Vampire: The Masquerade - Swansong im Test - Seite 2
Test
Vampire: The Masquerade - Swansong ist ein narratives RPG mit Fokus auf bedeutenden Entscheidungen. Ob der Titel hält, was er verspricht, lest ihr im Test.
Obwohl wir uns nur auf vorgeschriebenen Pfaden bewegen können, sind die Areale trotzdem recht großflächig. Zudem beinhalten sie viele versteckte Geheimnisse, die uns entweder direkt eine alternative Lösung für unseren aktuellen Auftrag anbieten oder in späteren Missionen noch wichtig werden. Finden wir beispielsweise in einem Level Papiere, in denen die illegalen Machenschaften eines unserer Vampir-Kollegen dokumentiert sind, können wir diesen zu Beginn der nächsten Mission damit konfrontieren. Häufig ist ein Skillcheck nötig, um an diese Geheimnisse zu kommen, manchmal zahlt sich aber auch gründliches Suchen schon aus. Das führt dann tatsächlich auch zu ziemlich drastischen Story-Abzweigungen. Vor allem besonders versteckte Lösungswege haben starken Einfluss auf den Verlauf der Geschichte und können sogar das Ende extrem unterschiedlich ausfallen lassen.
Vielseitige Herangehensweisen
Klingt erst einmal spitze, ist aber nicht wirklich intuitiv umgesetzt. So kann uns ein erfolgreicher Schlossknacken-Wurf zum Beispiel auf einen Pfad führen, auf dem im Folgenden plötzlich noch ein hoher Skill in Überzeugen erforderlich ist, um ein positives Ergebnis zu erzielen. Haben wir allerdings dort keine Punkte investiert, sind die Konsequenzen womöglich schlechter, als wenn wir den Schlossknacken-Check einfach ignoriert und stattdessen einen weniger anspruchsvollen Standardweg gewählt hätten.
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Quelle: PC Games
Jede Figur verfügt über ganz spezielle Disziplinen. Leysha kann Aussehen und Kleidung von NPCs kopieren, um Gebiete zu infiltrieren.
Das ist auch deswegen frustrierend, weil es Skillchecks gibt, die tatsächlich essenziell sind, um am Ende eine positive Missionsbewertung und damit mehr Erfahrungspunkte zu erhalten. Wer sich auf wenige Fähigkeiten spezialisiert, wird am Ende also eher bestraft, als für seine hohe Expertise mit besonderen Lösungswegen belohnt. Das ist nicht zwingend eine Verfehlung im Game-Design, ihr solltet aber wissen, dass es unwahrscheinlich ist, immer ein "perfektes" Missionsergebnis zu erzielen.
Haben wir mindestens einen Punkt in einen Skill investiert, können wir diesen in der Spielwelt benutzen. Temporär können Skills auch mit gefundenen Items oder dem Talent Fokus gesteigert werden. Für letzteres benötigen wir Fokuspunkte, von denen wir zu Beginn jedes Levels eine ordentliche Stückzahl erhalten. Für jede Stufe, um die wir ein Talent spontan steigern möchten, ist ein bestimmter Preis an Fokuspunkten fällig. Diese gibt es als Belohnung für bestimmte Gespräche oder Entscheidungen.
Quelle: PC Games
Blutsaugen sieht teilweise ziemlich albern aus.
Die zweite Ressource, die wir im Auge behalten sollten, ist Hunger. Logischerweise nach Blut. Der Einsatz von Disziplinen verbraucht unsere Blutreserven und steigert unsere Lust auf den roten Saft. Damit dieser Hunger nicht unerträglich wird und wir aus Versehen ein Blutbad anrichten, sollten wir zusehen, uns regelmäßig ein nichts ahnendes Opfer zu krallen, an einen abgelegenen Ort zu bringen und auszuzutzeln.
Das passiert in einer unfreiwillig komischen Animation, in der unsere Figur erst halbherzig mit dem unfreiwilligen Blutspender rangelt und ihm dann die Fänge in den Hals schlägt. Hier müssen wir vorsichtig sein, nicht zu lange zu nuckeln, weil das den Tod unseres Ziels zur Folge hat. Unschuldige umzubringen, sorgt dafür, dass Menschen Verdacht schöpfen könnten, dass ein Vampir in ihren Reihen unterwegs ist, was soziale Skillchecks erschwert.
Quelle: PC Games
Zum Gameplay gehören ärgerlicherweise auch ein paar äußerst generische und frustrierende Rätselpassagen, wie diese Schiebeaufgabe.
Bla Bla Blacula
Die meisten Fähigkeiten sind nämlich sozialer Natur und kommen in den zahlreichen ausufernden Dialogen zu tragen. Swansong ist in allererster Linie ein Detektivspiel, das aus Ermittlungs- und Überzeugungsarbeit besteht. Wir laufen durch die abgeschlossenen Areale, suchen Keycards, Passwörter und Hinweise, lösen schrecklich designte Rätsel und sprechen mit den NPCs.
Wobei sprechen nicht ganz richtig ist. Vielmehr sind wir gezwungen, still vor dem Bildschirm zu sitzen und zuzuhören. Eine Möglichkeit, die Dialoge zu skippen oder zu beschleunigen, bekommen wir erst, wenn wir einen Abschnitt vollkommen abgeschlossen haben und dann erneut von vorne starten.
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