Velvet Assassin-Test für Xbox 360: Immer wieder reißt euch purer Frust aus der Velvet Assassin-Traumwelt. Eigentlich wollt ihr gar nicht mehr dorthin zurück - doch Velvet Assassin lässt euch garantiert nicht los!
Schleich dich!
Quelle: Videogameszone.de
Während der Missionen unterbrechen kurze Einspieler das Geschehen. Diese surrealen Filmchen bestehen einerseits aus Erinnerungen und zum andern Teil aus realen Vorgängen außerhalb von Violettes Träumen. Gute Idee, doch vor allem zu Beginn etwas verwirrend.
Zusätzlich hat die Hauptakteurin einige fiese Tricks auf Lager. Einem Soldaten heimlich den Stift aus der Granate ziehen und ihn damit in eine laufende Bombe verwandeln; sich hinter einer Wasserpfütze in den Schatten kauern, per lieblichem Pfeifen den Feind anlocken und anschließend das kühle Nass unter Strom setzen - wann immer solche Aktionen gelingen, lacht das Assassinenherz. Auch die Morphiumfähigkeit versetzt den Stein in unserer Brust in freudige Erregung, siehe dazu den Extrakasten auf dieser Seite. Solchen Momenten stehen unglaublich frustrierende Passagen gegenüber. Velvet Assassin ist kein einfaches Spiel. Selbst erfahrene Stealth-Spezialisten fluchen ein ums andere Mal laut auf, Genre-Neulinge beißen auf Granit. Die fies gesetzten Speicherpunkte machen die Sache nicht besser, im Gegenteil.
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Dieser Soldat latschte regelmäßig durch eine Wasserpfütze. Bis wir sie unter Strom setzten.
Unser Gamepad flog nicht nur ein Mal quer durch die Redaktion, wenn wir im zwanzigsten Anlauf endlich mehrere richtig fiese Abschnitte gepackt hatten, nur um kurz vor Ende zu scheitern und anschließend den ganzen Mist von vorn zu beginnen. Das ist nicht fordernd, sondern schlicht frustrierend! Hinzu kommt, das die Levels streng linear sind, es gibt keine Alternativrouten und einigen Stellen mangelt es an Logik. Violette kann beispielsweise nur Waffen und Munition aufheben, die sie in Schränken findet. Das bringt euch in die perverse Situation, schutzlos gegen eine halbe Armee vorzugehen und verdammt oft zu sterben, obwohl man mit den Waffen ausgeschalteter Widersacher ganze Kriege gewinnen könnte.
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Wir verstecken uns in einem Schrank, um dieser Patrouille zu entgehen.
Mensch ärger dich!
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Zwischen den Einsätzen klärt Violette euch anhand von Fotos über die Mission auf. In den stimmungsvollen Monologen gibt sie zudem hin und wieder einen Teil ihrer Gefühlswelt preis und erscheint so weitaus glaubwürdiger und lebendiger als „normale“ Helden.
In solchen Frustmomenten fallen weitere Schwächen des Titels umso stärker auf. So wurde scheinbar die komplette Wehrmacht von einem einzigen Sprecher vertont. Der macht seine Sache zwar gut, doch es gibt nur eine Handvoll Sprüche, welche die Soldaten ständig wiederholen, was auf Dauer nervt. Ansonsten sind die Dialoge klasse in Originalsprachen vertont. Deutsche unterhalten sich in akzentfreiem Deutsch, Franzosen sprechen hingegen französisch. Die Krönung liefert Violettes Synchronsprecherin, die ihre englischen Monologe sehr emotional vertonte und zusammen mit der starken Musikuntermalung für Atmosphäre sorgt. Stimmungsgarant Nummer 2 ist die Optik. Grafisch reißt Velvet Assassin zwar keine Bäume aus, einige Animationen wirken staksig und die Feuereffekte sind im Jahr 2009 schlicht lächerlich. Doch die kräftige Farbgebung und leicht verträumte Atmosphäre machen all das wieder wett und sorgen für eine insgesamt sehr stilvolle und stimmige Spielwelt.
