Bei der Mannschaftsvorstellung wird deutlich wie wenig Mühe sich die Programmierer gegeben haben.
Normalerweise bin ich immer vorsichtig, wenn ein Spiel ein derartiges Gütesiegel trägt. Nicht, dass ich etwas gegen den Bayern-Spieler hätte, ganz im Gegenteil. In vielen Fällen ist es aber so, dass Hersteller versuchen, mit bekannten Namen von offensichtlichen Gameplay-Defiziten abzulenken. WM Nationalspieler ist ein Paradebeispiel für diese Art von Spiel. Vollkommen unabhängig davon, mit welcher der über 200 unlizenzierten Nationalmannschaften Sie antreten, alle haben dasselbe Problem: Sämtliche Spieler (vor allem die Torhüter) agieren, als hätten Sie Stroh im Kopf. An Taktik oder gar durchdachtes Angriffsspiel ist daher gar nicht erst zu denken. Die meiste Zeit sind Sie eh nur damit beschäftigt mit der fürchterlichen Ballphysik zu kämpfen, um irgendwie am Ball zu bleiben. Die virtuelle Lederkugel verhält sich nämlich total unberechenbar. Manchmal klebt Sie geradezu am Fuß des Spielers, ein anderes Mal ist es schier unmöglich sie unter Kontrolle zu halten. Wie schlecht speziell Grafik und Kollisionsabfrage des Spiels sind, entpuppt sich so richtig bei Replays oder Nahaufnahmen. Detailarme, lieblos gestaltete Klon-Fußballer quälen sich abgehackt und schlecht animiert über einen texturarmen Rasen. Was ich von dem groß auf der Packung angepriesenen "After Touch"-Feature halte, mit dem es angeblich möglich ist "unglaublich schöne Tore" zu erzielen, wage ich erst gar nicht in Worte zu fassen. Darüber hinaus weist das Spiel einige haarsträubende Bugs und Ungereimtheiten auf, die in einem fertigen Produkt nichts zu suchen haben. Ich bin fast schon froh, dass Ubi Soft darauf verzichtet hat, dem Spiel einen Audiokommentar zu verpassen. Allein der Gedanke daran lässt mich schaudern.
Bildergalerie: WM Nationalspieler
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