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Velvet Assassin Test

Velvet Assassin-Test für Xbox 360: Immer wieder reißt euch purer Frust aus der Velvet Assassin-Traumwelt. Eigentlich wollt ihr gar nicht mehr dorthin zurück - doch Velvet Assassin lässt euch garantiert nicht los!
Christoph Peter Schuster
Einige Wachen bestreiten ihren Dienst bereits volltrunken und stellen somit leichte Opfer dar. Quelle: Videogameszone.de

Der Zweite Weltkrieg als Spiele­thematik ist ausgelutscht. Hunderte, gar tausende Nazis zieren bereits unsere virtuelle Abschussliste, wir steuerten Panzer, Jäger und U-Boote in die Schlacht und wischten schon dutzende Male im Alleingang den braunen Dreck vom Antlitz der Welt. Was sollte da noch großartig kommen? Doch Velvet Assassin belehrte uns eines Besseren. Obwohl der angebliche Bezug zur realen französischen Widerstandsheldin Violette Szabo sich auf die Berufsbezeichnung - Geheimagentin! - und den Vornamen beschränkt.

Schreib Geschichte!
Durch den hier gezeigten Einsatz von Morphium wird Violette kurzzeitig unverwundbar. Quelle: Videogameszone.de Durch den hier gezeigten Einsatz von Morphium wird Violette kurzzeitig unverwundbar. Die Protagonistin Violette Summer zeigt bereits im Vorspann, dass sie sich von den üblichen Helden dort draußen unterscheidet. Selbstkritisch und wehmütig blickt sie auf den Krieg zurück. Richtig gelesen, sie blickt zurück. Etwa 80 % der Spielzeit verbringt die Dame nämlich halb tot in einem verlassenen Krankenhaus liegend. In fiebrigen Träumen durchlebt ihr mit der zierlichen Lady die Wirren des Krieges. Während der Einsätze suchen euch verschwommene Visionen heim, welche die Geschichte fortspinnen. Diese Methode ist zweifelsohne stilvoll, allerdings bleiben dabei vor allem anfangs eine Menge Fragezeichen. Warum liegt Violette schwer verwundet im Bett? Wer sind die beiden Franzosen, die hier über das Schicksal der Heldin debattieren? Der Spieler muss sich gedulden. Erst ab der Hälfte etwa bequemt sich Velvet Assassin dazu, stichhaltige Antworten zu liefern.

Gemeuchelte Feinde verbergen wir im Dunkel, damit ihre Kollegen keinen Verdacht schöpfen. Quelle: Videogameszone.de Gemeuchelte Feinde verbergen wir im Dunkel, damit ihre Kollegen keinen Verdacht schöpfen. Zu diesem Zeitpunkt hat der Titel seine Fesselwirkung jedoch längst entfaltet. Ihr schleicht auf Zehenspitzen durch die Levels und bangt um das Wohl der Hauptdarstellerin. Das liegt natürlich auch daran, dass das zierliche Weiblein unter Beschuss sehr schnell das Zeitliche segnet. Wie einst der Meis­terdieb Garrett in Thief 3 nutzt Violette die Dunkelheit zu ihrem Vorteil. Ihr haltet euch im Schatten, knipst Lichter aus und meuchelt Feinde lautlos von hinten. Ihr pirscht euch an euer Opfer heran und rammt ihm per Knopfdruck brutal euer Messer in den Leib. Die Tötungsszenen verzichten zwar auf geschmacklosen Splatter, entbehren jedoch nicht einer gewissen Grausamkeit, was in der Natur der Sache liegt. Allgemein trägt Velvet Assassin das rote Siegel zurecht.

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