Valkyrie Elysium im Test: Generalprobe für Ragnarök - Seite 3

Test Annika Menzel
Valkyrie Elysium im Test: Generalprobe für Ragnarök - Seite 3
Quelle: PC Games

In Valkyrie Elysium versucht ihr für Allvater Odin Ragnarök zu verhindern. Wir haben das Action-RPG getestet und verraten, ob sich der Kauf lohnt - inklusive Test-Video!

Valkyrie Elysium motiviert nicht dazu, sich in der Gegend umzusehen. Auf der Karte sind Orte markiert, an denen ihr Nebenquests freischaltet, ebenso die sogenannten Hohlblüten. Beim Einsammeln dieser Blumen gibt euch ein Textkasten einen Einblick in die Vergangenheit der Person, deren Seele in dem Kraut steckt.

Da durch den Krieg in Asgard die meisten Lebewesen ausgelöscht wurden, sind die Gebiete leer gefegt. Lediglich ein paar Schatztruhen erwarten euch abseits des Pfades - den ihr kaum übersehen könnt, da die Welten nicht nur schlauchartig aufgebaut sind, sondern sich die Questmarkierung auch alle paar Meter aktualisiert. Bis auf die wenigen Charaktere, die im Zuge der Geschichte auftauchen, ist alles leblos. Dadurch besteht kaum ein Anreiz, die paar zusätzlichen Ecken gründlich zu erkunden.

Da ist es vielleicht gar nicht so verkehrt, dass das Spiel relativ wenig Content bietet. Schon nach ungefähr zwölf Stunden konnten wir den Controller zur Seite legen, wobei sich die Dauer natürlich durch Nebenmissionen oder das Sammeln von Trophäen erhöht. Selbst die Hauptmissionen fühlen sich schnell repetitiv an, für eine längere Spielzeit wäre zudem ein komplexeres Geschichtsgerüst notwendig gewesen.

(Kein) Anblick für die Götter

Das Charakterdesign hingegen ist abwechslungsreich und gut gelungen. Auch, wenn Odin eher wie ein reicher Schnösel als der göttliche Allvater aussieht, bringen alle Figuren ihren eigenen Charme und detaillierte Outfits mit sich. Der Rückzugsort Walhalla sieht prächtig aus, wenn auch - wie der Rest des Spiels - ziemlich leer.

Zunächst gewöhnungsbedürftig ist die Cel-Shading-Optik. Prinzipiell verleiht der Stil den Figuren einen netten Schliff, allerdings passt der comichafte Look nicht zu 100 Prozent in die realistisch gehaltene Spielwelt. Zudem sind die Cel-Shading-typischen, schwarzen Linien in den Kostümen stark ausgeprägt, wodurch die Gesichter und Haare der Charaktere einen unscharfen Eindruck machen.

Ansonsten ist Valkyrie Elysium hübsch anzusehen, an Effekten für die verschiedenen Elementangriffe wurde nicht gespart. Die werden dem Spiel aber gleichzeitig zum Verhängnis: Je mehr auf dem Bildschirm los ist, desto eher neigt es zum Ruckeln. Bei großen Gegnerzahlen, komplizierten Bewegungen und dem Einsatz einer Spezialfähigkeit nach der anderen kommt sogar eine Walküre ins Schwitzen.

Die Dialoge hören sich gestelzt an, was auch mit der bereits thematisierten Emotionslosigkeit der Walküre zusammenhängt. Die deutschen Untertitel passen zudem nicht immer zur englischen Sprachausgabe, was stellenweise irritiert. Viele vertonte Gespräche gibt es ohnehin nicht, schließlich trefft ihr kaum jemanden. Selbst die Nebenquests werden von stummen Lichtern verteilt, die eine verbliebene Seele darstellen sollen.

Und auch manche Mechaniken sind nicht ganz durchdacht: Wenn ihr zum Beispiel auf der Suche nach einem Einherier seid, beschwört ihr einen Schwarm blauer Schmetterlinge herauf, der euch den Weg weist. Da die Walküre allerdings alle paar Schritte in einen Kampf stolpert, müsst ihr die Wesen ständig neu beschwören - sie warten nicht auf euch.

Prädikat: Podcast-Spiel

Die nordische Mythologie ist eine tolle Grundlage für spannende Geschichten, Valkyrie Elysium nutzt das aber bei Weitem nicht aus. Die belanglose Story erhält selbst in den Hauptmissionen nur wenig Raum. Im Grunde ist Valkyrie Elysium das perfekte Spiel, um nebenbei einen Podcast zu hören. Das meinen wir nicht mal böse, besonders viel Aufmerksamkeit verlangt es einfach nicht.

Es ist nicht per se schlecht, wenn der Content eines Spiels überschaubar ist. Schließlich haben uns Abenteuer wie die neueren Teile von Assassin's Creed gezeigt, dass riesige Welten und eine schiere Masse an Aufgaben nicht unbedingt etwas Gutes sind. So ein schlankes Spiel zum Vollpreis auf den Markt zu bringen, ist aber wiederrum ein Problem.

Bildergalerie

Das Kampfsystem als Kernelement des Action-RPGs ist gut gelungen, gleicht jedoch die Schwachstellen des Titels nicht aus. Dadurch wirkt er insgesamt lieblos, fühlt sich zunehmend repetitiv an und wirft die Frage auf, ob die Valkyrie-Reihe bei ihrem Comeback nach 14 Jahren nicht mehr verdient hätte.

Meinung

Wertung zu Valkyrie Elysium (PS5)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Schnelles Kampfsystem mit verschiedenen ElementenGute Performance, die dem Tempo standhältWalküre lässt sich dem präferierten Spielstil anpassenAbwechslungsreiches Charakterdesign
Wenig Umfang für den VollpreisUnspektakuläre Geschichte, die erst spät etwas in Fahrt kommtRepetitive Aufgaben, selbst in den HauptmissionenSehr kurze, uninspirierte NebenquestsZiemlich leere Gebiete, die keinen Anreiz zum Erkunden bietenOberflächliche Charaktere, die nur wenig Raum bekommen

Valkyrie Elysium ist am 29. September 2022 für Playstation 4 und Playstation 5 erschienen, ab dem 11. November ist es auch für PCs via Steam erhältlich. In der Digital Deluxe Variante für die beiden Konsolen ist zudem ein im Dezember erscheinender Port des PSP-Spiels Valkyrie Profile: Lenneth enthalten.

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