Vanquish im Test: Das Actionspiel für Xbox 360 und PS3 überzeugt durch fordernde Kämpfe, offenbart bei Story und Abwechslung aber Schwächen. Lest jetzt unseren Test der Konsolenfassung von Vanquish.
Vanquish wurde von Platinum Games entwickelt, dem Team rund um Resident-Evil-Macher Shinji Mikami. Wir nehmen Vanquish im Test für Xbox 360 und PS3 unter die Lupe. Schauplatz von Vanquish ist eine riesige Orbitalstation, die eigentlich zur Gewinnung von Solarenergie gebaut wurde. Der übergeschnappte russische General Zaitsev belagert die Raumbasis mit einer Roboterarmee, funktioniert sie zur Massenvernichtungswaffe um und legt damit San Francisco in Schutt und Asche. Mit New York als nächstem Ziel will er die USA zur Kapitulation zwingen. Ihr schlüpft in die Rolle von US-Geheimagent Sam Gideon, der, ausgerüstet mit einem Hightech-Kampfanzug, den Invasoren die Stirn bietet. An seiner Seite kämpft Kriegsveteran Lt. Col. Burns und seine Männer, wobei sich Sam und Burns aufgrund unterschiedlicher Einsatzziele regelmäßig in die Haare kriegen.
Vorweg: Vanquish ist nicht lang. Gerade mal sechs bis neun Stunden dauert es, bis nach einem überraschend leichten Finalkampf –die Bosskämpfe davor waren extrem herausfordernd – der Abspann über den Bildschirm flimmert. Obwohl die Zeit dank der temporeichen Action tatsächlich wie im Flug verging, machte sich etwa nach der Hälfte der Kampagne eine leichte Übersättigung bemerkbar. Das Spielprinzip in den fünf Akten ist nämlich stets gleich. Der Held besitzt von Anfang an alle acht Waffen und sämtliche Spezialfähigkeiten. Geheimagent Sam Gideon „lernt“ vermeintlich nichts dazu, nur die Gegner werden immer gewitzter, bedrohlicher und größer. Abwechslung? Wenig. In Kombination mit der kurzen „Netto“-Spielzeit nimmt Vanquish damit gerade so die Einzelspieler-Award-Hürde. Warum Vanquish trotzdem jede Menge Spaß macht, zeigen Euch die folgenden Pro-/Contra-Punkte.
Positiv an Vanquish finden wir folgende Punkte:
Quelle: VGZ
Die Kämpfe in Vanquish spielen sich zwar alle ähnlich, machen aber Laune, da man mit der Zeit immer besser wird.
Die Kämpfe: Was trotz der geringen Abwechslung motiviert die Tatsache, dass wir während der Spielzeit immer besser werden. Während wir anfangs noch wie in einem Taktik-Shooter von Deckung zu Deckung hechteten oder dahinter kauerten, um die feindliche Roboterarmee aus sicherer Distanz aufs Korn zu nehmen, stürzten wir uns am Ende wagemutig immer mittenrein in die Action. Darauf ist Vanquish ausgelegt, so macht das Spiel am meisten Spaß! Auge in Auge mit Horden von Infanterie-Robotern und fiesen Monster-Mechs, die den guten Sam in Größe, Bewaffnung und Panzerung um ein Vielfaches überragen.
In einem Moment läuft das Geschehen so rasend schnell ab, dass einem schwindelig wird und man wiederholt den Überblick verliert. Dann plötzlich zischen feindliche Projektile und Raketenschwärme in Zeitlupe vorbei, während wir in Echtzeit weiter aus vollen Rohren ballern. Diese Bullet Time nennt sich in Vanquish Augmented Reaction. Sams Hightech-Anzug löst die Zeitlupenfunktion automatisch aus, wenn er zu viele Treffer einsteckt. Man kann sie aber auch manuell auslösen. Das funktioniert zum Beispiel dann, wenn wir über eine Deckung hopsen, uns unter Schwärmen von Rakete hinweg ducken oder mit aktiviertem Raketen-Boost auf Knien durch die Reihen der Feinde düsen. Macht Laune und sieht extrem cool aus!
Quelle: VGZ
Tolle Effekte und coole Robo-Gegner: Vanquish macht optisch einigermaßen her.
Die Inszenierung: Inszenatorisch wie grafisch brennt Sega in den Levels hier ein wahres Effektfeuerwerk ab. Gleißendes Licht, Unschärfe bis zum Umfallen, fulminante Explosionen – Vanquish muss man in Bewegung gesehen haben! Vor allem letztgenannter Punkt hat es uns angetan, da es selbst das normale Robo-Fußvolk doppelt so stark zerreißt, als man es erwarten würde. Dazu gehören auch die zumeist sehenswerten Zwischensequenzen. Nett sind auch kleine Details wie die separaten Sprachoptionen für Menüs, Anzeigen und Dialoge sowie die spärlich eingesetzten, dafür aber grandios in Szene gesetzten Quick-Time-Events.
