Trackmania in der Vorschau: Neues Modell, Originalteile - mit Video!
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"Build it, Drive it, Share it" - mit diesem Slogan hat sich die Trackmania-Reihe in den vergangenen 15 Jahren zu einem der beliebtesten Arcade-Racer gemausert und eine aktive Community von über zehn Millionen Spielern versammelt. Die dürfen sich in diesem Jahr nun endlich auf einen neuen Ableger freuen. Das schlicht Trackmania genannte Serien-Reboot erscheint am 1. Juli für den PC und konnte von uns in einer Preview-Version bereits ausführlich ausprobiert werden.
Wusstet ihr eigentlich, dass dieses Jahr ein neues Trackmania erscheint? Nein? Kein Wunder, denn bisher fliegt der aktuellste Ableger der alteingesessenen Arcade-Racing-Reihe ziemlich unter dem Radar. Nach der offiziellen Ankündigung im Rahmen des Trackmania-Grand-League-Finales im Februar wurde es überraschend still um den neuen Titel aus dem Hause Ubisoft. Abgesehen von der Tatsache, dass es sich um eine Neuauflage des 2006 erschienenen TM Nations handeln soll, der - wie bei Reboots mittlerweile üblich - nur noch den Seriennamen "Trackmania" trägt, ist nicht allzu viel bekannt. Außer, dass das Spiel eigentlich bereits für Mai geplant war, aufgrund von COVID-19 aber noch einmal nach hinten verschoben wurde.
Knapp einen Monat vor dem angepeilten Release am 1. Juli, der PC-exklusiv via Uplay und Epic Games Store erfolgen wird, haben die Macher nun endlich den Mantel des Schweigens gelüftet. So durften wir vorab eine Preview-Version von Trackmania (jetzt kaufen 19,99 € / 8,99 € ) anspielen und einer Video-Präsentation von Managing Director Florent Castelnerac lauschen. Alle wichtigen Infos fassen wir euch in unserer Hands-on-Vorschau zusammen.
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Das Rad wird nicht neu erfunden
Was direkt zu Beginn klar sein dürfte: Entwickler Nadeo gelingt mit Trackmania keine Gaming-Revolution. Auch der neueste Teil der über 15 Jahre alten Rennserie vertraut auf die Stärken, die schon TM Nations so beliebt gemacht haben. Ganz nach dem Slogan "Build it, Drive it, Share it" (zu Deutsch: Bau es, fahre es, teile es) dreht sich alles darum, seine Kreativität und seinen Hang zur Geschwindigkeit ausleben zu können. Ihr rast also über diverse Strecken, die wahlweise vom Entwickler oder der Community gebaut wurden, und versucht eure persönliche Bestzeit beziehungsweise eure menschlichen Gegenspieler zu schlagen.
Quelle: Ubisoft Nadeo
Trackmania in der Hands-on-Vorschau. (9)
Dabei zeigt sich Trackmania extrem zugänglich. Im Grunde müsst ihr euch nur vier Tasten merken: Gas, Bremse, Rechts und Links - mehr braucht es auch nach dem umfangreichen Tutorial eigentlich nicht. Gut, abgesehen von der ENTF-Taste natürlich. Mit der startet ihr ein Level nämlich von vorne, eine Funktion, von der ihr auf jeden Fall öfters Gebrauch machen werdet. Denn so nett und einsteigerfreundlich sich das Spiel auf der Außenseite präsentiert, so gnadenlos offenbart es sich im Inneren. Trackmania funktioniert nach dem Prinzip "Easy to learn, hard to master". Wer also an die begehrten Goldmedaillen ran will, muss seine beste Leistung zeigen. Gerade wenn es um Spitzenzeiten geht, verzeiht Trackmania gar keine Fehler. Einmal falsch gebremst, einmal in die Bande gekracht - schon könnt ihr euch das Edelmetall abschminken. Besonders, da eure Geschwindigkeit schon nach einer leichten Kollision krass in den Keller geht.
If at first you don't succeed...
Wenn man deshalb ein Level wieder und wieder spielen muss, kann das zeitweise echt frustrierend werden. Selbst in unserer Preview-Version kam es daher auch schon mal vor, dass wir in einem spontanen Wutanfall Gamepad oder Tastatur durch den Bildschirm schleudern wollten. Grund dafür sind unter anderem auch die neuen Checkpoints. Die setzten euch nun mit der Geschwindigkeit zurück auf die Strecke, mit der ihr in sie hingefahren seid. So findet ihr euch teils in einer Endlosschleife gefangen, in der ihr immer wieder in dasselbe Hindernis hineinrast. Ganz schön nervig. Was Trackmania allerdings auszeichnet, ist, dass man sich trotz dieser Momente immer wieder motiviert hinters virtuelle Lenkrad klemmt und es noch einmal versucht. Der Titel entwickelt eine derartige Sogwirkung, dass man gar nicht merkt, dass man plötzlich 30 Minuten mit einer einzigen Stage verbracht hat - obwohl man doch eigentlich nur noch einen Versuch starten wollte.
Trackmania vermittelt ein gutes Gefühl von Fortschritt. Je mehr Zeit man mit dem Titel verbringt, desto besser versteht man die Gameplay-Kniffe, lernt die Strecken und ihre Eigenheiten kennen. Denn natürlich seid ihr nicht immer nur stur auf einer asphaltierten Geraden unterwegs. Stattdessen konfrontieren euch die Entwickler immer wieder mit neuen Herausforderungen wie Steilkurven, Loopings oder Sprüngen. Dazu kommen spezielle Blöcke, die beim Überfahren Boosts aber auch Lenk- oder Motorausfälle auslösen. Das ist nicht bahnbrechend neu, funktioniert aber noch immer gut.
Quelle: Ubisoft Nadeo
Trackmania in der Hands-on-Vorschau. (5)
Ein wenig mehr Innovation gibt es immerhin bei den Untergründen: Das Trackmania-Reboot führt unter anderem eine Eis- und eine Buckelpiste ein, die das Fahrverhalten eures Wagen beeinflussen. Dazu gesellt sich der aus den Trackmania-Vorgängern bekannte erdige Untergrund, auf dem ihr weniger Grip habt, dafür aber in Rallye-Manier um Kurven driften könnt. Der ist allerdings nicht mehr matschig-braun, sondern erinnert mehr an einen Tennis-Sandplatz.
Kreativität trifft Kompetition
Insgesamt wurde die Optik in Trackmania an einigen Stellen überarbeitet: Auf dem PC durften wir uns über 4K-Auflösung und bis zu 150 Bilder pro Sekunde freuen - wobei je nach Hardware wohl auch mehr möglich sein könnte. Ein absoluter Hingucker ist der Titel deshalb aber noch nicht, die Grafik ist eher zweckdienlich. Das spiegelt sich auch im Leveldesign wider, dem die Entwickler einen geschmeidigeren, synthetischeren Look verpasst haben. Bäume und andere Deko-Objekte sehen nun etwas minimalistischer aus, was Trackmania einen beinahe sterilen, glattgebügelten Eindruck verleiht. Ob einem das gefällt, ist am Ende wohl Geschmackssache. Unser Ding war es aber nicht. Gleiches gilt für die Tatsache, dass es mit der Stadion-Umgebung nur ein einziges, bereits recht ausgelutschtes Setting gibt. Hier hätten wir uns mehr Abwechslung à la Trackmania Turbo gewünscht, das Reboot sah uns einfach ein wenig zu gleichförmig aus.
Quelle: Ubisoft Nadeo
Trackmania in der Hands-on-Vorschau. (2)
Aber gut, wer mit dem vorhandenen Streckenmaterial nicht einverstanden ist, der kann sich auch an den Editor setzen und eigene Tracks erstellen. Trackmania bietet dabei zwei verschiedene Varianten: die einfache und die fortgeschrittene. Erstere lässt euch mit der Maus schnell und einfach Parcours aus dem Boden stampfen, mit Deko versehen und sogar einem eigenen Soundtrack unterlegen! Letztere fanden wir aufgrund der fummeligen Kamera und der (zumindest in der Demo) fehlenden Erklärungen dagegen etwas zu kompliziert. Es gibt keine Infotexte per Mouse-Over und auch kein Tutorial. So können wir bis heute nur raten, was genau denn bitte der Ghost-Block-Modus ist. Bis zum Release sollte sich hier hoffentlich noch was tun. Apropos Release: Da dieser nicht via Steam erfolgt, muss Trackmania dieses Mal ohne einen Workshop auskommen. Wir sind gespannt, wie sich die Modding-Szene auf diesen Umstand einstellen wird.
Das Ubisoft-Bezahlmodell
Per Editor erstellte Strecken könnt ihr übrigens in den lokalen Multiplayer-Modi Hot Seat und Splitscreen ausprobieren (wobei es mit bis zu vier Spielern aber eng auf dem Bildschirm wird) oder natürlich mit der Welt teilen. Wer die Online-Funktionen von Trackmania nutzen will braucht einen gültigen Uplay-Account, hat dann aber auch Zugriff auf diverse tägliche und wöchentliche Wettbewerbe sowie den neuen "Track of the Day". Zudem führt das TM-Reboot mit den Clubs eine soziale Komponente ein, mit deren Hilfe ihr euch mit anderen Spielern zusammentun und beispielsweise Skins für eure anpassbaren Fahrzeuge austauschen könnt. Besonders interessant dürfte dieses Gruppen-Feature für E-Sport-Teams sein, der virtuelle Wettbewerb rund um die hauseigene Trackmania Grand League soll künftig nämlich noch mehr in den Fokus rücken.
Quelle: Ubisoft Nadeo
Trackmania in der Hands-on-Vorschau. (14)
Aber auch offline bietet der Titel einige Inhalte: Für Einzelspieler gibt es die saisonale Kampagne, in der ihr gegen Geister anderer Spieler antretet und in regionalen Rankings aufsteigt. Hier reichen Entwickler alle drei Monate eine neue Season mit 25 frischen Strecken nach. Dieser Live-Service kommt allerdings auch zu einem gewissen Preis: Wer alle Funktionen von Trackmania nutzen will, der muss sich einen sogenannten Club Access kaufen. Der kostet 29,99 Euro und gilt dann für lediglich ein Jahr - ganz schön teuer. Zwar wird es auch die billigere Standard-Variante für 9,99 Euro sowie eine komplett kostenlose, durch Ingame-Werbung finanzierte Free-Version geben. Die kommen dann aber eben mit weniger Inhalt daher (Alle Details zu den drei Varianten lest ihr hier). Ob das ein Deal ist, auf den sich die Spieler einlassen werden? Wir sind da nach unserer Demo-Session mit Trackmania zumindest mal verhalten skeptisch. Ob das Reboot seinen Preis wert ist oder nicht, lässt sich nach aktuellem Stand aber unmöglich endgültig sagen.
