Ghost of Tsushima in der Vorschau: Atmosphärisch, atemberaubend, altbekannt

Special Lukas Schmid
Ghost of Tsushima in der Vorschau: Atmosphärisch, atemberaubend, altbekannt
Quelle: Sucker Punch

Mit Ghost of Tsushima nähert sich eine Ära ihrem Ende: Als mutmaßlich letztes großes PS4-Highlight, bevor wir in die neuen, spannenden PS5-Gefilde aufbrechen, ruht eine enorme Erwartungshaltung auf dem Open-World-Abenteuer mit japanischem Setting und jeder Menge Samurai-Action. In unserer Vorschau inklusive Preview-Video fassen wir alles zusammen, was es zu dem Spiel zu wissen gibt.

Der Release der Playstation 5 naht mit großen Schritten. Doch bevor wir in die neue Konsolengeneration starten, stehen noch zwei große PS4-exklusive Highlights auf dem Plan: The Last of Us Part 2 und Ghost of Tsushima. Zu Ghost of Tsushima verriet Sony nun im Rahmen einer neuen Ausgabe von State of Play massig neue Details. Wir fassen alle neue Infos zusammen und auch sonst alles, was es zu wissen gibt!

Ursprünglich hätte der Titel schon am 26. Juni erscheinen sollen. Daraus wurde Corona-bedingt nichts, die Verschiebung hält sich aber in Grenzen: Am 17. Juli ist es nun soweit und wir können uns im alten Japan als Samurai beweisen. Entwickelt wird Ghost of Tushima von Sucker Punch, die sich bisher vor allem mit der Sly-Racoon- sowie der Infamous-Serie einen Namen gemacht haben.

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Wie in Infamous auch erwartet uns in Ghost of Tsushima (jetzt kaufen 54,90 € ) eine offene Spielwelt. Trotzdem könnte die Prämisse unterschiedlicher nicht sein. Wo wir im alten Sucker-Punch-Projekt als Superheld moderne Metropolen bereisten, verschlägt es uns nun im Jahre 1274 auf die namensgebende Insel Tsushima.

Niemand rechnet mit der mongolischen Inquisition!

Ghost of Tsushima in der Vorschau: Atmosphärisch, atemberaubend, altbekannt (1) Quelle: Sony Ghost of Tsushima in der Vorschau: Atmosphärisch, atemberaubend, altbekannt (1) Wir übernehmen die Kontrolle über Jin Sakai, seines Zeichens von Geburt an zum Samurai erzogen. Weil das Heldentum eine gewisse Portion an Tragik benötigt, steht Jin als junger Mann auf einmal als letzter Überlebender seines Clans da, nachdem die Mongolen mordend und raubend über Japan hereingebrochen sind. Sowohl diese erste Mongoleninvasion als auch die Insel Tushima gab und gibt es übrigens auch in der Realität.

Nun gilt es für Jin, sich der mongolischen Übermacht entgegenzustellen und Rache zu nehmen; sei es auf ehrbare Art und Weise nach dem Weg der Samurai, oder in Gestalt einer zweiten Persona, die Jin auf seinem Vergeltungsfeldzug angenommen hat: Jener des Ghost. Diese zwei Vorgehensweisen bedeuten, heruntergebrochen auf die Kämpfe, den Unterschied zwischen dem direkten Kampf und Stealth.

Ehrenmann!

Das Samurai-Gameplay soll dabei nicht in unübersichtliche Schnetzeleien ausarten. "Jeder Schlag zählt", sagen die Entwickler. Und tatsächlich geht es im gezeigten Gameplay relativ ruhig zur Sache. Nachdem Jin einen Feind am Eingang eines Lagers zum Mann-gegen-Mann-Duell herausgefordert hat, wartet er auf seinen Angriff, pariert im genau richtigen Moment und befördert ihn brutal, aber rasant mit nur einem Schwertstreich ins virtuelle Jenseits. Mit den dann anstürmenden nachfolgenden Soldaten geht er genauso vor. Erst, wenn man eher ungestüm zu kämpfen beginnt, ist es notwendig, für nur einen Widersacher auch mehrmals zuzuschlagen. Zudem wird es möglich sein, zwischen verschiedenen Kampfstilen zu wechseln, angepasst auf den Gegnertyp. Details dazu wurden aber noch nicht verraten.

Call of Revenge: Ghost

Ghost of Tsushima in der Vorschau: Atmosphärisch, atemberaubend, altbekannt (2) Quelle: Sony Ghost of Tsushima in der Vorschau: Atmosphärisch, atemberaubend, altbekannt (2) Als Ghost gehen wir idealerweise im Schutze der Nacht vor. Widersacher, die uns noch nicht gesehen haben, schalten wir mit nur einem Knopfdruck mittels Kunai-Wurfmessern aus. Eine Anzeige verrät uns, ob wir von einem Feind entdeckt wurden oder nicht. Diverse Helferlein machen uns den Ghost-Alltag leichter, darunter Rauchbomben und Feuerwerkskörper, die der Ablenkung dienen. Ein Angst-System, nicht unähnlich jenem aus den Batman-Arkham-Spielen, ist uns ebenfalls dienlich. Sind Feinde in Panik, machen sie eher Fehler und verschaffen uns einen Vorteil.

Klassische Rollenspiel-Elemente scheint es zumindest dem bisherigen Eindruck nach ebenfalls zu geben. Die Rede ist von Fähigkeitenpunkten, die uns Einfluss auf die erwähnten unterschiedlichen Angriffsarten erlauben. Zudem können wir Jins Aussehen individualisieren. So stehen uns die unterschiedlichsten Rüstungen und Klamotten zur Verfügung, die auch direkten Einfluss auf die Fähigkeiten unseres Helden haben. Und sie sehen natürlich cool aus! Außerdem findet Jin im Verlauf des Spiels diverse O-Fuda, also kleine Zettel mit Sprüchen, die ihm diverse aktive und passive Boni verschaffen.

Wo finden wir diese unterschiedlichen Ausrüstungsgegenstände? Vermutlich in der frei erkundbaren Spielwelt. Wie groß Tsushima sein wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Wen es interessiert: In der Realität umfasst die Insel knapp über 700 Quadratkilometer. Zum Vergleich: Die Welt von Assassin's Creed Odyssey ist etwa 233 Quadratkilometer groß. Wir gehen also nicht von einer 1:1-Umsetzung Tsushimas aus.

Wir reisen, wohin der Wind uns trägt!

Ghost of Tsushima in der Vorschau: Atmosphärisch, atemberaubend, altbekannt (3) Quelle: Sony Ghost of Tsushima in der Vorschau: Atmosphärisch, atemberaubend, altbekannt (3) Egal, wie groß die Spielwelt schlussendlich sein wird, das Setzen von Markern in ihr wurde auf jeden Fall kreativ gelöst: Anstatt einfach ein Icon einzublenden, weht ein Wind in die Richtung unseres Ziels und weist uns auf diese Weise sanft den Weg. Wir müssen zum Glück nicht zwangsläufig rennen, sondern können auf dem Rücken eines Pferdes Platz nehmen. Interessant: Auf seinem Weg sammelt Jin Bambus und andere Holzarten ein, was auf ein Crafting-System hindeutet. Details zu einem solchen etwaigen Feature gibt es aber noch nicht.

Während wir durch die Lande wandern, gelangen wir an unterschiedliche Lokalitäten. Manche dienen bloß als hübsche Kulisse, andere haben spielerische Bedeutung. Immer wieder treffen wir offenbar auf Füchse, die uns zu Schreinen leiten. An diesen können wir beten und erhalten im Gegenzug Upgrades und Boni. Spezielle Orte dienen zudem als Schnellreisepunkte.

Lagerkoller

Außerdem warten Feindeslager auf uns, in denen die erwähnte Wahl zwischen Samurai- und Ghost-Gameplay getroffen werden muss. Es reicht aber offenbar nicht, alle Feinde auszuschalten. Im neuen Material zum Spiel sehen wir, wie Jin ein Mongolenlager im wahrsten Sinne dem Erdboden gleichmacht, indem er es völlig abfackelt. Zusätzlich zu den Hauptaufgaben in den Missionen existieren Zusatzherausforderungen. So gilt es etwa, Feinde mit einer bestimmten Waffe auszuschalten oder sich während einer Auseinandersetzung nicht zu heilen. Was es als Belohnung für das Bezwingen einer solchen Herausforderung gibt, ist nicht bekannt.

Bisher kam er nur während der Eroberung des Lagers zum Einsatz, wir rechnen aber auch mit einem Nutzen beim Erforschen der Spielwelt: Jin verfügt über eine Art Enterhaken, mit dem er Abgründe überwinden und an Objekten nach oben klettern kann.

Beautiful Ghost

Ghost of Tsushima in der Vorschau: Atmosphärisch, atemberaubend, altbekannt (4) Quelle: Sony Ghost of Tsushima in der Vorschau: Atmosphärisch, atemberaubend, altbekannt (4) Was die Präsentation angeht, ist natürlich offensichtlich, dass Ghost of Tsushima grafisch beeindruckend aussieht. Darum ist es umso schöner, dass der gerade in Sony-Spielen inzwischen fast zum Standard gewordene Fotomodus auch hier mit an Bord ist. Wir können für unsere nach Wunsch auch animierten Bilder Wind und Wetter, Farbgebung und zig andere Details anpassen und sie sogar mit Ingame-Musik unterlegen.

Die Anpassung des Grafikstils beschränkt sich aber nicht auf Fotos: Wer will, kann das komplette Spiel schwarz-weiß samt Griselfilter erleben, angelehnt an das japanische Samurai-Kino. Da versteht es sich schon fast von selbst, dass wir natürlich auch Zugriff auf eine japanische Audiospur haben werden.

Bekanntes im schicken Gewand

Nach allem, was wir bisher von Ghost of Tsushima gesehen haben, lässt sich ohne jede Frage festhalten, dass es grafisch und atmosphärisch schon jetzt eine Wucht ist. Spielerisch hingegen scheint es auf eher bekannten Pfaden zu wandern. Gerade die Einflüsse aus den letzten beiden Assassin's-Creed-Spielen sind mit Blick auf Erkundung, Feindeslager und sogar manche Gameplay-Icons offensichtlich. Der Stealth erinnert zudem stark an die Arkham-Spiele. Aber das ist ja nichts Schlechtes und auch, wenn Ghost of Tsushima nicht durch Innovation überzeugen sollte, so haben wir an einem gut gemachten Open-World-Spiel, in das so viel offensichtliche Mühe gesteckt wurde, nichts auszusetzen.

Ghost of Tsushima wird ab dem 17. Juli neben der Standard-Fassung in beschränkter Auflage auch als Collector's Edition, Special Edition und Digital Deluxe Edition verfügbar sein. Neben dem Spiel selbst finden sich in diesen Versionen diverse physische und digitale Goodies für Sammler.

Greift ihr bei Ghost of Tsushima zu oder wartet ihr lieber auf eine potenziell mögliche PS5-Portierung mit noch beeindruckenderer Technik? Verratet es uns in den Kommentaren! Lest auch unbedingt unsere Vorschau und guckt unser Video zum zweiten großen Open-World-Spiel dieses Jahres, Assassin's Creed Valhalla!

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