Momenten, in denen Gegner aneinander vorbeigreifen. Sehr schön ist allerdings, dass man endlich die Engine besser im Griff hat, sodass Matches mit acht Kämpfern gleichzeitig auf dem Bildschirm nun absolut flüssig laufen. Durch diese behobene Problem wurden auch einige Match-Arten wieder eingeführt. So sind endlich wieder Triple-Threat- oder Fatal-4-Way-Tornado-Tag-Team-Matches mit verschiedenen Gimmicks und Stipulations wie Ladder, TLC oder Hell in a Cell spielbar. Diese Kämpfe kann man wohl am besten als herrliches Chaos beschreiben.

Die Modelle der verschiedenen Wrestler sind jedoch immer noch ein zweischneidiges Schwert. Während Topstars wie Triple H oder Roman Reigns absolut super aussehen, hätte man sich bei ein paar Mid- und Undercardern, der Women's Division oder gar einigen Legenden durchaus etwas mehr Mühe geben können. Totalausfälle gibt es allerdings nicht. Allgemein merkt man visuell und beim Gameplay einige Fortschritte, doch der Sound spinnt manchmal ziemlich rum. Die Kommentatoren wiederholen sich in Matches mehrmals und sagen teils vollkommen unpassende Dinge und das Publikum reagiert oftmals nicht angemessen auf die Superstars selbst oder die Aktionen im Ring. Hier sollte noch nachgepatcht werden.

Mehr Varianz im Kampf

Am eigentlichen Spielprinzip hat sich im Vergleich zum Vorgänger eigentlich nichts geändert, sodass Kenner der letzten Teile direkt loslegen können, Neulinge aufgrund der nur rudimentären Tutorial-Einblendungen jedoch erstmal ein wenig Übung brauchen, um die zahlreichen Aktionen zu meistern. Auch das viel kritisierte Reversal-System blieb weitgehend unangetastet. Das Zeitfenster zum korrekten Kontern ist zwar nun ein wenig größer und damit benutzerfreundlicher ausgefallen, doch teilweise bockt es immer noch ein wenig und Animationsabläufe müssen auswendig gelernt werden, um gegnerische Angriffe abzuwehren.

Im Vorgänger ruckelten Matches mit acht Mann im oder am Ring noch stark. Diesmal läuft glücklicherweise alles flüssig. Quelle: PC Games Im Vorgänger ruckelten Matches mit acht Mann im oder am Ring noch stark. Diesmal läuft glücklicherweise alles flüssig. Auch die Befreiung aus Pinfalls ist weiterhin ein wenig fummelig. Dafür spielen sich die Kämpfe selbst nun aber deutlich flüssiger und die verschiedenen Kampfstile der Wrestler kommen deutlicher zur Geltung. Kämpft ihr beispielsweise mit Pete Dunne gegen Dean Ambrose, könnt ihr euch auf einen harten Schlagabtausch einstellen, während ein Cruiserweight-Kampf deutlich schneller ist und viele spektakuläre Aktionen beinhaltet. Zudem wurde nun das sogenannte Payback-Feature eingeführt, bei dem für jeden Kämpfer zwei Spezial-Aktionen vor dem Kampf festgelegt werden können.

Kassiert ihr Prügel, lädt sich die Payback-Anzeige auf und ihr könnt bei gefülltem Symbol eine Konterleiste füllen, direkt vom Boden aufstehen oder einen automatischen Reversal einstellen. Wartet ihr jedoch, bis sich das zweite Symbol füllt, dürft ihr mächtigere Paybacks ausführen, welche das Match zu euren Gunsten entscheiden können. So könnt ihr beispielsweise einstellen, dass ihr aus einem Cover auskickt, ihr einen zusätzlichen Finisher erhaltet oder ihr eurem Kontrahenten in die Kronjuwelen schlagt. Lenkt nur besser vorher den Ringrichter ab! Dadurch werden die Matches ein wenig taktischer und spannender, da auch die KI oftmals geschickt ihre Paybacks einsetzt. WWE 2K19 (jetzt kaufen 89,99 € ) ist spielerisch immer noch nicht perfekt, doch die kleinen Verbesserungen und Neuerungen sorgen dafür, dass sich der Titel weitaus besser und spaßiger spielt als die letzten Teile.
Der Showcase-Modus erzählt die WWE-Karriere von Daniel Bryan nach. Ihr dürft wichtige Matches daraus spielen und müsst währenddessen bestimmte Ziele erfüllen oder Aktionen auslösen. Quelle: PC Games Der Showcase-Modus erzählt die WWE-Karriere von Daniel Bryan nach. Ihr dürft wichtige Matches daraus spielen und müsst währenddessen bestimmte Ziele erfüllen oder Aktionen auslösen.

Von Türmen und Ja-Sagern

Doch nicht nur am eigentlichen Spielgeschehen wurde geschraubt, auch der Umfang von WWE 2K19 wurde erweitert. So gibt es nun den neuen Modus "Türme" und nach einigen Jahren ist auch endlich wieder ein Showcase mit an Bord. "Türme" erinnert an Modi klassischer Beat em Ups. Insgesamt warten acht Türme in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, mit unterschiedlichen Gegnern, Themen, Match-Arten und zu erfüllenden Zielen auf euch.

Nacheinander tretet ihr gegen eure jeweiligen Kontrahenten an und müsst bestimmte Bedingungen erfüllen oder dürft gewisse Aktionen nicht ausführen. Zudem ist es bei manchen Türmen so, dass ihr euren erlittenen Schaden aus dem vorigen Match mit in den nächsten Kampf nehmt. Abgesehen von den leichten Türmen ist der Modus durchaus knackig, aber auch motivierend, da ihr oftmals gezwungen werdet, euch eine passende Taktik zurechtzulegen.

Der Showcase wird als Dokumentation präsentiert, in der Daniel Bryan über seine Karriere spricht. Dazu gibt es viele ikonische Szenen zu sehen. Quelle: PC Games Der Showcase wird als Dokumentation präsentiert, in der Daniel Bryan über seine Karriere spricht. Dazu gibt es viele ikonische Szenen zu sehen. Der Showcase-Modus hingegen überzeugt durch seine hervorragende Präsentation und lässt euch bestimmte Highlight-Matches aus der Karriere von Fanliebling und Ausnahmewrestler Daniel Bryan nachspielen. In den Matches müsst ihr ebenfalls bestimmte Ziele erfüllen oder Aktionen auslösen, damit eine Zwischensequenz ausgelöst wird und das Match so abläuft wie es wirklich war. Allerdings haben es die Entwickler hier teilweise mit der Menge an Zielen übertrieben. Vor allem auch, da manche Aktionen, wie der Yes-Lock mit dem Kendo-Schwert, fummelig auszuführen sind und es keine Checkpoints innerhalb der Kämpfe gibt.

Verpasst euch beispielsweise John Cena, kurz bevor ihr das letzte Ziel erfüllen könnt, seinen Attitude Adjustment, dürft ihr das komplette Match noch mal machen. Das ist mitunter ein wenig nervig, dafür besticht der Showcase allerdings durch seine hervorragende Inszenierung als Dokumentation. Zwischen den Matches erzählt Daniel Bryan höchstselbst, wie der jeweilige Kampf zustande kam oder beleuchtet seinen weiteren Werdegang. Dies wird mit allerhand Videoclips aus dem WWE-Archiv garniert. So seht ihr beispielsweise die lustigen Momente von Team Hell No bei der Aggressionsbewältigungstherapie oder die Szenen von Occupy RAW als Bryan den Ring mit seinen Fans besetzte.

Obwohl wir uns wirklich Checkpoints in den Matches gewünscht hätten, und deshalb manchmal ein wenig angenervt waren, entschädigte uns diese tolle Aufmachung dafür. Es macht einfach Spaß, die emotionale und oftmals auch verdammt witzige WWE-Karriere von Daniel Bryan noch mal Revue passieren zu lassen und der fiesen Authority selbst ein paar Schellen zu verpassen.
Die Story im Karrieremodus ist zwar vollkommen linear, geht aber ziemlich lang, ist unterhaltsam, spannend, gut erzählt und bietet einige coole Momente. Quelle: PC Games Die Story im Karrieremodus ist zwar vollkommen linear, geht aber ziemlich lang, ist unterhaltsam, spannend, gut erzählt und bietet einige coole Momente.

Linear, aber super: Die Karriere

Glücklicherweise wurde jedoch auch am zwar sehr offen angelegten, aber auch grindlastigen und nur mit wenigen Highlights versehenen Karrieremodus gearbeitet. Wieder erstellt ihr einen eigenen Wrestler, könnt jedoch zunächst nur aus wenigen Outfits, Accessoires und Frisuren wählen. Den Rest schaltet ihr frei, indem ihr mit In-Game-Währung Kartenpakete kauft. Wir finden es zwar nach wie vor bescheuert, dass man nicht gezielt Objekte erwerben darf, doch das neue System ist zumindest ein bisschen besser als die Lootboxen im Vorgänger, da man nun wenigsten gezielt Kartenpakete kaufen kann und einzelne Karten für ein paar Credits verhökern darf. Keine Angst übrigens: Im Gegensatz zum Basketball-Spiel NBA 2K19 setzt WWE 2K19 nicht auf Mikrotransaktionen. Ihr müsst und könnt kein Echtgeld ausgeben. Im Verlaufe der Story verdient ihr zudem so viel Kohle, dass man sich ständig Kartenpakete kaufen kann, sodass es noch unverständlicher wird, warum man nicht einfach direkt gewisse Dinge kaufen kann, aber Schwamm drüber.

Im Karrieremodus von 'Mein Spieler' begleitet ihr einen jungen aufstrebenden Wrestler von der Independent-Szene bis zum Main Event in der WWE. Quelle: PC Games Im Karrieremodus von "Mein Spieler" begleitet ihr einen jungen aufstrebenden Wrestler von der Independent-Szene bis zum Main Event in der WWE. Durch gewonnene Matches verdient ihr aber nicht nur Credits, sondern auch Erfahrungspunkte, steigt dadurch im Level auf und erhaltet Skill-Punkte, die ihr auf einem geradezu riesigen Talentbaum verteilen dürft, um euren Catcher zu verbessern und neue Talente wie Springboard-Aktionen freizuschalten. Nach kurzer Zeit gesellt sich zudem ein weiterer großer Talentbaum für einen weiteren Kampfstil dazu und es gibt noch einen Skill-Tree für den Überladungs-Modus. Und wo wir schon bei Dingen im Überfluss sind: Neben der Karriere-Story gibt es für euren selbsterstellten Wrestler auch noch acht spezielle Türme und natürlich den aus dem Vorgänger bekannten Road-to-Glory-Modus. Reicht lieber schon mal Urlaub ein!

Die Karriere selbst präsentiert sich vollkommen anders als in den letzten Jahren, da sie eine strikt lineare Geschichte erzählt, in der ihr nur ab und zu eine Entscheidung fällen dürft. Dennoch gefällt uns der neue Ansatz viel besser als in den Vorgängerspielen. Wir gehen sogar so weit, zu behaupten, dass die Karriere in WWE 2K19 die beste seit gefühlten Ewigkeiten ist. Zwar habt ihr nicht viel Entscheidungsspielraum, doch der Modus hat einen großen Umfang und die Story ist richtig gut erzählt und bietet allerhand sympathische Charaktere mit verschiedenen Motivationen. Sogar die Dialoge zwischen ihnen sind richtig gut und witzig geschrieben. Einige Male mussten wir laut lachen.

in der Karriere gibt es zwar immer noch Backstage-Areale, doch ihr müsst nicht mehr ewig ziellos herumlaufen, sondern dürft euch bequem durch die Gesprächspartner klicken. Quelle: PC Games in der Karriere gibt es zwar immer noch Backstage-Areale, doch ihr müsst nicht mehr ewig ziellos herumlaufen, sondern dürft euch bequem durch die Gesprächspartner klicken. Die Story selbst handelt von euch als aufstrebendem Independent-Wrestling-Talent. Durch ein Missgeschick macht ihr euch jedoch Triple H zum Feind, er zwar eure Anstellung in der WWE erlaubt, aber eben nur, weil er euch dort quälen kann. Im Verlaufe vieler interessanter und toll präsentierter Rivalitäten macht ihr euch Freunde und Feinde und steigt langsam zum Star auf. Die Inszenierung mit den zahlreichen Zwischensequenzen ist richtig klasse und profitiert klar davon, dass diesmal alle Gespräche vertont wurden. Zudem müsst ihr nicht mehr im Backstage-Bereich rumlaufen, sondern könnt direkt Gesprächspartner auswählen und so Nebenmatches provozieren. So begeistert wie von der Karriere wären wir auch gerne von den Online-Modi, allerdings ist die Verbindung hier immer noch ziemlich launisch. Mal Klappt es super, ein anderes Mal ruckelt es extrem.

Info: Eine PC-Wertung reichen wir in den nächsten Tagen nach.

Fazit und Wertung

Meinung

Wertung zu WWE 2K19 (PS4)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu WWE 2K19 (XBO)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Hervorragende TV-Präsentation in sämtlichen SpielmodiVerbessertes, flüssigeres SpielgefühlSehr unterhaltsamer, überraschend gut geschriebener KarrieremodusSehr umfangreichGrandios aufgemachter ShowcaseSelbst in Multi-Men-Matches absolut flüssigKampfstile der Wrestler werden in den Matches gut abgebildet
Nerviges Konter- und Pin-SystemSeltene Probleme bei der ZielerfassungKeine Checkpoints im ShowcaseUnnötiger Karten-Shop im KarrieremodusTeils Verbindungsprobleme in Online-Modi
Fazit

Top präsentiertes Wrestlingspiel mit viel Umfang, neuen Features und jeder Menge kleiner Verbesserungen, aber auch noch ein paar technischen Makeln.

Bildergalerie

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk